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Algerier als Adler getarnt auf der Förde

Fregattenneubau Algerier als Adler getarnt auf der Förde

Auf der Ostsee hat am Dienstag die Erprobung des neuen Flaggschiffs der algerischen Marine begonnen. Der Fregattenneubau „910“ der Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) wird bis zum Wochenende erstmals auf den maritimen Prüfstand gestellt.

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Auf der Ostsee hat am Dienstag die Erprobung des neuen Flaggschiffs der algerischen Marine begonnen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das 121 Meter lange Schiff gehört zu einem Milliarden-Auftrag aus Algerien für die Kieler Werft Thyssenkrupp Marine Systems. Das nordafrikanische Land lässt seine Flotte mit Kieler Hilfe grundlegend modernisieren. Zum Paket gehören auch zwei Fregatten der Meko-Klasse, sechs Marinehubschrauber und Hilfe beim Aufbau eines neuen Marinearsenals im Stützpunkt Oran. Das Auftragsvolumen beläuft sich nach Medienberichten aus Algerien auf 2,1 Milliarden Euro. Außerdem ist der Bau von zwei weiteren Fregatten nicht ausgeschlossen.

Die erste Fregatte wurde in Kiel im Dezember nach nur einem Jahr Bauzeit ausgedockt und innerhalb von neun Monaten ausgerüstet. Die Erprobung markiert jetzt den Start der Systemtests auf hoher See. Da weder die Werft noch die Zulieferer auf Wunsch Algeriens Angaben zu dem Auftrag machen dürfen, erfolgt alles unter strenger Geheimhaltung. Für die Probefahrt wurde die neue Fregatte deshalb auch im Kieler Schiffsregister mit dem Namen „Adler“ eingetragen. Am Bug weht außerdem die Landesflagge von Schleswig-Holstein, am Heck steht auf einem weißen Tuch Kiel als Heimathafen.

Den tatsächlichen Namen bekommt das Schiff erst nach der Übergabe an Algerien. Die erste Phase der Erprobung erfolgte am Dienstag auf der Kieler Förde. Dort wurden die beiden  Einsatzboote des Schiffes getestet und der Kompass überprüft. In der Nacht zu heute fuhr die Fregatte durch den Großen Belt ins Skagerrak, wo sie weitere Erprobungen absolvieren wird. Inzwischen ist im Dock 7 von TKMS bereits das Schwesterschiff zum Ausdocken vorbereitet worden. Die beiden Schiffe sollen im nächsten Jahr von Kiel aus nach Algerien verlegt werden.Die Werft TKMS hat gegenwärtig erstmals wieder zehn Kriegsschiffe im Überwasserbereich im Auftragsbestand. Neben den beiden Fregatten für Algerien werden in Hamburg vier Fregatten für die Deutsche Marine gebaut.

In Kürze soll in Kiel auch der Bau von vier Korvetten für Israel beginnen. 

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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