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Ausländische Studierende Suche nach Sicherheit

Der Verein zur Förderung ausländischer Studierender in Kiel hat seit seiner Gründung im Jahre 1995 insgesamt 659 ausländische Studierende in akuten Notsituationen an den drei Kieler Hochschulen finanziell unterstützt. Zuletzt sind die Antragszahlen stark gestiegen, die Mittel des ehrenamtlich geführten Fördervereins aber geschrumpft.

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Wohnung, Möbel, Rechner – für alles brauchen gerade die ausländischen Studierenden günstige Angebote. Sie mussten zwar vor Studienbeginn nachweisen, ihre Ausbildung finanzieren zu können. Viele würden aber im zweiten Studienjahr durch unerwartete Ereignisse in existenzielle Problemsituationen geraten.

Quelle: Angelika Warmuth/dpa

Kiel.  „Wir versuchen zu helfen, wenn Unterstützungsleistungen anderer Träger nicht mehr zur Verfügung stehen“, sagt Prof. Frank Kempken vom Botanischen Institut der Christian-Albrechts-Universität, der seit 2014 Vorsitzender des Fördervereins ist. Die meisten ausländischen, in der Regel nur Englisch sprechenden Studierenden hätten zwar vor Studienbeginn nachgewiesen, ihr Studium finanzieren zu können. Viele würden aber im zweiten Studienjahr durch unerwartete Ereignisse in existenzielle Problemsituationen geraten.

 Mit Beträgen zwischen 150 bis 400 Euro für zwei bis drei Monate oder kleinen Zuschüssen versucht der Förderverein die größte Not zu lindern. „Häufig reichen diese Beträge nicht einmal aus, um den Antragstellern auch nur übergangsweise eine sichere Perspektive zu bieten“, sagt Frank Kempken. Sie würden aber eine Fortsetzung des Studiums und sehr oft auch einen erfolgreichen Studienabschluss ermöglichen.

 Die Probleme für den Verein: Mit Blick auf weiter steigende Zahlen ausländischer Studierender und die Situation studierwilliger Flüchtlinge, werden die bisherigen Spendenmittel des Fördervereins absehbar nicht mehr ausreichen. Wie Frank Kempken erläutert, seien die verfügbaren Geldmittel des 70 Mitglieder zählenden Vereins, der sich ausschließlich über Mitgliederbeiträge und Spenden finanziert, in diesem Jahr leider rückläufig. Statt der erwarteten 30000 Euro wie in den Vorjahren, seien nur 25000 Euro verzeichnet worden. Mittel- und längerfristig gehe man von einer noch größeren Förderlücke aus.

 „Wir freuen uns daher über neue Vereinsmitglieder und weitere Spenden, um auch zukünftig zumindest in Notfällen angemessen helfen zu können“, sagt Frank Kempken. Nähere Informationen über Aufnahme- und Spendenmodalitäten stehen auf der Vereinshomepage www.vfas-kiel.de. Dort ist auch der erstmals erschienene Newsletter einzusehen.

 In dem Geschäftsjahr 2014/2015 hat der Förderverein 62 Bewilligungen für 14 Frauen und 45 Männer im Erst- oder Masterstudium (49 Studierende) und Promotionsstudium (10) bewilligt. 52 der ausländischen Studierenden sind an der Christian-Albrechts-Universität und sieben an der Fachhochschule eingeschrieben. An der Muthesius Kunsthochschule wurde kein Antrag gestellt. Die meisten der unterstützten Studierenden aus insgesamt 26 Herkunftsländern kamen aus Indien und Kamerun (jeweils 9), Syrien (8) sowie Ägypten und Ghana (jeweils 4). In diesem Geschäftsjahr hat der Verein 29 108 Euro an der Fördergeldern vergeben. Seit seiner Gründung waren es 502 966 Euro. Davon sind 98 Prozent in die direkte Förderung betroffener Studierender geflossen. Zurzeit sind an den drei Kieler Hochschulen 32 565 Studierende eingeschrieben. Davon kommen 2 564 (7,9 Prozent) aus dem Ausland.

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