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Diesel-Bann ist in Oslo schon Alltag

Luftverschmutzung Diesel-Bann ist in Oslo schon Alltag

Die Luftqualität hat auch Oslos Stadtverwaltung zu drastischen Schritten gezwungen. Seit Januar werden beim Erreichen kritischer Grenzwerte in Oslo bereits Fahrverbote für Diesel-Pkw erlassen. Die Norweger werden 24 Stunden vorher über eine App informiert. Oslo plant außerdem ein generelles Verbot.

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In Oslo gibt es bereits Dieselfahrverbote. Ausgenommen sind jedoch der Hafen und Durchgangsstraßen für den Fern- und Tourismusverkehr. 

Quelle: Frank Behling

Oslo. In Kiel wird über ein Dieselfahrverbot diskutiert, die Deutsche Umwelthilfe droht mit einer Klage wegen zu hohen Emissionswerten. In Norwegens Hauptstadt hat man sich dem Problem angenommen: Ein Dieselfahrverbot ist in Oslo bereits Realität. Im Winter kämpfen die Norweger seit Jahren mit Grenzwertüberschreitungen. Sofortmaßnahmen sind Fahrverbote für privat genutzte Diesel-Autos an Tagen, an denen die Grenzwerte überschritten werden. Die Stadtverwaltung informiert die Autofahrer 24 Stunden vorher über die App "Bil i Oslo". Wer bei Fahrverbot trotzdem mit seinem Diesel erwischt wird, muss 1500 Kronen Strafe zahlen - umgerechnet etwa 162 Euro.

Ein temporäres Verbot ist nur der Anfang

Der Masterplan sieht ab 2019 in Oslo ein generelles Fahrverbot für Privatautos mit Verbrennungsmotoren vor. Ausnahmen gibt es nur auf sechs großen Durchgangsstraßen. Lkw dürfen nur dann mit Diesel in die Stadt, wenn ihre Motoren der Euronorm VI - der momentan neuesten Dieselgeneration - entsprechen. Ausgenommen ist auch der Osloer Hafen: Alle Verkehre von und zu den Fähren sowie die Containertransporte zu den Schiffen sind erlaubt. Weitere Sondergenehmigungen gibt es auch für Fahrzeuge der Stadtverwaltung, Feuerwehr, Polizei, Taxen sowie Pkw für Menschen mit Behinderung und Diplomatenkennzeichen.

Die Lösung ist ein guter ÖPNV

Kernbaustein zur Reinhaltung der Luft ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). 90 Prozent aller Bewohner Oslos leben im Schnitt etwa 300 Meter von einer Bus-, Bahn oder Fährstation entfernt. Deshalb ist ein umweltfreundlicher ÖPNV der Schlüssel. Der Dieselmotor wurde bei der Busflotte bereits im Juni 2015 zum Auslaufmodell. Zu diesem Zeitpunkt war der Anteil der Dieselbusse in der 1100 Fahrzeuge des öffentlichen Anbieters Ruter AS zwar bereits auf 77 Prozent gesenkt worden, es war aber nur ein Etappenziel. 2020 soll der letzte Bus mit einem klassischen Dieselmotor in Oslo ausgemustert werden. Von da an sollen alle Busse ausschließlich "Fossil-free" betrieben werden - also ohne fossile Brennstoffe. Der Anteil der Elektrobusse soll im gleichen Zeitraum auf 20 Prozent gesteigert werden. Rund die Hälfte der Osloer Busse sollen 2025 mit Biogas, Wasserstoff oder Flüssig-Erdgas (LNG) fahren. Im Hafen sollen Pendler-Fähren mit modernem E-Antrieb angeschafft werden.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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