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Der Spuk ist vorbei

Coop-Erpresser Der Spuk ist vorbei

Aufatmen in Kiel: Ein SEK hat am Montagmorgen den mutmaßlichen Coop-Erpresser festgenommen. Um 4.01 Uhr stürmten Beamte die Wohnung eines 38-jährigen Deutschen in der Kieler Innenstadt. Polizei und Staatsanwaltschaft sind sich sicher, den Täter gefunden zu haben. Dieser soll allein gehandelt haben.

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Die Polizei stürmte die Wohnung in der Kieler Innenstadt.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Noch in der Nacht zu Montag hatte der Erpresser nach Informationen der Kieler Nachrichten per E-Mail angedroht, an einer namentlich nicht genannten Grundschule vergiftete Lebensmittel in einer „Pausenbox“ ausgelegt zu haben. Der Mann schweigt bisher zu den Vorwürfen. Er soll am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Bisher ist unklar, ob er in Untersuchungshaft oder in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht werden soll, sagte Staatsanwalt Michael Bimler. Ein zweiter Mann, der ebenfalls in der Wohnung angetroffen wurde, hat nach den bisherigen Ermittlungen nichts mit der Tat zu tun. Er bleibt auf freiem Fuß. Zeitgleich zum Einsatz in der Fleethörn wurde die elterliche Wohnung des Beschuldigten an der Kiellinie nach Beweismaterial durchsucht.

Coop wird erpresst: Hier sehen Sie Bilder vom Einsatz von der Festnahme des mutmaßlichen Marzipan-Erpressers im Morgengrauen in der Straße Fleethörn in Kiel.

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Der Erpresser hatte von der Handelskette Coop drei Millionen Euro in der digitalen Währung Bitcoins gefordert. Am vergangenen Dienstag hatte er eine Schachtel vergiftete Marzipanherzen an der Kieler Reventlouschule ausgelegt, woraufhin sämtliche Schulen der Stadt gewarnt wurden. Nachdem er in der Nacht zum Freitag drei weitere Schulen bedroht hatte, durchsuchte die Polizei mit einem Großeinsatz sämtliche Gebäude, ohne etwas Gefährliches zu finden.

Warum der Erpresser die Handelskette Coop ins Visier genommen hat, ist nach Angaben der Ermittler noch völlig unklar. Auch über sein Motiv herrscht weiterhin Rätselraten. Der 38-Jährige war Polizei und Staatsanwaltschaft bereits bekannt, „aber längst nicht wegen solcher Taten“, sagte Bimler. Auf die Spur des mutmaßlichen Täters gelangte die Polizei demnach über das Marzipan. Seit Freitag sei er identifiziert gewesen und überwacht worden. Um genügend Beweismaterial zu sammeln, sei der „Zugriff“ bis Montagmorgen verzögert worden. So eine Situation sei auch für die Polizei „keine Normalität“, sagte der stellvertretende Landespolizeidirektor Joachim Gutt. Er koordinierte den Einsatz persönlich.

Nach der Festnahme konnte an den Kieler Schulen am Montagmorgen planmäßig unterrichtet werden. Die Stadt Kiel, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und das Unternehmen Coop gratulierten der Polizei zum Fahndungserfolg. Der Oberbürgermeister, der zurzeit mit dem Aufsichtsrat des Kieler Seehafens in Göteborg unterwegs ist, sprach via Facebook den Ermittlern „ein dickes Dankeschön“ dafür aus, dass sie dem „beängstigenden Spuk“ ein Ende bereitet haben. Coop zeigte sich „in erster Linie erfreut, dass aufgrund dieser perfiden Tat niemand zu Schaden gekommen ist“.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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Landespolizei
Foto: Nahmen bei einer Pressekonferenz Stellung zur Festnahme (v.l.n.r.): Joachim Gutt (stellvertretender Landespolizeidirektor), Michael Bimler (Staatsanwaltschaft Kiel) und Rolfpeter Ott (Kriminalpolizei Kiel).

Der mutmaßliche Erpresser, der an einer Kieler Schule vergiftete Marzipanherzen ausgelegt hat, hat nach Angaben der Ermittler ein Insektenmittel benutzt. Der Stoff wirke gegen Insekten, sei beim Menschen aber nicht tödlich, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Kiel auf einer Pressekonferenz.

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