12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Katzheide-Freunde erleichtert: Becken bleibt tief

Freibad in Kiel-Gaarden Katzheide-Freunde erleichtert: Becken bleibt tief

Deutlich harmonischer als der Planungsworkshop drei Wochen zuvor verlief am Freitagabend der Auswertungsspaziergang zur Katzheide-Zukunft. Wegen des regnerischen Wetters fand er zwar weitgehend in der Sozialkirche neben dem Schwimmbad statt, doch die Botschaften kamen auch so rüber.

Voriger Artikel
„Spiele ohne Grenzen“ in Russee
Nächster Artikel
Kieler Inklusions-Modell wird Vorbild

Zwei Stunden lang wurde erst einmal unterm Kirchendach diskutiert, danach unternahmen die Katzheidefreunde dann aber auch noch einen kleinen Spaziergang durch das Freibadgelände.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Wichtig für die Freunde des klassischen Katzheide war vor allem die Aussage, dass die Begrenzung der Wassertiefe auf 1,10 Meter vom Tisch ist. Moderatorin Ute Fischer-Gäde, Landschaftsplanerin Maria Julius und Sportstättenplaner Thomas Albertin betonten immer wieder, dass die vier vorgelegten Szenarien nichts anderes als Denkanstöße seien. „Wir geben nur Anregungen, damit Argumente dafür und dagegen genannt werden können“, versicherte Fischer-Gäde und fügte zur Erleichterung der etwa 40 Teilnehmer hinzu: „Bei den Tiefen sind wir flexibel.“

Tatsächlich war die Aufregung um die vor drei Wochen ins Gespräch gebrachte Variante mit kleinerem Becken und 80 bis 110 Zentimeter Wassertiefe vermeidbar, denn laut einschlägiger Vorschrift muss ein Schwimmerbecken mindestens 1,30 Meter aufweisen. Und auch dabei muss es nicht bleiben. Ein Vertreter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG wies darauf hin, dass zur Abnahme von Schwimmabzeichen 1,80 Meter nötig sind und bekam zur Antwort, dass es durchaus denkbar sei, den Beckenboden bis zu dieser Marke schräg abfallen zu lassen.

Beckenzahl einig, Wasserfläche strittig

Nach wie vor sprachen sich in der Diskussion fast alle Teilnehmer dafür aus, Katzheide in seiner bisherigen Form zu belassen. Was vor allem bedeutet, dass das 50-Meter-Becken erhalten werden soll, ebenso das Planschbecken und das Nichtschwimmerbecken. Ohnehin unstrittig ist die Notwendigkeit, Umkleide- und Sanitärbereiche zu sanieren, und einhellig als clever bewertet wurde die Idee, einen Imbiss zu schaffen, der auch zum Sportpark hin geöffnet ist.

Konfliktträchtig ist dagegen weiterhin die Wasserfläche. Planer Thomas Albertin ermunterte seine Zuhörer, offen über eine Verkleinerung nachzudenken. Annähernd 2500 Quadratmeter seien mehr als fast jedes andere Freibad in Deutschland biete. Mit der Folge, dass die Bewirtschaftungskosten sehr hoch, der Nutzen dagegen gering sei. Albertin plädierte für eine Umwandlung zu einem Freizeitbad. Derlei Einrichtungen „orientieren sich an der Nachfrage der Menschen“, argumentierte er und verwies darauf, dass Kinder und Jugendliche als wichtigste Zielgruppe so gut wie kein Interesse daran hätten, auf der 50-Meter-Bahn Strecke zu machen.

In unterschiedlichen Ausmaßen sehen mehrere der Varianten eine Reduzierung der Wasserfläche und im Gegenzug für den Nachwuchs attraktive Wasserspiele im Grünbereich vor. Der Zuschussbedarf pro Besucher, so verwies Albertin auf bundesweite Erhebungen, könnte damit im Idealfall um zwei Drittel gesenkt werden. Obwohl diese Aussagen bei den durchweg erwachsenen Teilnehmern der Diskussion keine Begeisterung auslösten, ist noch offen, wohin die Reise geht. Spannend dürfte es werden, wenn im Juni die Kinder und Jugendlichen nach ihrer Meinung gefragt werden. Sollten die tatsächlich für mehr Fun anstelle langer Bahnen plädieren, müsste am Ende die Ratsversammlung die Interessen abwägen und in einen mehrheitsfähigen Plan gießen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Katzheide
Foto: Kopfüber ins Vergnügen: Der Betrieb im Freibad Katzheide dauert in diesem Jahr bis zum 4. September.

Das Sommerbad Katzheide darf in ein paar Wochen seinen Namen wieder zu Recht tragen. So legte die Stadt jetzt nach vielen Querelen um eine zunächst ins Auge gefasste Schließung und dann auf Druck vieler Gaardener umgesetzte (notdürftige) Sanierung nun neue Öffnungszeiten fest.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3