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Keine Angst, viel Entgegenkommen

„Willkommen in der Wik“ Keine Angst, viel Entgegenkommen

Zwei Stunden standen Mitglieder der ehrenamtlichen Initiative „Willkommen in der Wik“ bei famila bereit, um mit Bürgern über ihre Befürchtungen in Bezug auf Flüchtlinge zu sprechen. Statt Sorgen gab es viele Hilfsangebote. Zudem überreichte Ingo Riedel ein Lastenfahrrad für die Gemeinschaftsunterkunft.

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Lastenfahrrad für Flüchtlinge: Famila-Marktleiter Ingo Riedel (rechts) übergab das Rad an die Mitglieder der Willkommensinitiative (von links) Maike Bradler, Ulrike Pollakowski, Maike Weidler und Andreas Meyer.

Quelle: Karina Dreyer

Wik. Die Initiative hatte sich, gerade so kurz nach den Terroranschlägen in Paris, auf Gespräche über Ängste und Sorgen eingestellt. „Doch die Leute waren durchweg positiv, freundlich und interessiert“, fasste Maike Weidler von der Initiative zusammen. Viele hätten nachgehakt, wie sie denn nun in Kiel helfen könnten und trugen Ideen vor.

Spenden und Hilfe auch aus der Geschäftswelt

Famila-Marktleiter Ingo Riedel übergab der Initiative am Sonnabend ein Lastenfahrrad im Wert von über 2500 Euro. „Damit können die Bewohner einen Ausflug machen oder einkaufen. Wir versuchen, zu helfen, wo wir können“, versprach er. Denn die Gemeinschaftsunterkunft liegt gleich nebenan in der Arkonastraße. Eine Dame berichtete der Initiative, dass sie beim Einkaufen beobachtet habe, dass die neuen Nachbarn sehr höflich und zurückhaltend seien, aber doch manchmal Hilfe beim Einkauf oder bei den Pfandautomaten bräuchten. Apothekerin Annalena Steffens bot der Initiative spontan an, unbürokratisch zu helfen, wenn etwas gebraucht werde. Sie stellte auch eine Kiste für die Mitarbeiterinnen auf, in der Spielzeug für die Flüchtlingskinder gesammelt werden.

Petra Früchtnicht erkundigte sich, wie sie sich einbringen könnte. Gerne würde sie den Kindern helfen, „die liegen mir besonders am Herzen“, sagte sie. Die Wikerin hat in der Feldstraße zudem zwei leerstehende Wohnungen entdeckt und sich mit dem Wohnungsamt in Verbindung gesetzt, das ihr versprach sich zu kümmern. Irmgard Sembritzki erzählte, dass sie nach den Anschlägen zwar keine Angst hätte, aber Zweifel, ob das nicht auch in unserer Nähe passieren könne. Deswegen vermeide sie große Ansammlungen von Menschen wie zum Beispiel in großen Einkaufszentren.

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