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Ehemann gesteht im Prozess

Feuertod in Kronshagen Ehemann gesteht im Prozess

Eine 38-jährige Frau starb im Dezember 2016 einen qualvollen Feuertod in Kronshagen bei Kiel. Am Mittwoch wurde der Prozess gegen ihren Ehemann eröffnet. Der Beschuldigte gestand, dass er seine Frau mit Benzin übergossen und angezündet hat. Es sei aber eine Lüge, dass seine Frau tot sei.

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Der Saal im Landgericht in Kiel ist beim Prozessauftakt gegen Koffi Wowoui im Tötungsdelikt Delali Assigbley gefüllt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. "Meine Frau ist nicht tot", betonte der 41-jährige Beschuldigte, dem die Staatsanwaltschaft den heimtückischen und grausamen Mord seiner 38-jährigen Frau vorwirft, bereits bei der Feststellung der Personalien zu Prozessbeginn am Montagmorgen in Kiel. Die Tat vom Dezember 2016 gestand er trotzdem.

Schon nach seiner Festnahme im Dezember 2016 räumte er die Tat ein, seine Frau vor dem Mare Klinikum in Kronshagen mit Benzin übergossen und angezündet zu haben. Noch am gleichen Tag starb sie in einem Krankenhaus in Lübeck. Laut Einschätzung des Beschuldigten waren die Verletzungen aber nicht lebensgefährlich. Er bezeichnete den Prozess als "Inszenierung".

Ehemann leidet unter Wahnvorstellungen

Das passte ins Bild des bisherigen Verlaufs: Aufgrund diverser Wahnvorstellungen des Beschuldigten, die in seinen weiten Ausführungen deutlich wurden, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen wurde. Die Antragsschrift machte das deutlich. Es handelt sich um ein Sicherungsverfahren, in dem statt einer Gefängnisstrafe über eine dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung entschieden wird.

Ehefrau angezündet: Hier finden Sie Fotos vom Prozessauftakt.

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"Das sollte für sie ein Zeichen sein, dass sie nie wieder vergisst", kommentierte der Mann seine Tat. Gleich zweimal habe er sie daher am 7. Dezember angezündet – helfende Passanten beiseite geschoben – angeblich weil er davon überzeugt war, dass seine Frau ihn bereits seit Längerem vergiften wollte. Die zwei Zeugen, die der 38-Jährigen zur Hilfe eilten, sagten am Nachmittag vor Gericht aus. Sie hatten Brandspuren an ihrer Kleidung davongetragen. Der Mann bestreitet, sie mit Benzin getroffen zu haben.

41-Jähriger wollte seiner Frau eine Lektion erteilen

Den Tod der Mutter zweier gemeinsamer kleiner Kinder habe der Mann dabei billigend in Kauf genommen, sagte die Staatsanwältin. Auch Nachfragen des Vorsitzenden Richters nach dem Warum konnte der Beschuldigte nicht hinreichend beantworten: Er habe gewusst, dass er ohnehin sterben werde, betonte der Mann lediglich immer wieder – und habe seiner Frau zuvor zumindest eine Lektion erteilen wollen. Jetzt könne er kaum glauben, dass er heute noch lebe.

Eine Frau ist auf einem Gehweg vor einer Klinik in Brand gesteckt worden. Hier zeigen wir Ihnen Bilder von den Ermittlungen.

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Im Verlauf des Vormittages aufgerufene Zeugen, die ihn am Tag der Tat erlebten, schilderten stets, dass der Mann sehr bewusst und aufgeräumt gewirkt habe. Auch vor Gericht war der 41-jährige Beschuldigte am Mittwochvormittag bereit, sich zu allen Vorwürfen zu äußern.

Urteil wird am 30. August 2017 erwartet

Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt. Am Freitag, 25. August, soll die Beweisaufnahme fortgesetzt werden. Danach soll ein Gutachter aussagen. Ein Urteil wird am 30. August erwartet.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: In dem Prozess wird entschieden, ob ein wegen psychischer Probleme schuldunfähiger Mann, der 2016 seine Frau durch eine Brandattacke tötete, dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden soll.

Im Prozess um den qualvollen Feuertod einer 38-Jährigen in Kronshagen bei Kiel hat die Staatsanwältin am Montag die Unterbringung des angeklagten Ehemanns in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie beantragt.

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