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Stadt sieht Flugplatz im Aufwind

Flughafen Kiel-Holtenau Stadt sieht Flugplatz im Aufwind

Der Kieler Flughafen ist auf einem guten Weg. Mit dieser Feststellung weisen die Seehafengesellschaft wie auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer Spekulationen zurück, wonach sich aus der Absage des Luftsportverbandes Schleswig-Holstein eine allgemeine Tendenz gegen den Flugplatz in Holtenau ablesen lässt.

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Was wird aus dem Kieler Flughafen? Antworten soll ein Gutachten geben. Das werde noch in diesem Jahr vorliegen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Entgegen ursprünglicher Planungen siedelt sich der Verband mit Sitz in Flensburg nicht in Kiel an, sondern errichtet sein neues Ausbildungszentrum jetzt auf dem Flugplatz Rendsburg-Schachtholm. Zwei Gründe sprachen laut Verbandsgeschäftsführer Michael Frank-Stever gegen Holtenau, wo der Verband bis 1996 seinen Sitz hatte: Zum einen die sehr eingeschränkten Öffnungszeiten, zum anderen die fehlende Planungssicherheit. Erst nach Vorlage des Gutachtens über regionalwirtschaftliche Effekte soll die endgültige politische Entscheidung über die Zukunft des Flugbetriebs in Holtenau fallen. Während die SPD im Rathaus bekanntermaßen am Gewerbegebiet mit Landeplatz festhalten will, setzt der grüne Kooperationspartner auf eine Schließung, um auf dem Areal Wohnungen bauen zu können.

Man habe in Holtenau keinen verbindlichen Zeithorizont erhalten und nur vage Absichtserklärungen bekommen, sagte Frank-Stever. In Schachtholm dagegen sei dem Verband ein bereits erschlossenes, ideales Grundstück für einen Neubau angeboten worden. Dem Verband gehören 31 Vereine und 2800 Mitglieder an. Kämpfer bedauert zwar die Entscheidung der Freizeitflieger. Doch eine allgemeine Abkehr vom Flughafen, wie bereits die Kieler CDU vermutet hat, kann er nicht erkennen. „Die vom Verband kritisierten Öffnungszeiten des Kieler Flugplatzes orientieren sich an den Bedarfen der Hauptkunden, und auch die Sportflieger wissen, dass sie nach Anmeldung ebenso außerhalb dieser Zeiten starten und landen können,“ so Kämpfer. Der Nachteil aus Sicht von Frank-Stever: Für die Piloten wird es durch die dann anfallenden höheren Gebühren zu teuer. In Schachtholm investiert der Verband nun etwa 250000 Euro für ein Gebäude mit 160 Quadratmetern Fläche für seine Landesgeschäftsstelle inklusive Seminarräumen und Ausbildungszentrum für die Luftsportjugend. In Kiel kann aber wie bisher ebenfalls Fliegen gelernt werden, und zwar in der Flugschule. Der Kieler Luftsportverein, Mitglied im Landessportverband, legt auf seiner Homepage ein klares Bekenntnis zu Holtenau ab: „Wir haben vielleicht nicht den besten, nicht den größten, aber in jedem Fall einen der schönsten Flugplätze Deutschlands.“

Aber auch aus einem anderen Grund können die Flughafen-Betreiber gelassen bleiben. Die vom Verband angegebenen 500 Starts und Landungen im Jahr fielen beim Gesamtaufkommen von etwa 16000 Flugbewegungen in Holtenau nur wenig ins Gewicht.

„Wir haben niemanden verloren“, verweist Ulf Jahncke, Sprecher des Kieler Seehafens, auf die gute Auslastung: „Wir haben so gut wie keinen Leerstand.“ Auch wirtschaftlich sieht er den Betrieb auf gutem Weg: Der jährliche Zuschuss des Flughafens liegt mit etwa 500000 Euro bereits um rund 100000 Euro niedriger als 2014. Als die Hafengesellschaft 2011 die Zuständigkeit für den Flughafen übernahm, musste die Stadt noch 1,2 Millionen Euro an Subventionen zahlen. Den Zuschussbedarf so deutlich zu drücken, bezeichnet Jahncke selbstbewusst als „beachtliche Leistung“. Diesen Weg versuche man weiterzugehen. Nach dem Gutachten werde es Klarheit geben. Die Vorlage des Gutachtens, das die jahrelange Hängepartie beenden soll, wird noch in diesem Jahr erwartet.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kommentar

Die Geschichte des Kieler Flughafens steckt voller Turbulenzen. Dabei ist er streng genommen seit 2006, als die letzte Linienmaschine von Holtenau abhob, gar keiner mehr. Als Regionalflughafen war er nie wirtschaftlich erfolgreich. Und es zerschlugen sich bisher auch hochfliegende Pläne für einen Airpark, ein Gewerbegebiet, auf dem sich Luftverkehrsunternehmen ansiedeln.

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