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10 Jahre Trödeln für das Tierwohl

Flohmarkt Uhlenkrog 10 Jahre Trödeln für das Tierwohl

Von manchen Dingen mag man sich nur schwer trennen. Statt sie in den Müll zu werfen, fällt es da schon leichter, alles dem Tierheim Uhlenkrog in Kiel zu spenden. Denn dort gibt es seit zehn Jahren jeden ersten Sonntag im Monat einen Flohmarkt, dessen Erlös den Tieren zugute kommt.

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Sie sind treu im Einsatz für den Flohmarkt im Tierheim Uhlenkrog in Kiel: (von links) Christiane Hauschildt, Ingelore Stühmer, Hilde Ihms, Bettina Kastler, Roswita Werner-Richter und Petra Herbst.

Quelle: Karina Dreyer

Hasseldieksdamm. Ein Drittel der Sachspenden ist aber leider mehr für den Müll als zum Verkauf geeignet.

In drei Gruppen ist das Flohmarkt-Team mit 15 ehrenamtlichen Mitarbeitern aufgeteilt, die die Sachspenden sortieren und das gesamte Jahr über verkaufen: Bücher, Tierzubehör und andere Flohmarktwaren. „Das meiste sind private Spenden, im Idealfall wird ein Tag vorher angerufen“, erklärt Christiane Hauschildt, die wie die meisten der Gruppe seit Anfang an treu dabei ist und wöchentlich zum Sortieren kommt. Doch nicht über jede Sachspende freut sich das Team: „Wir hatten schon eine benutzte Klobürste, aufgetaute Tiefkühlgerichte, eine alte Leberwurst, Zuckerdosen mit Mäusekot und einmal war sogar eine gebrauchte Nabelschnurklemme dabei“, zählt sie auf. Manchmal habe sie das Gefühl, die Leute denken, für die Tiere sei das noch gut genug. Anders kann sie sich das nicht erklären.

 Für Tierheimleiterin Elisabeth Haase ist das sehr bedauerlich, denn nicht nur die ehrenamtlichen, auch ihre hauptamtlichen Mitarbeiter sind damit beschäftigt, diesen Müll zu sortieren und zu entsorgen. „Das kostet uns vor allem viel Zeit“, sagt sie mit hörbarem Ärger.

 Renate Gulyas und Ulrike Wacholz gehören zum Team für die Bücher, die in großer Zahl in einem Raum für die Mitarbeiter untergebracht sind. Auch hier ist es ähnlich: „Manche bringen einen ganzen Kofferraum voller Bücher, Spiele und CD´s. Uns wäre da eine einzelne Tüte lieber, denn wir müssen alles einzeln sichten“, erklären die beiden. Vieles landet im Papiermüll, denn wer kaufe schon einen Roman mit verschmierten Seiten oder einen Duden mit der Rechtschreibung von 1970? Krimis im guten Zustand hingegen sind nach wie vor der Renner.

 Ein drittes Team sortiert Tierzubehör und lagert es in einem Zwinger. Vor allem Leinen, Geschirr, Näpfe und Kratzbäume. „Das macht beim Flohmarkt für das Tierheim ja auch Sinn, wenn die Teile nicht gerade oxidiert oder verschimmelt sind“, berichtet Edgar Altrogge. Besonders gefragt sind hier übrigens die Kleintierkäfige.

 Auch wenn ein Drittel der Sachspenden im Müll landen, anständige Sachen finden sich auf dem monatlichen Flohmarkt in Hülle und Fülle, das bringt dem Tierheim jeweils rund 2000 Euro pro Flohmarkt ein. Viele der Waren werden in einer Garage, einem Carport und im Container verwahrt. Alles ist proppenvoll.

„Wir haben deshalb mit dem Sozialladen Obulus den Deal: Die bekommen Haushaltswaren von uns und wir im Gegenzug Decken, Handtücher und Bettwäsche, die sie aus Hygienegründen nicht verkaufen dürfen und wir dringend für die Tiere brauchen“, so Elisabeth Haase. Der Flohmarkt habe neben dem Erlös noch einen weiteren positiven Effekt: „Für viele ist er der Grund mal ins Tierheim zu kommen und sich zu informieren, wie wir arbeiten“, sagt sie. Deshalb gibt es zu jedem Flohmarkt auch Infostände zu einem bestimmten Tierthema.

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