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Falscher Ulf Kämpfer pöbelt auf Twitter

Fake-Account Falscher Ulf Kämpfer pöbelt auf Twitter

Ein falscher Ulf Kämpfer sorgt momentan bei Twitter für Verwirrung. Der Unbekannte setzt unter dem Namen "UlfKaempfer_KI" wirre und menschenverachtende Tweets ab. Der Stadtverwaltung reicht es jetzt - sie will rechtlich gegen den Nutzer vorgehen.

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Ein falscher Ulf Kämpfer sorgt momentan bei Twitter für Verwirrung.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Kiels SPD-Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gilt im Umgang als verbindlich, im Ton zurückhaltend. Doch im Kurznachrichtendienst Twitter zeigt sich ein ganz anderer Ulf Kämpfer: Neben einem Schäferhund-Foto pöbelt „UlfKaempfer_KI“ gegen die Bundesregierung als Marionette der USA, die „ami-devoten“ öffentlich-rechtlichen Sender und vor allem im Rundumschlag gegen die Flüchtlingspolitik der Großen Koalition. Dabei hetzt er „gegen die Märchen von der Rückführung“ und fragt sich, warum Spanien den großen Zaun in Melilia nicht unter Strom gesetzt habe: „Dann würde die Kletterei abrupt aufhören.“

Spätestens bei solchen Äußerungen müsste eigentlich jedem der 38 Follower klar sein, dass es sich nicht um Kiels Verwaltungschef handeln kann. Den echten Oberbürgermeister, der gar keinen eigenen Twitter-Account hat, freut es natürlich nicht, dass ein Unbekannter in seinem Namen blöde Sprüche klopft und politische Parolen von sich gibt. Bisher hat der anonyme Nutzer auf die Aufforderung der Stadt, den Fake-Account zu löschen, jedoch nur reagiert, indem er kleine Änderungen vornahm.

Aber es gibt noch andere glasklare Hinweise darauf, dass sich hier einer unter falscher Identität und hinter einem Hunde-Foto getarnt Aufmerksamkeit erhofft. Während Kiels viel beschäftigter Oberbürgermeister bekennender Wenig-Fernseher ist, scheint der Twitterer mit dem großen Mitteilungsdrang als offensichtlicher Couch-Potato viel Zeit zu haben, sich durch die Sender zu zappen und im Minutentakt zu kommentieren. Sein erster Eintrag kam am 30. März 2014, eine Woche nachdem der echte Ulf Kämpfer gewählt worden war, mit der Feststellung „Der Kieler Tatort ist Kult“. Doch danach folgten hunderte Sprüche zu „Aktenzeichen XY“, „Bachelor“, „Traumschiff“, „Goldene Kamera“ und vor allem zum „Dschungelcamp“. Dass Menderes Bagci den Ekel-Wettbewerb verdient gewonnen habe, ist einer der wenigen Komplimente, die der Twitterer absetzte.„Wenn ein Oberbürgermeister so viel Zeit zum Fernsehgucken hätte, müsste man sich Sorgen um die Geschicke der Stadt machen“, meinte Stadtsprecherin Annette Wiese-Krukowska. Sie kündigte an, rechtlich gegen den Identitätsklau vorzugehen, um den Spuk zu beenden. 

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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