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57-Jähriger soll Frau erstochen haben

Prozessbeginn wegen Totschlags 57-Jähriger soll Frau erstochen haben

Wegen einer tödlichen Messerattacke auf seine frühere Lebenspartnerin muss sich ein 57-jähriger Mann vor dem Kieler Landgericht verantworten. Die Anklage lautet auf Totschlag. Demnach stach der Mann im Streit über 20 Mal auf die Frau ein und tötete sie „ohne Mörder zu sein“, sagte der Staatsanwalt zu Prozessbeginn.

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Wegen einer tödlichen Messerattacke auf seine frühere Lebenspartnerin muss sich ein 57-jähriger Mann vor dem Kieler Landgericht verantworten.

Quelle: Malte Christians/ dpa

Kiel. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Die 55-Jährige starb am 30. Juli 2015 noch in ihrer Norderstedter Wohnung. Nachbarn hatten ihre Hilferufe gehört und die Polizei alarmiert. Der 57-Jährige wurde noch am Tatort festgenommen. Vor dem Eintreffen der Polizei hatte er sich selbst, die Leiche und das Tatmesser vom Blut gereinigt, wie er zu Prozessbeginn bestätigte.

Am Tatabend habe er im Streit auf die Frau eingestochen, gestand der Angeklagte. Nach seinen Worten fühlte er sich von dem Opfer bedroht. Er habe ihr ein Küchenmesser entwunden, mit dem sie zuvor eine Wassermelone geschält habe. Einzelheiten erinnere er aber nicht, sagte der Mann. Bei seiner Aussage schluchzte er hin und wieder. Auch die Schwester des Opfers als Nebenklägerin konnte ihre Gefühle kaum zurückhalten. Immer wieder weinte sie und verließ vorübergehend den Gerichtssaal.

Hintergrund der Tat war offenbar die Illegalität und Obdachlosigkeit des Angeklagten, der 1999 aus Ghana nach Deutschland gekommen war. Sein Asylgesuch war abgelehnt worden, wie er berichtete. Vor mehreren Jahren sei er zu dem späteren Opfer gezogen. Zuvor schlug er sich demnach in Deutschland illegal als Tellerwäscher und Küchenhelfer durch. Bei Polizeikontrollen habe er falsche Identitäten angegeben.

Nach seinen Angaben waren er und das spätere Opfer nach afrikanischem Ritus verheiratet. Um seinen Aufenthaltsstaus legalisieren zu können, hätten beide angeblich auch offiziell in Portugal heiraten wollen. Doch die Partnerin habe einen Rückzieher gemacht. Sie habe ihn vor die Tür gesetzt, sagte er.

Nach Intervention ihrer Kirchengemeinde habe sie ihm aber vorübergehend erlaubt, bei ihr im Wohnzimmer zu übernachten. Zuvor habe er sich bei ihr auf Knien für angebliche Beleidigungen entschuldigt, sagte er. Den Wohnungsschlüssel nahm sie ihm aber ab. Er musste sich jedes Mal telefonisch anmelden, um eingelassen zu werden. Als sie ankündigte, ein paar Tage wegfahren zu wollen, bat er sie nach eigener Aussage, dennoch in ihrer Wohnung bleiben zu dürfen. Als sie das ablehnte, sei die Situation eskaliert. Für das Verfahren sind drei Verhandlungstage geplant. Das Urteil wird am 23. März erwartet.

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