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Fünf Minuten Kurzfilm in nur 48 Stunden

Filmwettbewerb Fünf Minuten Kurzfilm in nur 48 Stunden

„Nur 48 Stunden“: Das ist der Titel des wohl schnellsten Filmwettbewerbes in Norddeutschland. Bereits zum zehnten Mal haben das Studentenwerk Schleswig-Holstein, der Landesverband Jugend und Film und der Offene Kanal Filmemacher dazu aufgerufen, in 48 Stunden einen Kurzfilm zu drehen.

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Volle Konzentration: Oliver Ott geht seine Text noch mal durch während die Crew im Hintergrund das Licht für die nächste Szene einrichtet.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. 54 Teams haben sich der Herausforderung gestellt. Unter ihnen sind die Kieler Torben Sachert und Oliver Ott, die wir begleiten duften.

Donnerstag

Es ist Donnerstagmittag. Die beiden Produzenten sitzen in einem Café und wälzen Papierstapel. Bis zum Start des Wettbewerbs sind es noch 36 Stunden. Für das Duo beginnt die heiße Phase. Kennengelernt haben sich der Aufnahmeleiter Oliver Ott und der Kameramann Torben Sachert beim Theaterspielen in der Truppe TOC. Vor vier Jahren haben sich die beiden Medienprofis das erste Mal gemeinsam am Wettbewerb beteiligt und gleich den zweiten Platz abgeräumt. Seitdem beteiligen sie sich jedes Jahr mit immer neuen ehrgeizigen Projekten an dem Wettbewerb.

 „Wir haben natürlich so viel vorbereitet, wie wir können“, verrät Sachert. „Das Grundgerüst und die Idee für den Film stehen.“ Auch in diesem Jahr haben die Produzenten ein 30-köpfiges Produktionsteam zusammengetrommelt, die sich „für Lau“ der Herausforderung stellen. „Unser Etat liegt im unteren dreistelligen Bereich, und den geben wir eigentlich immer für das Catering und ein bisschen Technik aus“, sagt Ott.

Mit einem eilig gezeichneten Storyboard geht es an die Umsetzung der Szenen.

Quelle: Sonja Paar

Freitag

 Am Freitagabend trifft sich die Crew beim Offenen Kanal. Oliver Ott sitzt neben Tonmann Oliver Ujc auf dem Sofa. Ujc ist schon seit Jahren dabei. Er wird genau wie die Produzenten auch als Schauspieler aktiv sein. Sachert räumt Tische hin und her, denn die Crew will noch am Abend eine Sequenz im Studio drehen.

 18 Uhr: Die Wettbewerbsvorgaben sind raus. Der Film muss das Motto „Eitel Sonnenschein“ haben und fünf Minuten lang sein. Außerdem müssen drei Dinge vorkommen: Schmetterlinge, ein 10-Euro-Schein und eine „Kolbenrückholfeder“.

 18.20 Uhr: Das Team grübelt. Fünf Minuten sind knapp. Motto, Schmetterlinge und der Zehner sind kein Problem. Doch was wird aus der Kolbenrückholfeder? „Das ist ein Fantasiebegriff, da nehmen wir ’ne große Feder und bauen die irgendwo ein“, rät Ujc.

Absprache vor dem Take, v.l. KAmeraassisten Daniel Wehrend, Regiesseur Eirik Behrend, 2. Aufnahmeleiterin Sophie Peschke, Kameramann Konstantin Tanner.

Quelle: Sonja Paar

 19.55 Uhr: Das Team dreht die erste Einstellung. Eine Viertelstunde später ist die Szene im Kasten. Ott und Sachert entscheiden sich, noch am Abend alle Utensilien zum eigentlichen Drehort – eine Kneipe – zu fahren.

 21.22 Uhr: Das Equipment lagert am Drehort. Sachert probt für den Auftritt am Sonnabend.

 22 Uhr: Der harte Kern des Teams sitzt im Tonstudio, um noch bis 23.30 Uhr ein paar Sequenzen zu produzieren.

Sonnabend

 8 Uhr: Oliver Ott schließt die Dreh-Location auf. Kurze Zeit später läuft die Kaffeemaschine und Kameramann Konstantin Tanner fängt an, das erste Bild einzuleuchten. Der Zeitplan ist knapp. Um 22 Uhr muss die Filmcrew die Kneipe wieder in ihren Urzustand versetzen, denn um 23 Uhr öffnet diese mit einer bereits plakatierten Veranstaltung.

 9.30 Uhr: Die Crew kommt zusammen. Oliver Ott gibt erste Anweisungen. „Wir hängen bereits jetzt um 30 Minuten!“, mahnt er.

 10.16 Uhr: Take eins ist im Kasten.

 12.06 Uhr: Feuer am Set! Aber das ist beabsichtigt. Bananenschalen fliegen, Wasser spritzt, alle sind hellwach. Die Komparsen trudeln ein.

 13.31 Uhr: So langsam wird Aufnahmeleiterin Julia Gläsker unruhig, weil sich nirgends Zeit sparen lässt. „Wir hängen vier Stunden hinter dem Zeitplan. Und alle Einstellungen, in denen wir kürzen könnten, sind bereits abgedreht“, seufzt sie.

 15.15 Uhr: Kurze Pause an der frischen Luft. Die Statisten proben auf dem Parkplatz ihre Choreografie.

 

Eine Pause an der frischen Luft nutzen v.l. Oliver Ott, Julia Gläsker, Eirik Behrend und Torben Sachertfür weitere Absprachen.

Quelle: Sonja Paar

19.02 Uhr: Oliver Ott sitzt auf einem Barhocker und sieht müde aus. Konstantin Tanner, der Kameramann, wirbelt seit elf Stunden konzentriert durchs Set und scheint keine Energie zu verlieren.

 21.51 Uhr: Letzte Klappe... Drehschluss! Nun heißt es aufräumen und dann ab in den Schnitt.

  22.45 Uhr: Die Crew verlässt die Kneipe durch den Hintereingang. Der Wirt schließt zeitgleich für die Gäste auf.

 Sonntag

  0.54 Uhr: Die Szenen sind in das Schnittsystem eingespielt. Auf die beiden Cutter wartet harte Arbeit. Alle brauchen Schlaf.

 3.15 Uhr : Oliver Ott verabschiedet sich.

 6.01 Uhr: Torben Sachert hat den Grobschnitt fertig. Auch er gönnt sich nun etwas Schlaf.

 10 Uhr: Das Post-production-Team trifft sich. Es geht an den Feinschliff: Ton anlegen, Effekte einbauen, Film ausspielen.

  17 Uhr: Ott und Sachert geben den Film beim Offenen Kanal ab.

  Jetzt wird eine Vorjury alle Kurzfilme sichten und entscheiden, welche Werke in den Wettbewerb gehen. Am Mittwoch, 4. Mai, wird es dann spannend: Ab 20 Uhr zeigt das Metro-Kino in Kiel die besten Streifen. Auch die Preisjury wird die Kurzfilme dann zum ersten Mal sehen – und die Sieger küren. Der Eintritt beträgt 4 Euro.

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