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Kiel ordert weitere Wohncontainer

Flüchtlinge Kiel ordert weitere Wohncontainer

Die Stadt sucht derzeit fieberhaft nach Wohnraum für viele der derzeit fast 2000 Flüchtlinge in Kiel. Wie schwierig das ist, zeigt unter anderem ein aktualisierter Zwischenbericht zur „Wohnraumbeobachtung“ mit einem wachsenden Missverhältnis von Angebot und Nachfrage inklusive steigender Mieten.

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Solche Wohncontainer für Flüchtlinge wie neben dem Nordmarksportfeld will die Stadt nun auch in anderen Kieler Stadtteilen aufstellen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. So laufen derzeit intensive Vorbereitungen, weitere Wohncontainer in Stadtteilen wie Düsternbrook, Schilksee oder Suchsdorf aufzustellen.

 „Genaue Standorte dafür haben wir dabei aber noch nicht festgelegt“, erklärte Sozialdezernent Gerwin Stöcken im Sozialausschuss. Anwohner müssten jedoch keine Sorge haben, von einer plötzlichen Aufstellung von Containern in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft überrascht zu werden: „Alle Einzelheiten dazu werden vorher mit den zuständigen Ortsbeiräten und betroffenen Bürgern ausführlich besprochen.“

 Etwa 100 solcher Wohncontainer habe die Stadt zur übergangsweisen Flüchtlingsunterbringung erworben. Ob diese Zahl ausreichen wird, konnte Stöcken aber aufgrund kaum kalkulierbarer Flüchtlingszahlen nicht abschätzen. Die Lage am Nordmarksportfeld, wo die Stadt bereits eine provisorische Erstaufnahmeeinrichtung errichten ließ, ist nach Stöckens Angaben trotz der Enge „entspannt“. Denn die Flüchtlinge mussten zusammenrücken, um die zunächst vorgesehenen 500 auf jetzt fast 750 Plätze aufstocken zu können. Auch die Anwohner dort reagierten gelassen und meist mit großer Hilfsbereitschaft.

 Auch auf dem ehemaligen MFG-5-Gelände in Holtenau müsse in weiteren Gebäuden zusätzlicher Wohnraum für insgesamt 800 bis 1000 Menschen geschaffen werden. Ebenfalls mit Hochdruck arbeite die Stadt an der Herrichtung der ehemaligen Marinetechnikschule in der Wik zur Flüchtlingsunterbringung. Erschwert wird dies auch durch die Entwicklung auf dem mittlerweile laut städtischem Zwischenbericht „angespannten“ Kieler Wohnungsmarkt, der laut Stöcken „nicht so anspringt, wie wir uns das erhofft hatten“.

 So zeigt die aktuelle „Wohnungsmarktbeobachtung“ der Stadt: Der Wohnungsbestand (derzeit fast 133000 Wohnungen in Kiel) stagniert seit 2011 nahezu – mit jährlichen Minimalzuwächsen von 0,1 bis 0,2 Prozent. Gleichzeitig stieg die Einwohnerzahl seit 2013 um fast 4000 Personen. Besonders stark – so wie seit zehn Jahren nicht – nahm die Zahl der Bürger mit Migrationshintergrund zu: von 47800 (2013) auf 52500 (Stand Juni 2015).

 Das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage wird auch in steigenden Mieten deutlich. Von 2012 bis 2014 stieg die Nettokaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat im Schnitt um 4,1 Prozent von 5,55 auf 5,78 Euro. Das ist mehr als im Bundesdurchschnitt. Hier lag die Steigerungsrate im Vergleichszeitraum nur bei durchschnittlich 2,8 Prozent.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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