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Hilfe, wenn Papa oder Mama nicht da sind

Kieler Familienpaten Hilfe, wenn Papa oder Mama nicht da sind

Ein Kinobesuch, ein Ausflug in den Tierpark: Für viele Kinder sind die Familienpaten des Kinderschutzbundes ein Segen. Denn nicht immer sind Familien oder Alleinerziehende in der Lage, sich selber um die Kleinen zu kümmern. Doch das soziale Projekt braucht dringend Unterstützung.

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Mit Spaß bei der Sache: Drei Stunden in der Woche engagiert sich Günter Haehnchen als Familienpate.

Quelle: Frank Peter

Kiel.. Man müsse nicht immer die ganz großen Dinge auf die Beine stellen, wenn man als Familienpate aktiv ist, sagt Günter Haehnchen. Manchmal reiche es auch, einfach nur da zu sein und zuzuhören. Der 54-Jährige sitzt in einem Büro des Kinderschutzbundes Kiel und erzählt von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Familienpate.

Seit zwei Jahren engagiert sich der Projektmanager für das soziale Projekt. Drei Stunden in der Woche betreut er eine alleinerziehende Mutter mit ihren Kindern. „Für die Kinder ist es wichtig, eine männliche Bezugsperson in ihrem Leben zu haben. Aber auch zur Mutter habe ich ein sehr offenes und vertrauensvolles Verhältnis.“ Gemeinsame Besuche im Tierpark, Großeinkäufe mit dem Auto oder einen neuen Schrank gemeinsam aufbauen – Haehnchen ist für all diese Aktivitäten da, wie ein weiteres Familienmitglied. Mal unternimmt er etwas mit der ganzen Familie, mal nur mit den Kindern und manchmal auch nur mit einem Kind. Je nachdem, wie es gerade passt. „Neulich war ich mit einem Kind im Kino. Das war sein erster Kinobesuch. Es war schön, diese Aufregung und Freude mitzuerleben“, erzählt Haehnchen.

Wie eine Tante oder ein Opa

Im Grunde kümmere sich ein Familienpate um das, was anderswo Großeltern oder andere Familienangehörige erledigen, erklärt Katharina Höhle, Koordinatorin des Projektes beim Kinderschutzbund. Dass sie vor mehr als zwei Jahren die Familienpaten ins Leben gerufen haben, hänge mit gesellschaftlichen Veränderungen zusammen: Eltern, Kinder und Großeltern wohnten nicht mehr unbedingt in der gleichen Stadt, schon gar nicht wie früher unter einem Dach. Gleichzeit wachse die Zahl der Alleinerziehenden.

Wie wichtig deshalb die Familienpaten sind, zeige laut Höhle die steigende Nachfrage: „Inzwischen rufen uns schon die Ämter an und fragen, ob wir helfen können.“ Auch Kindergärten und Schulen fragten regelmäßig an. Die Warteliste von Familien, die Hilfe brauchen, sei lang. Auch Interessierte für eine Patenschaft gebe es genügend. Nur das Geld sei knapp. Mehr als zehn Familienpaten kann der Kieler Kinderschutzbund im Moment nicht finanzieren. Die Paten arbeiten ehrenamtlich, benötigt wird das Geld vor allem für Schulungen durch hauptamtliche Mitarbeiter des Kinderschutzbundes.Vor ihrem Einsatz werden die Familienpaten mehrere Wochen ausgebildet. „Es ist uns wichtig, dass die Paten gut geschult sind. Die meisten haben ja keine pädagogische Ausbildung und sind neu auf dem Gebiet“, erzählt Höhle.

Paten werden ausgebildet

Die Ehrenamtler werden für bestimmte Themen und Problemfelder sensibilisiert, etwa für Fälle von Kindeswohlgefährdung. „Die Familienpaten müssen einen Blick dafür bekommen.“ Gleichzeitig haben die Familienpaten immer Ansprechpartner beim Kinderschutzbund und auch die Möglichkeit, psychologische Beratung oder Supervision in Anspruch zu nehmen. Alle sechs Wochen tauschen sich zudem alle Familienpaten untereinander aus. „Wir lassen die Familienpaten nicht allein“, sagt Höhle.

So können Sie Spenden

Verwendungszweck: Familienpaten

KN hilft, Förde Sparkasse, IBAN DE05 2105 0170 1400 2620 00

Von Anne-Kathrin Steinmetz

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