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Unverkrampft in der engen Kabine

Fahrstuhl-Experiment der FH Unverkrampft in der engen Kabine

Die wenigen Sekunden einer Fahrt in einem Aufzug können ganz schön lang werden. Viele Menschen fühlen sich in der engen Kabine unwohl. Jana Möglich und Mehmet Cetinpolat, Studierende der FH Kiel, möchten das ändern.

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Mehmet Cetinpolat und Jana Möglich (rechts hinter dem Spiegel), Masterstudierende im Fachgebiet Medienkonzeption, untersuchten im Kieler Citti-Park, wie Menschen in einem Fahrstuhl auf die „Elevator Games“ reagieren. Sebastian Todt und Jona Stuck sowie die Kinder Merlin, Philipp und Arvid (von links) machten begeistert mit.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Die Medienstudierenden der Fachhochschule (FH) Kiel haben in einem Aufzug im Kieler Citti-Park mit einem Spiegel getestet, wie Menschen auf sogenannte „Elevator Games“ reagieren. Ziel des Projekts ist, die Zeit im Fahrstuhl zu einem kurzen Erlebnis werden lassen.

Diese Situation kann beklemmend sein: Dicht gedrängt weiß niemand im Aufzug so recht, wohin er schauen soll. Erleichtert sind meist alle, wenn sie wieder aussteigen können. Jana Möglich und Mehmet Cetinpolat sind davon überzeugt, dass die kurze Zeit kein Unbehagen erzeugen muss. Im Gegenteil: „Unser Ziel ist, dass den Leuten eine Fahrstuhlfahrt nicht peinlich ist, sondern dass sie den Fahrstuhl im besten Fall als Freunde verlassen“, sagt die 25-jährige Jana Möglich.

Besucher im Citti-Park gefragt

Wie sie in nur 15 Sekunden eine Auflockerung des Alltags erreichen wollen? Im Kieler Citti-Park haben sie Besucher, die den Fahrstuhl benutzen wollten, gefragt, ob sie zu einem kleinen Spiel bereit wären. Jana zeigte ihnen, je nach Größe der Gruppe, während der Fahrt einige Bilder – etwa die Denkerpose, Superman oder Jubel. Spontan sollten die Fahrgäste darauf reagieren, indem sie zum Beispiel die Positionen nachspielten. In einem großen Spiegel konnten sie sehen, was passierte. Ungefähr 20 Leute haben mitgemacht und waren hinterher durchaus angetan. „Das war spontan und witzig“, beschreibt der Kieler Sebastian Todt (18) seine Eindrücke.

„Wenn wir durch solche Interaktionen Distanzen abbauen können, und sich die Menschen kennenlernen, hätten wir viel erreicht“, sagt Mehmet Cetinpolat. Der 26-Jährige erläutert, dass das im Rahmen des Masterstudiums entwickelte Konzept ein erster theoretischer Schritt in Richtung einer Interaktion von Mensch und Computer sei. Technisch vorstellbar sei, dass sich Monitore bei Beginn der Fahrt in den Aufzügen öffnen, etwa in Türen oder am Boden, und die Fahrgäste dann auf die Bilder reagieren könnten. Dass das klappen kann, davon sind die FH-Studierenden nach den Tests unter Realbedingungen überzeugt. Doch nicht nur das. Ein zweites Konzept zielt darauf, den „Game Elevator“ als Beschäftigung von Kindern einzusetzen, während die Eltern einkaufen. Die Fahrstuhlfunktion wäre dann nebensächlich.

Antworten sind vor allem technisch

„Es gibt für viele Probleme bereits technische Antworten“, sagt Franziska Uhing, Professorin im Fachbereich Medien. „Im Rahmen des Studiengangs Medienkonzeption denken wir daher an eine Welt von Morgen, die über neue Technologien verfügt – wie Internet 4.0, Internet der Dinge, smarte Geräte oder sensorgestützte Vorgänge – und in der Menschen sich anders verhalten können oder müssen.“ Man stelle sich daher nicht unbedingt die Frage, wie etwas technisch lösbar ist, sondern welche menschlichen Faktoren bedacht werden müssen und wie unterschiedliche Zielgruppen hineinspielen. Aus diesem Grunde seien auch Jana Möglich und Mehmet Cetinpolat mit ihrer Idee in den Citti-Park gegangen, um ihr Konzept mit Feedback und unter Realbedingungen zu testen.

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