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Flugplatz Holtenau Jetzt ist die Politik am Zug

Schließung oder Weiterentwicklung – wohin steuert der Kieler Flugplatz? Nach dem mit Spannung erwarteten Gutachten über die regionalwirtschaftliche Bedeutung der Landebahn in Holtenau beginnt am Donnerstag die politische Beratung in einer Sondersitzung von drei Ausschüssen.

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Wie soll es weitergehen? Das Gutachten gibt keine eindeutige Empfehlung zur Schließung oder zum Weiterbetrieb ab.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Eine Entscheidung über die Zukunft des Areals soll nach dem Willen der in dieser Frage zerstrittenen Ratsmehrheit von SPD, Grünen und SSW noch in diesem Jahr fallen. Im Vorfeld positioniert sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) nochmals eindeutig für den Erhalt des Flugplatzes: „Die Wirtschaft braucht den Flughafen Kiel.“

 Die Beratung des Gutachtens ist heute der einzige Tagesordnungspunkt von Haupt-, Wirtschaft- und Bauausschuss. Wie berichtet, sollte das Büro Prognos die Folgen von zwei Entwicklungsperspektiven für das Gelände untersuchen: die von der SPD, CDU, FDP und SSW favorisierte Fortführung des Betriebs einschließlich der Ansiedlung von Gewerbe sowie die von den Grünen und Linken propagierte Schließung, um einen neuen Stadtteil für Wohnen und Gewerbe zu bauen. Der jetzt vorgelegte Bericht brachte jedoch nicht die erhoffte eindeutige Antwort. Da laut Expertise für beide Seiten gute Argumente sprechen, formulierten die Gutachter zwei Kompromissoptionen zwischen einem sofortigen Schließungsbeschluss und einem Festhalten für einen verbindlichen Zeitrahmen, um dann erneut zu entscheiden.

 Das rief die Wirtschaft auf den Plan, die wie die Gewerkschaften für den Erhalt des Betriebs trommelt. „Gerade die Unternehmen mit nationaler und internationaler Ausrichtung brauchen leistungsfähige Verkehrsanbindungen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann. Für eine Region mit Randlage sei es wichtig, über möglichst viele Verkehrsanbindungen zu verfügen. „Was einmal weg ist, ist weg“, warnte er davor, die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes zu verspielen.

 Auch die in Kiel ansässigen Unternehmen German Naval Yards und Walterwerk werten die Luftverbindung als wichtigen Standortvorteil: „Für unsere Kunden und Geschäftspartner ist es extrem wichtig, auch kurzfristig nach Kiel per Flieger kommen zu können“, sagte Susanne Wiegand, Geschäftsführerin des Schiffbauers an der Kieler Förde. Ähnlich äußert sich auch Andreas Eule, Geschäftsführer von Walterwerk: „Für uns kann ein Flughafen in Kiel eine weitere wichtige Alternative sein, um schnell zu unseren Kunden zu gelangen, denn Schnelligkeit bei einer zugleich verlässlichen Dienstleistung sind für uns wesentlich, um unsere Kunden zufrieden zu stellen.“

 Diese Beispiele unterstreichen aus Sicht der IHK die Forderung an Stadtverwaltung und Kommunalpolitik, jetzt für eine mindestens zehn- bis 15-jährige Phase der Planungssicherheit zu sorgen. Die Grünen führen dagegen die jährliche Subventionierung von etwa 500000 Euro gegen den Flugplatz ebenso ins Feld wie die Wohnraumnot in der wachsenden Stadt. Das Thema Flughafen-Gutachten steht bei ihnen daher auch auf der Mitgliederversammlung am 8. November ganz oben an.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Ausschusssitzung
Foto: Etwa 16.000 Starts und Landungen von Freizeit-, Sport- und  Geschäftsfliegern verzeichnet der Flugplatz jährlich.

Das Thema „Zukunft des Kieler Flughafens“ bescherte der Sondersitzung von Haupt-, Bau- und Wirtschaftsausschuss eine Menge Gäste. Auf die Gutachter von Beratungsbüro Prognos, die ihre 157-seitige Expertise vorstellten, prasselten dabei viele Fragen nieder.

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