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Fünf Namen für den Kleinen Kiel-Kanal

Favoriten aus 100 Vorschlägen Fünf Namen für den Kleinen Kiel-Kanal

Unser Aufruf, sich einen neuen Namen für den Kleinen Kiel-Kanal auszudenken, hat viele Leserreaktionen in Kiel und im Umland ausgelöst. Weit mehr als 100 Mails, Postkarten und Briefe erreichten uns mit witzigen, zum Teil liebevoll gestalteten Vorschlägen und sogar Gedichten.

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So könnte es in Kiels neuer Mitte ab dem Jahr 2019 aussehen: Die Planer setzen auf eine belebte Uferpromenade, die zum neuen Anziehungspunkt der Innenstadt wird. Skeptiker fürchten schlechte Wasserqualität und unangenehme Windverhältnisse.

Quelle: LH Kiel

Kiel. Es meldeten sich zwar auch etliche Gegner zu Wort mit Kritik etwa am „Überflusskanal“ oder „Rattenloch“. Die meisten aber signalisierten, hinter dem heftig umstrittenen Projekt als Aufwertung der Innenstadt zu stehen.

Aus Achterwehr schrieb Hans-Joachim Feldner, den historischen Namen Tom-Kyle-Kanal zu wählen. Dieser Name habe den Vorteil, an den regen Handel im 13. Jahrhundert zu erinnern, die Stadt Kiel im Namen mitzubedenken und gleichzeitig eine Verwechslung mit dem Nord-Ostsee-Kanal, der international als Kiel-Kanal bezeichnet wird, abzuwenden. Die historische Verbindung zu Tom Kyle griffen viele Leser auf. Da ist etwa von Tom-Kyle-Becken die Rede. Anna Bergmann-Kosselek freute sich, dass „ihr“ Tom Kyle, der als Bronze im Kunstraum A in der Gutenbergstraße steht, bereits ganz früh ins Spiel gebracht worden ist: Sie favorisiert den Namen „Kanal Tom Kyle“. Die Zusammensetzung „Tom-Kyle-Kanal“ taucht in den Zuschriften gleich mehrmals als Favorit auf. Auch Elke Hamer steht mit ihrem Vorschlag „Tom Kyle Fleet“ nicht allein.

Ruth Hirsekorn-Kohnke hält Tom Kyle dagegen als Name für zu weit hergeholt, da heute jeder den Namen Holstenbrücke kenne. Sie favorisiert Holsten-Fleet , ein Name, den viele vorgeschlagen haben. Auch der Name Holstenkanal fand besonders viele Anhänger. Andere Verbindungen mit Holsten als Bezug zur Holstenbrücke, an deren Rand bereits die ersten Vorarbeiten für die Wasserverbindung zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel begonnen haben, rangieren ebenfalls weit oben: Kurt Rohde schlug etwa Holstenufer vor, Karin Albrecht Holstenpromenade, Claudio Conrad Holstenterrasse und Till-Alexander Hoppe Holstenbelt. Jürgen Metzer hat neben Holstengraben noch Kielwasser als Vorschlag parat. Und Wolfgang Wollesen wünscht sich Holstenlauf oder Holstenportage, Uwe Zwingmann Holsten-Passage oder -Promenade.

Was ist der Kleine Kiel-Kanal denn nun? Gracht, Fleet, Kanal, Rinne, Becken oder doch besser Graben? Christoph Bechtel findet Fleet „ganz super“, etwa mit dem auch von manch anderem genannten Namen Altstadt-Fleet . Den Begriff Kanal lehnt Bechtel ab, weil „dort ja nichts schippert“. „Fleet“ sei norddeutsch und somit sympathisch, meint er mit Blick auf Touristen. Doch die meisten haben sich mit Kanal angefreundet, ob Stadtkanal, Altstadt-Kanal, Bootshafen-Kanal oder City-Kanal. Der Kanal befinde sich mitten in der Stadt, folglich soll er ganz einfach Stadtkanal heißen, meint etwa Bernd Kreißler aus Kiel. Oder soll er doch lieber als „Klare Kante“, „Kieler Gracht“, „Kiels Kanälchen“ oder Sprottenkanal bekannt werden? Wie die Befürworter ließen die Kritiker, die die Anlage als zu teuer ablehnen, Fantasie walten. Oft genannt wurde Blaumilchkanal in Anlehnung an Ephraim Kishons Bürokratie-Satire – eine Bezeichnung, die auch die CDU in die Debatte einwarf. Manche prangern den „Schildbürger-Kanal“ an, den „Nichts-Nutz-Kanal“ oder „Kieler Jauchegraben“. Peter Schnepel empfiehlt „Peter-Todeskino-Gewässer“, schließlich habe sich noch jeder Kieler Stadtbaurat ein Denkmal gesetzt.

Klar ist dabei: Die Umfrage kann für Politik und Verwaltung allenfalls eine Orientierung sein. Entscheiden darf über den Namen am Ende allein die Ratsversammlung.

So geht es weiter: Sie haben die Wahl zwischen fünf Namen

Abstimmung "Kiel-Kanal"

Viele Vorschläge haben die Kieler Nachrichten erreicht, aber nun muss eine Gewichtung her: Die Lokalredaktion hat alle Ideen gesichtet, Mehrfachnennungen gezählt und sich in einer internen Jury für fünf Namens-Kandidaten entschieden. Damit Politik und Verwaltung der Stadt im weiteren Namensfindungsprozess den KN-Favoriten kennen, werden alle unsere Leserinnen und Leser nun gebeten, sich an unserer Kiel-Kanal-Abstimmung zu beteiligen. Sie haben die Wahl zwischen:

1. Tom-Kyle-Kanal
2. Sprotten-Kanal
3. Holsten-Fleet
4. Altstadt-Fleet und
5. Kielwasser
Bitte schicken Sie uns Ihren Favoriten per Mail an lokalredaktion@kieler-nachrichten.de oder mit der klassischen Post an die Kieler Nachrichten, Stichwort „Kiel-Kanal“, Lokalredaktion, Fleethörn 1-7, 24103 Kiel. Berücksichtigt werden nur Einsendungen mit kompletter Namens- und Adressnennung. Einsendeschluss ist der 31. Juli 2016. Zur Belohnung verlosen wir unter allen Einsendern drei mal zwei Freikarten, die für folgende Shows in der Sparkassenarena eingesetzt werden können: Paul Panzer (24.9.), Beatrice Egli (4.11.), Polizei-Show (12.11.) oder die Musical Show Scotland (19.11.). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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