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Container auf Nordmarksportfeld schon belegt

Flüchtlinge Container auf Nordmarksportfeld schon belegt

Begrüßt von mehr als 100 Bürgern sind am Mittwoch die ersten 300 Flüchtlinge vor allem aus Syrien in der neuen Erstaufaufnahme-Einrichtung am Nordmarksportfeld in Kiel angekommen. Am Donnerstag sollen weitere 200 folgen. Die Lage in der Einrichtung in Neumünster ließ keine Wahl - bei einer Überbelegung mit 3000 Menschen.

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Früher Erstbezug: Das Containerdorf auf dem Nordmarksportfeld wird bereits am Mittwoch von Flüchtlingen bezogen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Bis Ende August sind 15 000 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen, davon allein im August 5600. Am 1. September folgten weitere 400 Flüchtlinge. Zudem sollen die 3000 Flüchtlinge, die über Ungarn nach München gekommen sind, auf die Länder verteilt werden. „Das ist eine Frage der Solidarität der Bundesländer untereinander“, erklärte der schleswig-holsteinische Innenminister Stefan Studt (SPD).

Am Dienstagnachmittag war er deshalb mit dem Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer übereingekommen, das neue Containerdorf vorzeitig beziehen zu lassen. Was am Mittwoch folgte, war ein logistischer Kraftakt. Möglich wurde er nur, weil Organisationen wie das DRK, Behörden sowie Polizei, Unternehmen und viele Freiwillige kurzfristig bereit standen. „Wir müssen das komplette Notfallprogramm laufen lassen. Die Zeit ist extrem knapp. Aber wir bekommen das hin“, sagte Ilka Hübner vom DRK-Kreisverband Kiel, die die Einrichtung leiten wird.

Jean-Pierre Jacobi von der Firma Oskar Gerdsen hatte noch in der Nacht über Facebook 15 Mitarbeiter rekrutiert. „Das war die einzige Chance – unsere Möbelspedition war für diesen Mittwoch ausgebucht.“ Verstärkt wurden die neue Crew noch von etlichen Freiwilligen der Bürgerinitiative „Kiel hilft Flüchtlingen“. Gemeinsam wurden am Mittwoch noch Hunderte Betten aufgebaut. Innenminister Stefan Studt betonte zwar vor Ort, dass zunächst wie geplant 500 Flüchtlinge untergebracht werden. Die zusätzlichen Betten zeigen aber, dass man vorbereitet sein will. „Niemand weiß, was nächste Woche ist. Ich habe weiter das Ziel, dass jeder, der herkommt, ein Dach über dem Kopf und ein Bett hat.“ Es werden deshalb weitere Erstaufnahme-Einrichtungen geplant – „in Städten an Verkehrstangenten“. Zudem werde mit Lübeck über eine temporäre und eine dauerhafte Einrichtung verhandelt.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will notfalls mit einer Verfassungsreform auf die Flüchtlingskrise reagieren. Eine Grundgesetzänderung könnte die Finanzierungswege zwischen Bund, Ländern und Kommunen neu ordnen und dadurch die Hilfen für die Flüchtlinge erleichtern. Am grundgesetzlich festgeschriebenen Recht auf Asyl will die Bundesregierung aber nicht rütteln.

Willkommensgruß

Wer Flüchtlinge in Kiel und andernorts willkommen heißen möchte, wird dafür am Freitag in unserer Zeitung ein Mittel finden: ein Willkommensplakat, mit dem Sie an Fenstern, Türen und Autos Flagge zeigen können. Es ist eine Gemeinschaftsaktion der Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung mit den Städten Kiel und Neumünster sowie den Kreisen Segeberg, Rendsburg-Eckernförde und Plön.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Die Spinde kommen Anfang der Woche: Thiemo Lüeße (links), Projektleiter für die Erstaufnahmeeinrichtungen beim Land, und Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken schauen sich einen Wohncontainer an.

Das Flüchtlingsdorf neben dem Nordmarksportfeld wächst schnell und soll bereits am Montag fertig sein. Die Zeit drängt. Ende der kommenden Woche kommen auf einen Schlag 500 Asylsuchende nach Kiel. Land, Polizei und Hilfsorganisationen stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Ein Info-Tag und Gesprächsrunden für Anwohner sind geplant.

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