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Hochmoderner Anleger geht in Betrieb

Fördedampfer in Schilksee Hochmoderner Anleger geht in Betrieb

Die Kieler Fördeschifffahrt ist das Sorgenkind des öffentlichen Personennahverkehrs der Landeshauptstadt. Die Schiffe sind überaltert, viele Anleger sind marode und die Fahrpläne nicht zeitgemäß. Ein erster Schritt ist die Modernisierung der Fähranleger. In Schilksee gab es am Montag eine feierliche Einweihung.

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Lutz Oschmann, Sabine Schirdewahn und Ulf Kämpfer weihten den neuen Fähranleger in Schilksee nach weniger als einem Jahr Bauzeit ein.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Dabei könnte die Stadt gerade angesichts der enormen Schadstoffbelastung am Theodor-Heuss-Ring dringend eine Entlastung beim Querungsverkehr zwischen West- und Ostufer gebrauchen. Für 3,9 Millionen Euro war der Anleger neu gebaut worden. Statt der starren Brücke ist der neue Anleger auf einem Schwimmponton gebaut. Dadurch ist er auch für Menschen mit Behinderung, Radfahrer und Kinderwagen frei zugänglich.

Schilksee ist der fünfte neue Anleger. „Damit wurden jetzt 15 Millionen Euro in die neuen Anleger investiert. Und dieses Geld ist gut investiert“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) stolz. Zusammen mit Sabine Schirdewahn als Leiterin des für den Anlegerunterhalt zuständigen Eigenbetriebs und Lutz Oschmann als Aufsichtsratsvorsitzendem der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) durchschnitt Kämpfer ein rotweißes Absperrband zur symbolischen Eröffnung des Anlegers. Kämpfer dankte den beteiligten Firmen Züblin und Leptin sowie der Elbewerft in Rosslau für den schnellen Bau des neuen Anlegers. Der alte wurde 1963 gebaut und im Herbst 2015 abgerissen.

Anwohner wollen mehr Anfahrten

Bei den Anwohnern stieß die Eröffnung auf ein geteiltes Echo. „Das ist ja schön und gut. Aber warum fährt den nur dreimal am Tag eine Fähre an? Wenn die Fähren öfter kämen, würden auch mehr Menschen die Schiffe nutzen“, fragte ein Anwohner Lutz Oschmann. Er nahm die Anregung mit und versprach, sich darum zu kümmern. In den vergangenen zehn Jahren wurden die Anleger Falckenstein, Reventlou, Mönkeberg, Wellingdorf und Schilksee mit Pontonanlegern ausgestattet. Das sind aber erst fünf von zwölf Anlegern. Wann die restlichen Anleger folgen, steht noch nicht fest. Dafür kommt Bewegung in die Neubauplanungen der ebenfalls überalterten SFK-Flotte. Die zur Eröffnung nach Schilksee gekommene „Heikendorf“ ist stolze 32 Jahre alt.

Auf die Frage nach dem Ersatz kam eine klare Antwort: „Im Herbst fällt eine Entscheidung. Es geht dabei um die Frage des Antriebs“, sagte Oschmann. Geplant sei zunächst der Neubau von zwei Fähren. SFK-Chef Andreas Schulz und Betriebsleiter Ansgar Stalder haben sich bereits Projekte angeschaut. Die neuen Fähren sollen Elektromotoren bekommen. „Wir brauchen ein Konzept, dass auch länger als 20 Jahre zeitgemäß ist“, sagt Oschmann. Schulz und Stalder haben bereits genaue Vorstellungen. „Die Lage an der Förde prägt das Leben in Kiel, zu dem die Fähren natürlich dazugehören“, gab Kämpfer den Kurs vor.

Was die Erneuerung der Fähren angeht, drängt auch ein weiterer Aspekt: der barrierefreie ÖPNV. Die 2013 in Kraft getretene Novelle des Personenbeförderungsgesetzes sieht die Verpflichtung vor, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bis 2022 zu gewährleisten. Mit den gegenwärtigen Schiffen ist das baulich nur mit erheblichem Aufwand möglich. Deshalb ist die Stadt zum Handeln gezwungen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Schilksee
Foto: So sieht er aus, der neue Fähranleger für Kiel-Schilksee.

Der neue Fähranleger für Kiel-Schilksee ist da: Der Hamburger Schlepper "Vincent" hat ihn am Sonntag in die Landeshauptstadt gebracht. Für den Einbau des neuen Ponton-Anlegers wird die südliche Zufahrt zum Olympiahafen für Sportboote am Montag bis etwa 15 Uhr voll gesperrt sein.

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