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Kielfisch ist das Original

Fischlogo-Prozess Kielfisch ist das Original

Kielfisch oder Schleifisch? Welches Grätenlogo ist das Original, welches nur ein Plagiat? Im Rechtsstreit um die Urheberschaft der beliebten Markenzeichen für maritime Urlaubsregionen hat der Kielfisch vor dem Kieler Landgericht einen Sieg errungen.

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Der Kielfisch ist auch laut Gericht das Original.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Laut Urteil darf Kielfisch-Erfinder Olaf Heichert (48) weiterhin behaupten, seine seit 2008 vermarktete Erfolgskreation habe „viele Nachahmer gefunden“. Namentlich nennt der Kieler Goldschmied den Gettorffisch, Syltfisch, Usedomfisch, Noerfisch, Hamburgfisch, Eckernfördefisch, Ostseefisch, Strelafisch (Stralsund) und Schleifisch.

 Dem Designer des Schleifischs, Rainer Hummel, wirft Heichert auf seiner Webseite zudem vor, „die Idee und das Konzept einer Kielfisch Edelstahlskulptur kopiert“ zu haben. Der Flensburger Grafik-Designer sah sich geschäftsschädigenden Plagiatsvorwürfen ausgesetzt. In seiner Branche sei Originalität ein wichtiges Qualitätskriterium, sagte Hummel und forderte eine Unterlassungserklärung.

 Das Schleifisch-Logo hatte Hummel erst im vergangenen Jahr verbreitet. Doch will er es bereits 2004 für einen Restaurantbetreiber entworfen und seitdem in der Schublade gehabt haben. Für seinen Gegenspieler von der Förde kann es dagegen nur einen Erfinder der Buchstaben im Fischgerippen-Format geben: „Kielfisch – das Original!“

 „Der Kielfisch hat gewonnen“, brachte Zivilrichterin Ursel Kollorz das Urteil auf den Punkt. Es lasse jedoch offen, ob der Schleifisch tatsächlich eine Nachahmung sei. Heicherts Behauptungen seien jedenfalls nicht wettbewerbswidrig. Das Urteil würdige die Kielfisch-Website als Ganzes. Deren Text habe auch versöhnliche Passagen. So habe der Kielfisch die Vielfalt neuer Artgenossen ausdrücklich begrüßt.

 Laut Urteil ist Heicherts Darstellung, Nachahmer hätten seine Stilelemente übernommen, nicht ehrenrührig. Die nachahmende Weiterentwicklung von Formen habe in der Kunst eine lange Tradition. „Der Kielfisch ist wettbewerbsrechtlich nicht geschützt“, schränkte Kollorz jedoch ein. 2014 verlor Heichert einen Prozess gegen den Schleifisch wegen Verletzung des Markenrechts.

 Danach konnte sich der Kielfisch den Seitenhieb gegen seine schwarmartig auftretenden Mitbewerber nicht verkneifen. Ob er rechtlich Bestand hat, bleibt auch nach dem Kieler Urteil (AZ: 16 HKO 32/15) offen: Der Schleifisch kann Berufung beim Oberlandesgericht in Schleswig einlegen. Und das liegt eben an der Schlei, wo man vielleicht andere Präferenzen hat…

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