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Olympia-Stimmung vor dem Rathaus

Feuersäule defekt Olympia-Stimmung vor dem Rathaus

So könnte aus der Not eine Tugend werden: Weil das olympische Feuer wegen eines technischen Defekts während der Spiele auf dem Rathausplatz in Kiel nicht brennen kann, hat die KN-Redaktion selbst für Stimmung rund um den verwaisten Sockel der abtransportierten Feuersäule gesorgt.

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Fröhlicher Ersatz für die defekte Feuersäule: Ein Teil des Redaktionsteams der Kieler Nachrichten hat sich am Donnerstag zum Start der Olympischen Spiele versammelt, um das trostlose Bild rund um den verwaisten Sockel aufzuheitern.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Ausgerüstet mit improvisierten Ringen, Fanartikeln von vergangenen Spielen und viel guter Laune wurde eine eigene Flamme entzündet – in der Hoffnung, ein bisschen olympische Atmosphäre an der Förde zu verbreiten.

 Denn die zweimalige Olympiastadt Kiel wird wohl noch lange auf das Feuer vor dem Rathaus verzichten müssen. Die gasbetriebene Anlage auf dem Rathausplatz ist mittlerweile 44 Jahre alt und sehr störungsanfällig. Längst gibt es keine Ersatzteile mehr, betonte ein Stadtsprecher. Bei Reparaturen mussten Ämter und Fachfirmen viel Erfindungsreichtum beweisen. Doch jetzt hat das Improvisieren wegen Sicherheitserwägungen, die die städtische Immobilienwirtschaft anmahnte, ein Ende. Wie es weitergeht, sei noch unklar.

Anschlüsse in Schilksee wurden gekappt

 Als 1972 über dem Segelhafen in Schilksee das Olympische Feuer loderte, brannte ein Teil der Flamme auf dem Rathausplatz hinter dem Glas der rund vier Meter hohen Freiplastik „Feuersäule Vortex“ des amerikanischen Künstlers Gary Rieveschl. In Schilksee wurden die Anschlüsse zur Feuer-Anlage bereits nach den Wettbewerben 1972 wieder gekappt – dort kann jetzt also auch kein Ersatzfeuer entzündet werden. Überhaupt entflammte das Feuer auf dem Rathausplatz erst seit 2008 wieder jeweils während der Olympischen und Paralympischen Spiele – als Zeichen der Verbundenheit mit olympischen Werten wie Völkerverständigung und Frieden.

 In Internet-Foren ist die Enttäuschung groß, auch wenn die Verwaltung stattdessen die Original-Olympiaflagge von 1972 bis zum Ende der Sommerspiele auf dem Rathausbalkon hissen will. Alexander Blazek, Vorsitzender des Eigentümerverbandes Haus&Grund, fragte provokant: „Wie wäre es denn, die Flamme zu reparieren? Der Rathausplatz hat sowieso schon eine geringe Aufenthaltsqualität.“

 Und der baupolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Wolfgang Homeyer, kritisiert, dass „das nicht im Vorfeld der olympischen Spiele in Rio thematisiert worden“ sei. Stadtsprecherin Annette Wiese-Krukowska plädiert ungeachtet der Kritik dafür, das Thema sportlich zu nehmen: „Flagge statt Flamme – Kiel fiebert so oder so mit, wenn es um olympisches Gold geht, ist doch Ehrensache für eine Olympiastadt!“

 Von Martina Drexler und Kristian Blasel

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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Technisches Problem
Diesen Anblick gibt es diesmal nicht: Die Flamme flackert in der Feuersäule.

Olympia-Eröffnung in Rio, aber kein olympisches Feuer in Kiel: Die Flamme, die als Zeichen der Verbundenheit mit olympischen Werten wie Frieden und Völkerverständigung während der Sommerspiele auf dem Rathausplatz täglich bis zum Ende der Wettkämpfe brennen sollte, ist bis auf weiteres erloschen.

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