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Unterstützung in schweren Stunden

Förderkreis Unterstützung in schweren Stunden

Seit 30 Jahren besteht der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche in Kiel. Unzählige Familien haben in dieser Zeit Unterstützung in schweren Stunden durch den Verein und das psychosoziale Team erfahren. Auch zur Ausstattung der Kinderkrebsstation M1 im UKSH haben die ehrenamtlich Aktiven des Förderkreises erheblich beigetragen.

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30 Jahre alt wird der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche. Ehrenamtlich engagieren sich Vorsitzender Bernd Kruse, Schatzmeisterin Meike Ehrlich und der erste stellvertretende Vorsitzende Ralf Lange (von rechts).

Quelle: Karin Jordt

Kiel. Aus einem Elterntreffen entstand die Gruppe im Herbst 1985. Der gemeinnützige Verein sollte die Aufgabe haben, die Familien in der schwierigen Situation nicht allein zu lassen, sondern einen Raum für Austausch, Fragen und Ängste zu geben. Längst kommen die kleinen Patienten nicht nur aus der Landeshauptstadt, sondern aus ganz Norddeutschland und dem Ausland, um von den Kieler Spezialisten behandelt zu werden.

 Vorsitzender Bernd Kruse aus Fockbek ist schon seit 27 Jahren Mitglied. Als seine kleine Tochter damals an Leukämie erkrankte, vermisste er jemanden, mit dem er seine Sorgen in Ruhe besprechen konnte. Auch die Ausstattung der Station war nicht optimal: „Es gab nicht einmal eine Waschgelegenheit für Eltern“, erinnert er sich. Auch Ralf Lange, erster stellvertretender Vorsitzender, kam durch persönliche Erlebnisse zum Förderkreis: „Mein Sohn war 1994 erstmals an Morbus Hodgkin erkrankt“, erzählt er, 14 Jahre später habe es ein Rezidiv dieser aggressiven, bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems gegeben. „Mir hilft es, wenn ich etwas tun kann“, sagt der Kronshagener. Also engagierte er sich im Verein, um die Situation sowohl für die Kinder wie auch für die Angehörigen zu erleichtern. Schatzmeisterin Maike Ehrlich erkrankte 1995 im Alter von 14 Jahren an Knochenkrebs und weiß, wie es einem Kind oder Jugendlichen geht, wenn eine monate- bis jahrelange, risikoreiche und belastende Therapie im Krankenhaus durchgemacht werden muss.

 Allein für die Aufstockung der Kinderkrebsstation M1 am UKSH Kiel, die 2002 nach langer Planung mit Aufenthaltsraum, Küche und einem Spielzimmer eingeweiht werden konnte, investierte der Verein eine halbe Million Euro aus Spenden. Weiter wurden viele Anschaffungen für die Station gemacht – von Mobiliar, Spielen, Büchern und Küchenausstattung bis Telefonen, damit die kleinen Patienten ihre Eltern anrufen konnten.

 Sehr wichtig ist, dass der Förderkreis ein psychosoziales Team finanziert, das die Familien zu Hause oder im Krankenhaus berät, betreut, informiert und begleitet, Spiel- und Bastelnachmittage anbietet, Aktivitäten für Geschwisterkinder organisiert und die Ressourcen der Familie stärkt. In einer Elterngruppe können Erfahrungen ebenfalls ausgetauscht werden.

 Auch das Elternhaus, Forstweg 1, ist ein Projekt des Förderkreises: Dort können Eltern von außerhalb in der Nähe der Klinik während der Dauer der Therapie wohnen. Das Ferienhaus „Thea“ in Fargau mit neun Plätzen wurde so umgebaut, dass Familien mit krebskranken Kindern dort Urlaub machen können. „Das Haus ist inzwischen bundesweit bekannt“, berichtet Rolf Lange, der sich besonders darum kümmert. Finanziert wird die Unterhaltung des Gebäudes ebenfalls über Spenden und über die Vermietung. Andere Bauprojekte der Klinik hat der Förderverein nicht nur unterstützt, sondern auch schon bei der Planung mitgewirkt: „Denn wir Eltern wissen, was wir vermisst haben“, betont Lange. Öffentliche Mittel gibt es nicht, daher müssen jedes Jahr etwa 250000 bis 300000 Euro an Spenden gesammelt werden.

Auch Dr. Simon Vieth, Oberarzt im Bereich Kinderonkologie und -Hämatologie am UKSH, schätzt das große Engagement des Förderkreises, vor allem im pädagogischen und psychosozialen Bereich, aber auch durch die Anschaffungen für die Station: Der Verein helfe, einen kindgerechten Alltag soweit wie möglich aufrecht zu erhalten – „trotz der vielen Einschränkungen, die eine Therapie mit sich bringt.“

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