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Weihnachtsbäume gibt’s genug

Festtagsschmuck Weihnachtsbäume gibt’s genug

Er ist ein Hingucker. Ein Stimmungsträger. Am Weihnachtsbaum hängen hohe Erwartungen. Und so häufig wie nie zuvor gibt es in Kiel Festpreisangebote. Besonders vor Einkaufszentren kosten alle Bäume rund 20 Euro. Der Markt ist überfüllt.

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Im Vorjahr gab es einen Baumarkt-Baum, der früh nadelte. Nun soll es lieber eine Tanne aus dem heimischen Wald sein. Heidi Böning und ihre Enkel Justus (3, links) und Johannes (5) haben ein schönes Exemplar im Rönnerholz ausgesucht.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Für Simon und Ivonne Hofer ist das gar keine Frage. Sie sind zum Einkauf in Kiel-Meimersdorf unterwegs, und hatten sich 20 Euro für den Baum schon zur Seite gelegt. „Wir haben zu Hause Maß genommen“, sagt Ivonne Hofer, während sie mit ihrem Mann und den Kindern Leni (5) und Juna (3) auf dem Supermarktparkplatz die an die Metallabsperrung gelehnten Bäume abschreitet. Nicht zu hoch und nicht so breit soll das gute Stück sein. Für sie ist der Festpreis von 19,99 Euro „Sicherheit“. Zu schnell sei sonst ein Baum gewählt, der dann viel teurer komme. So stimme das Angebot. „Und er ist doch nicht für ewig“, fügt Simon Hofer dazu, während er zu seiner Nordmanntanne greift. Schnell geht’s mit dem Einkauf außerdem.

 Diese Kunden sind zufrieden, und Michael Schott ist es auch. Für einen Freund verkauft er die Bäume. „Der Preis geht über die Menge“, erklärt er, während er weitere Bäume, die noch auf dem Boden liegen, aus den Netzen befreit, sie schüttelt und für die Kunden in Position rückt. Der Markt sei voll, gerade mit kleineren Bäumen, was auch an dem feuchten und frostfreien Wetter des Vorjahres liege. Da habe es wenig Ausfälle bei der Produktion gegeben. Seine Ware ist eingekauft und in großen Stückzahlen geliefert – nicht aus Dänemark, Schottland und Osteuropa (den großen Anbaugebieten), sondern aus Kühren bei Preetz.

200 Produzenten auf 2000 Hektar

 Allein in Schleswig-Holstein bauen rund 200 Produzenten auf mehr als 2000 Hektar Weihnachtsbäume an, erklärt Isa-Maria Kuhn von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Das ergibt mehr als eine Million Tannenbäume allein aus unserem Bundesland. Sie spricht von Discountangeboten und Qualitätsbäumen. Und was ist da der Unterschied? Kleine Fehler im Wuchs der Äste, der Nadeln mache sich da genauso bemerkbar wie der Ort der Produktion, der Zeitpunkt des Einschlags, und die Transportwege, bei denen die Tannen eng aufgestapelt und in Netzen gebracht werden. Und das sei ungefähr dasselbe wie bei Gemüse oder Fleisch. Frische und eine nachhaltige regionale Produktion stehen Masse und günstiger Ware gegenüber.

 Heidi Böning jedenfalls setzt auf Frische. Die Wellseeerin hatte im vergangenen Jahr einen günstigen Baum aus dem Baumarkt geholt. „Da rieselten schon die Nadeln, als wir ihn aus dem Auto hoben.“ Nun ist sie mit den Enkeln Johannes (5) und Justus (3) ins Grüne gefahren. Wer im Kieler Stadtteil Rönne der Straße Zum Forst folgt, kommt zur Försterei Rönnerholz, einem der privaten Forstbetriebe im Norden. Da riecht es nach feuchter Erde und Nadelbäumen. Am Morgen geschlagen sind die Bäume, die Heidi Böning sich anschaut. Sie kann wählen zwischen Fichte, Nobilis, Nordmann, Kiefer.

 Wer es noch frischer und individueller will, kann mit der Säge losziehen – so wie Hans-Werner Reinhold mit seinen Kindern Hauke und Sabine. Lange sind sie über das Gelände gestapft, bis sie sich entschieden haben: Der Baum soll es sein. Das etwa drei Meter hohe Prachtexemplar von Nordmanntanne ist für Reinholds Vater bestimmt. Kosten: 50 Euro. Dazu kommt noch der Baum für die eigene Familie, der kurze Zeit später auf dem Hänger hinter seinem Auto liegt. „Ich bin schon als Kind hierhergekommen“, meint er, und auch für seine Kinder ist das Baumschlagen dort Tradition. Die Försterei unmittelbar an der Stadtgrenze gehört zum Adeligen Kloster zu Preetz. Auf neun Hektar werden dort Weihnachtsbäume und Schnittgrün angebaut, sagt Förster Dirk Sauer. Ein kleines Zusatzgeschäft angesichts der 1200 Hektar Wald. „Wir haben vor allem Stammkunden.“ Und was kommt bei ihm in die Stube? Logisch: Ein Hingucker. Ein Stimmungsträger. Auch an seinem Baum hängen schließlich hohe Erwartungen.

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