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Frust am Falckensteiner Strand

Fehlende Parkplätze Frust am Falckensteiner Strand

Die Betreiber der Gastronomie- und Freizeiteinrichtungen am Falckensteiner Strand sind mächtig genervt von der Stadt. In den vergangenen Jahren haben sie mit ihren Angeboten Kiels größten Stadtstrand bereichert. Doch immer wieder fühlen sie sich bei vielen Kleinigkeiten von der Verwaltung schikaniert.

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Die Behindertenparkplätze sind nach Betreiber-Angaben auch an sonnigen Tagen kaum belegt. Sie wünschen sich eine bedarfsgerechte Stellfläche.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Ihre Vorwürfe: Grünpflanzen wuchern Wege und Radbügel zu; Straßen wurden zu eng gebaut, so dass der Gegenverkehr kaum passieren kann; Behindertenparkplätze stehen leer; Senioren mit Rollator müssen den Berg hinaufschieben. Die Stadt kennt die Kritikpunkte und arbeitet an einer Stellungnahme.

 Richtig schlechte Laune hat Volker Schöttke von der Surf- und Segelschule Westwind. Seit 1999 ist er am Strand – als einer der ersten hat er den damals verkommenen Abschnitt wieder aufgehübscht. Bis vor einigen Jahren hatte er noch vier Stellplätze, die ihm dann aus Naturschutzgründen aberkannt wurden. In der Saison muss er allerdings täglich Material anliefern und kassiert oft ein Knöllchen. „Was soll ich machen? Ich muss zwischendurch ans Telefon oder mich um Surfschüler kümmern“, sagt er. Ordnungsgemäß darf er nur einige Minuten direkt an der Surfschule stehen. Dann muss er seinen Wagen auf dem einige hundert Meter weit entfernten Betreiberparkplatz abstellen. „Auf dem Weg dorthin muss ich zwei Schranken aufschließen. Das dauert viel zu lange. Gerade wenn es einen Notfall gibt, brauche ich mein Auto“, sagt Schöttke, der seine Parkplätze zurück haben will.

 Im Gebäude der Surfschule sitzt auch der Tauchverein TSG Submarin, der 65 Mitglieder hat. Die Taucher müssen jetzt ihre bis zu 35 Kilo schwere Ausrüstung vor der Tür abladen und ihren Wagen auf dem 400 Meter entfernten Parkplatz am Palisadenweg abstellen, weil sie nur einen Betreiberparkplatz zugewiesen bekommen haben. „Das ist sehr umständlich. Falls man das Tauchgerät direkt per Sackkarre zum Vereinsheim transportieren will, können das nur durchtrainierte Männer“, sagt Bernhard Dechant vom Vorstand. Er möchte, dass die Mitglieder wieder Kennzeichen-bezogene Zufahrtsberechtigungen bekommen, die es bereits vor 2011 gab. In einem Schreiben vom 12. August 2014 hatte er die Stadt um eine wohlwollende Prüfung gebeten. „Bisher habe ich keine Antwort erhalten“, erklärt Dechant. So fahren an Tauchtagen bis zu 15 Pkw zum Vereinsheim, laden die Geräte aus und fahren dann zum Parkplatz. Nach dem Tauchen holen sie ihren Wagen, laden wieder ein und fahren heim. Das sind vier Touren pro Auto – an einem Strand, der unter Naturschutz steht.

 Wolfgang Hein vom Landgasthof Falkenhorst, Holger Ohlmeier, Chef der Minigolfanlage, und Gökhan Eker vom Imbiss Lila Lagune haben weitere Kritikpunkte. „Die etwa zehn Behindertenparkplätze stehen meist leer. An Senioren wird aber nicht gedacht. Wenn sie zu uns wollen, müssen sie oben am Palisadenweg parken, kommen dann mit ihrem Rollator den steilen Weg nur schwer wieder hoch“, sagt Ohlmeier. Überhaupt: Der Palisadenweg sei viel zu schmal gebaut, die Bordsteine viel zu hoch. Bei Begegnungsverkehr bestehe die Gefahr, dass man sich seinen Wagen ruiniere. Und warum die Stadt die Durchfahrt von Norden aus zum Stadtteilzentrum zu gemacht habe, versteht keiner von ihnen. „Ich würde gerne in Friedrichsort einkaufen, doch der Weg über den Koppelberg dauert mir zu lang. Also fahre ich nach Altenholz und lasse mein Geld im Umland“, sagte Falkenhorst-Chef Hein.

 Den Betreibern passt auch nicht, dass die Straße Falkenhorst oft dicht ist, wenn Busse Kinder zum Ferienlager bringen und lange halten. „Ein Rettungswagen kommt hier dann nicht mehr durch“, kritisiert Ohlmeier. Fast schon eingewachsen sind die Begrenzungssteine am Wegesrand, gegen die oft ein Wagen scheppert. „Und der Name Strandpromenade wird dem Weg nicht gerecht. Es gibt hier weder eine Beleuchtung noch Bänke, auf denen man den Blick auf die Förde genießen kann, wenn denn die Büsche beschnitten sind“, sagte Eker von der Lila Lagune. Auch auf der öffentlichen Toilette nebenan bahnt sich die Natur ihren Weg: Kleine Bäume wachsen auf dem Dach. Von einer einheitlichen und vor allem eindeutigen Beschilderung träumen die Betreiber schon lange: Gespräche mit der Stadt gab es, passiert sei nichts.

 So kann es nicht weitergehen – da sind sich die Inhaber einig: Zuständig für den Strand sind Umweltschutz-, Grünflächen-, Tiefbau-, Bürger- und Ordnungsamt sowie die Kieler Bäder-GmbH als Eigenbetrieb. „Diese Ämter haben nur ihre Belange und nicht das große Ganze im Blick. Darum würden wir uns gerne mit dem Oberbürgermeister an einen runden Tisch setzen und ihm unsere Erfahrungen mitteilen“, sagten die Betreiber.

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