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Nachwuchspreis geht an Kieler

Forschen auf allerhöchstem Niveau Nachwuchspreis geht an Kieler

Die grundlegenden Eigenschaften von Magneten haben die meisten sicherlich im Schulunterricht kennengelernt. Der „Nordpol“ war meist rot, der „Südpol“ grün. Hier dürfte sich auch Enno Lage erstmals intensiver mit Magneten beschäftigt haben.

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Setzt seine Karriere nach einem zweijährigen Aufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge jetzt an der Förde fort, wo er bereits sein Diplom erworben hat: Wissenschaftler Enno Lage an einem Mikroskop am Institut für Materialwissenschaft der Technischen Fakultät.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel.  Inzwischen sind magnetische Materialien das Spezialgebiet des 32-jährigen Materialwissenschaftlers. Für seine Forschungsarbeit zu speziellen Magnetfeldsensoren in der Medizintechnik hat der Postdoktorand der Christian-Albrechts-Universität – er hat den Doktorgrad erlangt und ist nun befristet angestellt – gerade den Nachwuchspreis der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde bekommen. Seine wissenschaftliche Karriere setzt er nach einem zweijährigen Aufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge jetzt an der Förde fort, wo er bereits sein Diplom erworben hat. „Wir sind hier in Kiel im Bereich Materialwissenschaft qualitativ sehr hochwertig ausgestattet und können auf sehr hohem Niveau forschen“, sagt Lage. „Das ist vor allem auch durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen möglich.“

"Weltweit einzigartig"

Die gute technische Ausstattung ist ein Pfund, mit dem die Kieler Uni wuchern kann – gerade auch weil sie nach Lages Einschätzung „nicht so überlaufen“ ist wie andernorts. So könne er die Mikroskope in den Laboren hier auch kurzfristig nutzen, anders als in den USA. Als „weltweit einzigartig“ bezeichnet Lage das in Kiel vorhandene Kerr-Mikroskop, das sich insbesondere dazu eignet, Übersichtsaufnahmen von einer Probe zu erstellen. Ein anderes Mikroskop, das ebenfalls „einigermaßen selten“ ist, ermöglicht es, die Magnetisierung einer Probe zeitgleich in horizontaler und vertikaler Richtung zu untersuchen. Die Geräte nutzte er unter anderem schon für seine Doktorarbeit, aber auch für seine Forschungen am MIT. Lage hatte dort in einem Projekt zur Speichertechnologie mitgearbeitet und magnetische Nanodrähte untersucht. Seine Chefin hatte er auf einer Tagung kennengelernt und für den Aufenthalt ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austausch-Dienstes (DAAD) bekommen. In seinem neuen Projekt in Kiel, das übrigens gar keinen offiziellen Namen hat und über das er nicht zu viele Einzelheiten verraten will, beschäftigt er sich mit den Mikro- und Nanostrukturen von magnetischen Filmen. Auch eine Vorlesung über magnetische Materialien wird er in diesem Wintersemester halten.

"Geld war nicht das Problem"

Sein Interesse an physikalischen und chemischen Fragestellungen hat er bereits in der Schule entdeckt. „Es hat mir Spaß gemacht und fiel mir relativ leicht“, sagt er. Ein Freund machte ihn auf das Fach Materialwissenschaft aufmerksam, das die Ansätze von Natur- und Ingenieurwissenschaften mit dem Ziel kombiniert, Werkstoffe zu erforschen, zu entwickeln, zu prüfen oder zu charakterisieren. Zunächst lagen ihm nicht alle Aspekte, wie Lage einräumt: „Anfangs habe ich E-Technik gehasst, jetzt setze mich fast täglich damit auseinander.“ Rasch fuchste er sich in den Studiengang ein und sammelte erste Auslandserfahrungen. Seine Diplomarbeit schrieb er während eines Aufenthalts an der Königlich Technischen Hochschule (KTH) in Stockholm und in einem schwedischen Unternehmen.

Wenn Lage die akademischen Gepflogenheit im Ausland mit den hiesigen vergleicht, fallen einige Unterschiede auf. So sei es in den USA deutlich schwerer, eine finanzielle Förderung für ein Projekt zu bekommen als hierzulande. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewillige knapp ein Drittel der Anträge, bei der National Science Foundation (NSF) seien es weniger als zehn Prozent. Wenn die US-Stiftung jedoch eine Förderung zusage, falle diese üppiger aus. „Am MIT war Geld nicht das Problem, das war da“, sagt er.

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