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Marine bündelt ihre Schlepper

Förde Marine bündelt ihre Schlepper

Die Marine zieht ihre Ostsee-Schlepper in Kiel zusammen. Wie ein Sprecher bestätigt, wurden die militärischen Schlepper aus den Stützpunkten Warnemünde und Eckernförde abgezogen. Zentraler Heimathafen für die Bundeswehrschiffe an der Ostsee ist jetzt Kiel.

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Fahren wieder Seite an Seite: Die Schlepper „Langeness“ (vorn) und „Lütje Hörn“ sind zusammen mit dem Schlepper „Nordstrand“ im Tirpitzhafen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. In Kürze soll auch das Ölbekämpfungsschiff „Bottsand“ von Warnemünde nach Kiel verlegt werden. Ziel ist, so die Charter-Kosten für zivile Schlepper zu senken. „Deshalb fiel die Entscheidung zur Zusammenlegung in Kiel“, sagte Fregattenkapitän Achim Winkler, Sprecher der Marine in Kiel.

 Am Kieler Marinestützpunkt fallen die meisten Schleppaufgaben an. Neben deutschen Marineschiffen sind, wie etwa im September, auch regelmäßig ausländische Nato-Einheiten zu Gast. Deshalb wird die vor einigen Jahren erfolgte gleichmäßige Verteilung der drei bundeseigenen Schlepper auf die drei Standorte jetzt zurückgenommen. Bislang war in Kiel lediglich der Schlepper „Lütje Hörn“ beheimatet. Die „Nordstrand“ lag in Eckernförde. Die „Langeness“ war erst 2012 von Kiel nach Warnemünde verlegt worden.

 In den beiden vergangenen Jahren kam es regelmäßig vor, dass in Kiel der verbliebene Schlepper „Lütje Hörn“ überlastet war. Die Bundeswehr musste Schlepper von zivilen Reedereien einchartern. In Eckernförde und Warnemünde lagen dagegen die Schlepper beschäftigungslos an der Pier.

 Grund: In Kiel gibt es neben dem Tirpitzhafen auch noch die Munitionspier Jägersberg, das Arsenal und die Entmagnetisierungsanlage. Für Kanalpassagen von U-Booten und Fregatten werden außerdem Schlepper benötigt. Wurden zivile Schlepper gechartert, fielen erhebliche Kosten an: Bei Sätzen von 800 bis 1200 Euro pro Stunde für zivile Schlepper, zog die Marine jetzt die Notbremse.

 „Mit dem Pool soll überprüft werden, ob der Betrieb so noch effizienter möglich ist“, sagte Winkler. Wenn andernorts Bedarf entstehe, werde unter Kostenaspekten überprüft, ob Schlepper aus Kiel entsandt oder ob vor Ort zivile Schlepper gechartert werden. Ende kommenden Jahres will die Bundeswehr die Kosten intern auswerten.

 Eine erste Folge des „Schlepper-Pools“ wurde bereits am Sonnabend sichtbar: Der Tender „Werra“ hatte für das Einlaufmanöver in den Tirpitzhafen zwei Schlepper geordert. Damit sollte das 100 Meter lange Schiff sicher an die Tirpitzmole gebracht werden. Für diesen Auftrag hätte der Schlepper „Lütje Hörn“ eine Woche zuvor noch einen zivilen Schlepper zur Unterstützung bekommen. Am Sonnabend half bereits die „Langeness“.

 Für die zivilen Schlepper bedeutet diese Entscheidung weniger Aufträge. „Das ist schon spürbar“, sagte Ansgar Stalder, Betriebsleiter der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK). Deren Schiffe sind aber auch so gut ausgelastet: „Einen Mangel an Arbeit haben wir nicht.“

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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