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War die Bürgerbeteiligung ein Schlag ins Wasser?

Freibad Katzheide War die Bürgerbeteiligung ein Schlag ins Wasser?

Wie soll es mit Katzheide weitergehen? In sieben Versammlungen ist versucht worden, Ideen und Perspektiven für das Freibad zu entwickeln. Aus Sicht von Moderatorin Ute Fischer-Gäde war die Öffentlichkeitsbeteiligung jedoch teilweise ein Schlag ins Wasser. Jetzt ist die Politik gefragt.

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Engagiert gingen nach Meinung der Moderatorin die Kinder und Jugendlichen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zu Katzheide ans Werk. Weniger positiv fällt das Urteil zu den Erwachsenen aus.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. „Vor dem Hintergrund von über 9000 abgegebenen Stimmen beim Bürgerbegehren beteiligten sich überraschend wenige Bürger“, nennt der auch für Sport zuständige Stadtrat Gerwin Stöcken einen aus seiner Sicht gravierenden Makel des Beteiligungsverfahrens. Ebenfalls unzufrieden ist die fürs Beteiligungsverfahren zuständige Moderatorin Ute Fischer-Gäde. Von Beginn an habe sich bei den Veranstaltungen für Erwachsene der Teilnehmerkreis überwiegend aus Angehörigen des Vereins „Katzheide Ja!“ und der Wählergemeinschaft Wir in Kiel zusammengesetzt. Dieser Personenkreis habe das Ergebnis des Bürgerbegehrens und der Ratsbeschlüsse so interpretiert, „dass das Bad im jetzigen Zuschnitt zu erhalten sei“. Weiter heißt es in Fischer-Gädes Abschlussbericht: „Gesprächsbereitschaft zur Weiterentwicklung legte dieser Teil der aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht an den Tag. Das massive Auftreten dieser Beteiligungsgruppe erzeugte ein Klima, in dem abweichende Meinungen kaum vorgetragen wurden.“

 Vorgestellt wurde der Bericht am Mittwochabend durch Hanno Treuer vom Sportamt der Stadt. Besonders in der Frage, ob es beim 50-Meter-Becken für Katzheide bleiben muss oder vielleicht 25 Meter ausreichen, erkannte auch er keinen großen Willen zum Dialog. Der Tenor der Öffentlichkeitsbeteiligung laufe darauf hinaus, dass alles so bleiben soll wie es ist – und dass entsprechend saniert wird. Die Stadt hingegen strebe ein „zeitgemäßes und wirtschaftliches Konzept“ an, das Katzheide außerdem besser in den Sportpark integriert.

Die Politik muss eine Lösung finden

 Wirklich weitergebracht hat die Öffentlichkeitsbeteiligung die Diskussion um das Freibad, das erst nach einem Bürgerbegehren vor der Schließung bewahrt werden konnte, also offenbar nicht. Jetzt muss laut Treuer „die Politik eine möglichst gute Lösung finden“. Nach dem Ortsbeirat befasste sich bereits am Donnerstag der Ausschuss für Schule und Sport damit, am 16. Februar kommt die Angelegenheit in die Ratsversammlung.

 Aufs Tempo drückt unterdessen der Ortsbeirat Gaarden. Auf Antrag von Gigi Ernst-Bretschneider (Grüne) fordert er die Verwaltung auf, bis zum kommenden Sommer ein komplettes Sanierungskonzept für Katzheide vorzulegen. Ob darin ein 50-Meter-Becken oder nur ein halb so großes stehen soll, das lassen die Stadtteilvertreter offen.

 Beruhigendes ergab sich immerhin auf Nachfrage von Heinz-Rudolf Jungnickel (SPD), der wissen wollte, wie es um die Saison 2017 steht. Katzheide sei „betriebsbereit“, versicherte Hanno Treuer, einer Eröffnung in der warmen Jahreszeit stehe nichts im Wege.

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