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Stadtwerke graben sich durch die City

Fernwärme- und Trinkwassernetz Stadtwerke graben sich durch die City

Die Stadtwerke Kiel erneuern ihr Leitungssystem, Fernwärme- und Trinkwasserleitungen werden modernisiert. An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet behindern daher Baustellen den Verkehr.

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Umleitungen wegen Leitungsarbeiten: Wie in der Rathausstraße modernisieren die Stadtwerke derzeit vielerorts das Fernwärmenetz. Ende des Jahres sollen die Arbeiten nördlich des Exerzierplatzes abgeschlossen sein.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Ab Ende der Woche werden im Grasweg die Wasserrohre saniert, diese Arbeiten sollen bis Ende Oktober dauern.  „Wir haben unser Leitungsnetz jederzeit im Blick und erneuern die Infrastruktur so früh wie möglich“, sagt Sönke Schuster, Sprecher der Stadtwerke. Seit 50 Jahren liegen die gusseisernen Wasserrohre schon im Kieler Grasweg. Auf einer Gesamtlänge von 1200 Metern sollen sie nun ersetzt werden. Die Sanierungsarbeiten werden abschnittsweise vorgenommen, sodass jeweils nur ein kleiner Teil der Straße gesperrt werden muss. Nach Auskunft der Stadtwerke wollen sie so die Belastungen für die Anwohner so gering wie möglich halten.

Eine Kamera untersucht die Schäden

Bei den Leitungsarbeiten soll, soweit dies möglich ist, das Langrohr-Relining-Verfahren angewendet werden. Das Verfahren ermöglicht es, die Erdbauarbeiten deutlich zu minieren. „Auf einer Strecke von 370 Metern finden wir generell gute Bedingungen für das Relining-Verfahren. Ob das im Boden vergrabene Rohr hierfür geeignet ist, wird sich jedoch erst im Bauprozess zeigen“, erklärt Schuster. Beim Relining wird in ein bestehendes Rohr ein neues Rohr mit einem geringeren Durchmesser eingezogen. Das alte Rohr muss also nicht vollständig entfernt werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass das alte Rohr über eine gewisse Strecke gerade verläuft und noch stabil ist. „Die im Erdreich vergrabene gusseiserne Leitung war Jahrzehnte unter anderem der Feuchtigkeit im Boden ausgesetzt. Dies kann beispielsweise zu Korrosion führen. Der Rost kann das Rohr erheblich schwächen“, sagt Schuster. Die nach Untersuchung der Netzpläne geeignete Leitungsstrecke wird vor Beginn der Arbeiten deshalb von innen mit einer Kamera auf Schäden untersucht. Die Wasserversorgung wird aufgrund des geringeren Durchmessers des Leitungsrohrs nicht beeinträchtigt.

Auch die Fernwärme wird modernisiert

Neben diesen Arbeiten im Grasweg modernisieren die Kieler Stadtwerke seit Anfang April auch das Fernwärmenetz nördlich des Exerzierplatzes und rund um den Arndtplatz. Aktuell werden die Leitungen in der Sternstraße und im Jungfernstieg erneuert, außerdem in der Fleethörn, zwischen Lorentzendamm und Muhliusstraße, in der Rathausstraße, zwischen Rathaus und Opernhaus, in der Waisenhofstraße, Höhe Rathaus, und an der südlichen Seite des Exerzierplatzes.

Hier wird die Fernwärmeversorgung von Dampf auf Heizwasser umgestellt. Die Heizwassertechnologie sei wirtschaftlicher und ökologischer als der bisherige Betrieb mit Wasserdampf, erklärt der Sprecher der Stadtwerke. „Während Dampf mit 180 Grad Celsius ins Netz geleitet wird, reichen im Heizwassernetz 130 Grad. Die niedrigen Temperaturen und fortschrittlicheren Isoliermaterialien reduzieren zudem die Wärmeverluste.“ Das spare Energie und damit Geld. Insofern käme die Erneuerung des Netzes allen Kunden zugute.

Seit 2002 stellen die Stadtwerke Kiel ihr Fernwärmenetz sukzessive auf Heizwasser um. Der Dampfnetzanteil konnte seitdem von 374 Kilometer auf derzeit 13 Kilometer reduziert werden. Die derzeitigen Arbeiten dauern voraussichtlich noch bis Ende des Jahres. 2017 soll die Modernisierung des gesamten Netzes abgeschlossen sein.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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