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Wik ist bereit für neue Mitbewohner

Flüchtlinge Wik ist bereit für neue Mitbewohner

Nach der Sanierung der alten Marinetechnikerschule sollen ab November nach und nach zwischen 400 und 450 Flüchtlinge dort einziehen. Während der jüngsten Ortsbeiratssitzung diskutierten die Wiker Bürger mit Stadtrat Gerwin Stöcken, wie man diese Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft unterstützen kann.

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Ab November sollen die ersten von rund 450 Flüchtlinge in die alte Marinetechnikschule als Gemeinschaftsunterkunft ziehen. Der Wiker Ortsbeirat heißt sie willkommen (von links): Bert Stach, Peter Schlenz, Maria Laatsch, Monika Schürkamp, Ulrike Pollakowski, Folkert Petersen, stellvertretender Vorsitzender Stephan Redlin, Stadtrat Gerwin Stöcken, Delf Stummeyer, Geschäftsführer Hauke Krieg und Vorsitzender Jürgen Engel. Auf dem Foto fehlt Bernd Seele.

Quelle: Karina Dreyer

Wik. Um den Flüchtlingen helfen und einen Weg ebnen zu können, das war allen klar, braucht die Stadt ehrenamtliche Mitstreiter, vor allem aus der näheren Umgebung, heißt: aus dem Stadtteil. Das habe bislang in überwältigender Weise funktioniert, betonte Stöcken. Und auch in der Wik ist die Bereitschaft groß, zu helfen und sich dafür eigens zu vernetzen.

Doch wie kann die Hilfe konkret aussehen? Stöcken wünscht sich vor allem Unterstützung beim Lernen der deutschen Sprache, bei der Selbstständigkeit im Alltag und bei der Bekämpfung von Langeweile. So könne man zum Beispiel den Flüchtlingen die Stadt zeigen, damit sie sich schneller zurechtfinden und sie mit Regeln und Gewohnheiten vertraut machen. Von Seiten der Wiker kamen viele Ideen, Erfahrungen und Fragen. Eine Zuhörerin berichtete von ihrer Wohnungssuche für eine große Flüchtlingsfamilie. Die habe sich als sehr schwierig erwiesen, da die Vermieter nicht selten skeptisch seien und Angst vor zu vielen Menschen in einer kleinen Wohnung hätten. „Viele der Flüchtlinge sind aber bereit, in der Enge zu leben. Nur wir haben damit ein Problem“, sagte Stöcken dazu. Einige Vermieter seien in dieser Welt noch nicht angekommen, andere hingegen seien sehr hilfsbereit. Weiteres Problem: „Es gibt relativ viele Einzelwohnungen, und wir verbrauchen alle viel Fläche für uns“, sagte Stöcken. Es gebe zudem Kieler, die selber eine Wohnung suchten. „Die Sozialpolitik ist besonders gefordert, denn es gibt auch noch das ganz normale Leben, das nicht vergessen werden darf. Die Kieler wollen sich auf ihre Stadt verlassen“, so Stöcken. Um mögliche Ängste und Sorgen rund um das Thema Flüchtlinge aufzufangen, soll es Stammtische geben.

Wo die Stadt helfen kann, versuche sie es: „Wir fördern auch Leute, die die ehrenamtliche Hilfe vor Ort organisieren“, erklärte Kulturreferent Rainer Pasternak. Doch nicht alles sei sinnvoll, wie zum Beispiel Tüten voller Kuscheltiere, stark gebrauchter oder XXL-Kleidung. Wenn die ersten Menschen, meist aus Eritrea oder Syrien, die Gemeinschaftsunterkunft in der Wik beziehen, werden sie vom Christlichen Verein unterstützt. „Sie sollen aber möglichst selbstständig sein, selber kochen und waschen“, betonte Stöcken, der von Seiten des Ortsbeirates ein großes Kompliment für seine Arbeit und seinen Einsatz bekam.

Der Abend zeigte deutlich: Die Wik ist bereit für ihre neuen Mitbewohner. Wie das alles dann auch organisiert werden kann, soll am Mittwoch, 30. September, ab 19.30 Uhr bei einem Treffen in der Lukaskirche besprochen werden.

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