25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
100 Container auf Parkplatz Tempest

Flüchtlinge in Schilksee 100 Container auf Parkplatz Tempest

Die Stadt rechnet in diesem Jahr mit 4400 Flüchtlingen. Laut Stadtrat Gerwin Stöcken „müssen die Menschen auf alle Stadtteile verteilt werden“. Als neuesten Standort nahm er den Parkplatz Tempest in Schilksee in Augenschein. Noch 2015 sollen 170 bis 180 Flüchtlinge in Wohncontainern für je zwei Personen untergebracht werden.

Voriger Artikel
Jodel-Fieber auf dem Campus Kiel
Nächster Artikel
Neuauflage des Prozesses gestartet

Auf dem unteren Abschnitt des Parkplatzes am Tempest beim Olympiazentrum Schilksee sollen 100 Container für Flüchtlinge aufgestellt werden. Stadtrat Gerwin Stöcken stellte am Montag dem Ortsbeirat und Bürgern entsprechende Pläne vor.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Hinzu kämen Küchen-, Dusch- und Toilettencontainer – insgesamt würden 100 Container aufgestellt. In einer kurzfristig einberufenen Ortsbegehung informierte der Stadtrat für Soziales und Wohnen darüber am Montagnachmittag den Ortsbeirat.

Doch als der Sozialdezernent im Gaffelweg eintraf, hatten sich neben den Ortsbeiratsmitgliedern rund 40 zum Teil aufgebrachte Bürger eingefunden. Der Parkplatz war im Vorfeld als möglicher Containerstandort im Gespräch „Ich habe viel Post bekommen, warum dieser Standort nicht geeignet ist“, gab Stöcken zu und konnte die Bürger beruhigen: „Ich habe mit der Bauverwaltung besprochen, diese Fläche wird nicht in Anspruch genommen.“ Der Grund: „Zu nah an der Nachbarschaft.“ Gleiches Argument brachte er für eine weitere mögliche Fläche an, ein Parkplatz in der Schlimbachallee. Diesen will sich die Stadt laut Stöcken außerdem für den Fall reservieren, dass neuer Wohnraum gebaut werde. „Hier könnte bezahlbarer Wohnraum für ältere Menschen gebaut werden, um demografische Entwicklungen im Stadtteil besser abzufedern, aber auch für Flüchtlinge.“

Lacher bei den Zuhörern

Der nun gefundene Standort für die 100 Flüchtlingscontainer befindet sich im unteren Teil des Tempest-Parkplatzes – zwischen Fördestraße und der Straße Tempest. Dort sollen insgesamt vier Reihen mit je 25 Containern aufgestellt und zwei überdachte Laubengänge geschaffen werden. „Die Flüchtlinge wohnen zu zweit in einem Container, dazu kommen für je sechs bis zehn Leute Dusche, Toilette und Küchencontainer“, erklärte Stöcken. „Die Menschen sind selbstständig, verpflegen sich, kochen und bringen auch Geld in den Stadtteil.“ Diese Aussage sorgte bei den Zuhörern für Lacher. Doch Stöcken blieb unbeirrt: „Lachen Sie nicht. Die Flüchtlinge erhalten den normalen Regelsatz zur Grundsicherung minus zehn, fünfzehn Prozent.“

Eine Bürgerin, die als Mitarbeiterin in einer von zwei verbliebenen Arztpraxen in Schilksee tätig ist, wollte wissen, wie die medizinische Versorgung der Flüchtlinge geregelt sei: „Wir laufen jetzt schon über“, sagte Britta Dulski. Stöcken antwortete, dass die Flüchtlinge nicht an die Arztpraxen im Stadtteil gebunden sind. Das medizinische System in Kiel sei so, dass es auf 4400 Menschen bei 240000 Bürgern nicht ankomme. Viel werde über die Kliniken abgefangen.

Parkflächen werden gesucht

Stefan Schmeer, Inhaber einer Bäckerei in Schilksee, äußerte generelle Bedenken gegen das Vorhaben der Stadt: „Im Sommer sind wir stark frequentiert, dann sind die Bürgersteige vollgeparkt.“ Stöcken gab zu, sich über „das Parken noch keine Gedanken gemacht“ zu haben. Später dachte er allerdings laut darüber nach, die Wiese auf der gegenüberliegenden Seite, die schon zur Kieler Woche zum Parken genutzt wird, darüber hinaus als Parkfläche auszuweisen.

Einige Bürger fühlten sich bei der Entscheidung übergangen. Auch Ortsbeiratsmitglied Frederik Gräter kritisierte: „Es wäre besser gewesen, wenn wir vorher informiert worden wären.“ Stöcken bat um Nachsicht: „Wir haben ernsthaften Druck bei der Unterbringung von Flüchtlingen.“

Für die Schilkseer findet der Informationsfluss nun eine Fortsetzung bei der Ortsbeiratssitzung am 18. November – wegen des erwarteten Bürgerinteresses voraussichtlich um 19.30 Uhr in der Vaasa-Halle.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Flüchtlingshilfe
Foto: Vorstandsmitglied der Hermann Ehlers Stiftung, Angelika Volquartz, überreichte Ole Vent (Mitte) die Auszeichnung. Bischof Gothart Magaard gratulierte.

Die Hermann Ehlers Stiftung hat den Verein Lifeline mit dem Kai-Uwe von Hassel-Förderpreis 2015 ausgezeichnet. Lifeline engagiert sich seit Jahren als Vormundsschaftsverein des Flüchtlingsrats für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3