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Holtenau kann weiter hoffen

Flughafen Holtenau kann weiter hoffen

Der Flughafen Holtenau befindet sich in einem leichten Aufwind. Allein in den ersten acht Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Flugbewegungen – also der Starts und Landungen – in Holtenau um zehn Prozent gegenüber dem Zeitraum 2014 gestiegen, teilte die Betreibergesellschaft Seehafen Kiel mit.

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Holtenau ist streng genommen nur noch ein Verkehrslandeplatz. Dennoch: Immer mehr Geschäftsflieger nutzen das Flugfeld im Kieler Norden.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Die positive Entwicklung setzt sich damit fort. Bereits 2014 konnte der Mini-Airport mit 15350 Flugbewegungen ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Das nährt die Hoffnung, dass der politisch umstrittene Flughafens irgendwann doch auf eigenen Beinen stehen kann – und die Stadt grünes Licht für den dauerhaften Weiterbetrieb gibt.

 Der Strukturwandel ist unübersehbar. Die Hälfte aller Starts und Landungen sind inzwischen gewerblicher Natur. Insbesondere die Zahl der Verkehrsflüge für das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, für die Werften sowie Charterflüge steigen weiter. Immer öfter sind neben großen Flugzeugen mit Turboprop-Triebwerken auch Jets unter den Kunden. Zu den bekanntesten Stammgästen in Holtenau gehört die legendäre Junkers 52 der Lufthansa. Die gute alte Tante Ju mit ihrem stattlichen Gewicht von fast zehn Tonnen startet und landet regelmäßig in Kiel. Die wuchtige Maschine mit den markanten Motoren ist aber längst nicht der größte Kunde des Kieler Flughafens. Das sind Flugzeuge mit einem Gewicht von mehr als 20 Tonnen. Passagiermaschinen dieser Klasse flogen in den ersten acht Monaten bereits 38-mal die Förde an. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2014 waren es nur 30 Landungen. „Darunter war auch ein Flugzeug, das die Handballmannschaft des THW nach Kiel brachte“, sagte Ulf Jahnke, Sprecher des Seehafens Kiel. In diesem Jahr reiste auch das Fußballteam des Bundesligisten VfB Stuttgart zum DFB-Pokalspiel bei Holstein Kiel mit dem Flieger nach Kiel.

 Dass sich der Sprecher des Seehafens zum Flugbetrieb äußert, hat seinen Grund. Die Hafengesellschaft ist seit 2011 für den Betrieb des Flughafens zuständig. Dieser Wechsel hat sich auch in der Bilanz bemerkbar gemacht. Der städtische Flughafen, der genau genommen nur noch als Verkehrslandeplatz klassifiziert ist, schreibt zwar nach wie vor rote Zahlen. Doch das Defizit sinkt. Noch 2011 lag das Minus bei 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Im vergangenen Jahr konnte es im Vergleich dazu auf 600000 Euro halbiert werden. In diesem Jahr rechnet man beim Hafen mit einem Fehlbetrag von nur noch 500000 Euro. Möglich sei dies durch die verstärkte Kombination von Hafen und Flughafen. Werkstätten und auch Personal können zum Teil in beiden Bereichen eingesetzt werden. 13 Mitarbeiter hat der Flughafen.

 Auch die Passagiere haben sich verändert. Wichtige Kunden sind inzwischen Prominente. Sie steuern mit ihren großen Privatmaschinen gern den Flughafen Holtenau an, der noch als eine Art Geheim-Tipp gilt und ein hohes Maß an Diskretion verspricht. Schon deshalb landen Unternehmer, Künstler, Sportler und auch Stars aus dem Showbusiness manchmal lieber in Kiel als in Hamburg. Der mit Abstand prominenteste und mit dem größten Aufwand verbundene Fluggast seit langem war Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, der mit mehreren Hubschraubern im Mai aus Berlin kam. Insgesamt zählte der Flughafen im vergangenen Jahr 6400 Passagiere. Auch diese Zahl könnte Ende des Jahres deutlich höher ausfallen.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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