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Fakten statt medizinische Mythen

Studienzentrum Schleswig-Holstein Fakten statt medizinische Mythen

Mit einem Tag der offenen Tür informierte das Studienzentrum für Schleswig-Holstein am Sonnabend über diese vom Bundesforschungsministerium finanzierte Nationale Kohorte (Nako), die gesundheitliche Daten von jeweils 100000 Frauen und Männern in der ganzen Republik erfassen soll.

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Beim Tag der offenen Tür wurde im Studienzentrum informiert.

Quelle: Martin Geist

kiel. Essen die Norddeutschen mehr Fisch als die Bayern, und wenn ja, beschert ihnen dies ein längeres Leben? Solche Fragen soll die größte Gesundheitsstudie beantworten, die bisher je in Deutschland vorgenommen wurde. Allein aus Kiel und Umgebung fließen die Untersuchungen von 10000 Probanden ein.

Mit einem Tag der offenen Tür informierte das im fünften Stock der Uni-Kinderklinik untergebrachte und von Prof. Wolfgang Lieb wissenschaftlich betreute Studienzentrum für Schleswig-Holstein am Sonnabend über diese vom Bundesforschungsministerium finanzierte Nationale Kohorte (Nako), die gesundheitliche Daten von jeweils 100000 Frauen und Männern in der ganzen Republik erfassen soll.

„Wie leben wir, und was entwickelt sich daraus?“ Mit diesem Satz fasst Dr. Imke Aits zusammen, was die Mediziner zwischen Tegernsee und Ostsee im Kern wissen wollen. Im Fokus stehen dabei nach Angaben der Leiterin des Kieler Studienzentrums Volkskrankheiten von Rheuma von Rücken bis Herz-Kreislauf, genauso Krebs und Demenz. Und eben die Frage, ob bestimmte Lebens- oder Verhaltensweisen zu einer höheren Wahrscheinlichkeit führen, von einer dieser Krankheiten befallen zu werden.

Vorbei sein könnten dann eines Tages die Zeiten, in denen selbst der simpel anmutende Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Lebenserwartung teils völlig widersprüchlich beschrieben wird. Gesundheitswissenschaftlerin Aits jedenfalls erklärt solche Differenzen zu einem guten Teil mit unzureichenden Datenmengen. Meist, so benennt sie Quellen statistischer Unschärfen, würden nur vergleichsweise wenige Probanden in entsprechende Untersuchungen einbezogen, und auch das oft nur innerhalb einer bestimmten Region.

Je mehr Untersuchungen einfließen und je breiter die geographische und soziale Herkunft der Probanden gestreut ist, desto weniger Einfluss haben demzufolge Zufälle. Das ist aus Sicht von Imke Aits der große Vorteil der Mega-Studie. Und obendrein die Möglichkeit, die deutschen Ergebnisse mit denen aus Skandinavien, den USA oder Großbritannien zu vergleichen, wo solch groß angelegte Erhebungen schon seit langer Zeit betrieben werden.

Werbung im eigentlichen Sinn konnte der Tag der offenen Tür am Sonnabend nicht machen, denn sich freiwillig als Proband zu melden, ist nicht möglich. Vielmehr arbeitet das zwölfköpfige Team vom Schwanenweg mit etwa 20 Einwohnermeldeämtern in Kiel und Umgebung zusammen und bekommt Adressen nach dem Zufallsprinzip. Dann werden die jeweiligen Personen schriftlich um Teilnahme gebeten und umfassend über Details aufgeklärt.

„Datenschutz ist ein großes Thema“, sagt Imke Aits und betont, dass durch höchst ausgeklügelte Methoden das denkbar größte Maß an Sicherheit gewährleistet werden könne. Das scheint den Norddeutschen offenbar glaubhaft, denn die Teilnahmebereitschaft bewegt sich „im durchschnittlich zu erwartenden Maß“, wie Aits sagt. Demnach gilt es als guter Wert, wenn 30 Prozent der Angeschriebenen tatsächlich an der Untersuchung teilnehmen.

Begehrt sind jedoch besonders Teilnehmer zwischen 20 und 40 Jahren. Das Thema Gesundheit scheint in dieser Altersgruppe einen weniger hohen Stellenwert zu genießen als bei Älteren.

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