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IHK fordert politische Entscheidung

Flughafen Kiel IHK fordert politische Entscheidung

In der Debatte über einen möglichen Bürgerentscheid zur Zukunft des Flughafens Holtenau setzt sich die IHK zu Kiel „mit allem Nachdruck“ für eine politische Entscheidung ein.

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Wohin steuert die Politik den Flughafen? Der grüne Bürgerentscheid-Vorstoß trifft auf Widerstand.

Quelle: JKK

Kiel. „Wenn es in einer Sachfrage ein große Mehrheit der Kieler Parteien, Ratsfraktionen und sogar innerhalb der Kooperation gibt, dann muss die Politik auch die Kraft und den Mut haben, selber eine Entscheidung zu treffen“, sagt IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater. „Deswegen rufen wir die Politik auf, dieses kontroverse und zum Teil mit Emotionen beladene Thema selbst zu entscheiden.“ Ähnlich argumentierte am Donnerstag Christina Musculus-Stahnke. Die FDP-Fraktionschefin spricht von einem „hilflosen Versuch, die kooperationsinterne Misere dadurch zu lösen, indem man die Entscheidung und damit die Verantwortung auf die Bürgerinnen und Bürger abwälzt“. Der Bürgerentscheid sei überflüssig, weil es „nicht nur innerhalb der Kooperation, sondern auch im Rat insgesamt eine mehr als deutliche Mehrheit für den Erhalt des Flughafens gibt“.

Kritik am bisherigen Verhalten der Stadtpolitik in dieser Frage gibt es auch vom Luftsportverband Schleswig-Holstein. „Welcher Unternehmer wird bei dieser nun Jahrzehnte anhaltenden Hängepartie um den Betrieb oder Schließung des Flughafens entscheiden, sich am Kieler Flughafen anzusiedeln?“, fragt Präsident Martin Busch. Sein Verband hat sich, wie berichtet, mit seinen 28 Vereinen und 2500 Piloten entschieden, sich nicht am Kieler Flughafen, sondern am Verkehrslandeplatz in Schachtholm niederzulassen. Auch die derzeitigen Rahmenbedingungen, „wie überzogene Mieten und das mangelnde Angebot erschlossener Grundstücke“ am Flughafen Kiel seien dafür ausschlaggebend gewesen.

Als Lösung für den Flughafen-Streit innerhalb der Rathauskooperation haben die Grünen in dieser Woche vorgeschlagen, möglicherweise die Bürger über die Zukunft des Kieler Flughafens entscheiden zu lassen. Die Fraktionsspitzen von SPD und SSW signalisieren zumindest Gesprächsbereitschaft. In der Sache stehen sich die Positionen konträr gegenüber: Während die Kieler Grünen eine sofortige Schließung des Flughafens fordern, um die Fläche gemeinsam mit dem MFG-5-Gelände schnell für Wohnbebauung und Gewerbe zu entwickeln, wollen SSW und SPD den Betrieb fortsetzen. Beide Lager sehen sich durch das Gutachten, das im vergangenen Monat präsentiert worden ist, in ihrer Haltung bestärkt.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

Kieler Förde

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der Kieler Förde, dem
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Der Kieler Flughafen ist eine Geschichte von wenigen Höhenflügen, vielen Turbulenzen und langem Stillstand. Genau genommen handelt es sich auch nicht mehr um einen Flughafen, seit 2006 die letzte Linienmaschine von Holtenau abhob.

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