23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Der Chefarzt, der gerne Tango tanzt

Bewegung gegen Beschwerden Der Chefarzt, der gerne Tango tanzt

Durch Bewegungsmangel und permanenter Überernährung leiden immer mehr Menschen an Magen- und Darmbeschwerden. Prof. Hasan Kulaksiz, der neue Chefarzt der 3. Medizinischen Klinik am Städtischen Krankenhaus, möchte deshalb vom 1. September an neue Schwerpunkte in der Gastroenterologie setzen.

Voriger Artikel
Radeln zwischen 10 000 Autos
Nächster Artikel
Kiel bleibt auf Erfolgskurs

Prof. Dr. med Hasan Kulaksiz ist neuer Chrfarzt der 3. Medizinischen Klink des Städtischen Krankenhauses. Das Bild zeigt ihn mit Freya Knuth, Teamleitung Endoskopie.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Kulaksiz hat in Hannover und den USA studiert, sich an den Universitätskliniken in Marburg und Heidelberg auf die Gastroenterologie spezialisiert. Der 45-Jährige ist Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Palliativmedizin und internistische Intensivmedizin. 2005 wurde er vom Klinikvorstand in Heidelberg zum Oberarzt ernannt. Ab 2011 war er Chefarzt am Spital Waldshut, an dem er das Tumorzentrum sowie das Diabetesnetzwerk Hochrhein gründete und das Krankenhaus zum Akademischen Lehrkrankenhaus der Universitätsklinik Freiburg führte. Dort lehrt er momentan auch noch.

 Sein Spezialgebiet ist die komplexe und interventionelle Endoskopie (Spiegelung). Er beschäftigte sich auch mit der Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Verfahren. Die Endoskopie ist eine medizinische Technik, mit der ohne ein chirurgischer Eingriff Körperhöhlen und Hohlorgane untersucht, eventuelle Störungen diagnostiziert und – wenn nötig – auch gleich behandelt werden können. „Man kann dabei, kleine, noch nicht fortgeschrittene Tumore entfernen. Das ist schonender für und mindert Komplikationen“, erklärt er. Nachdem er vor ein paar Jahren die interventionelle Endoskopie im Spital Waldshut etabliert hat, möchte er diesen Bereich auch am Städtischen Krankenhaus aufbauen und dabei mit ansässigen Fachärzten kooperieren, speziell mit dem Gastroenterologisch-Hepatologischen Zentrum Kiel (GHZ).

 „Bösartige Tumore im Magen-Darm-Trakt zählen zu den häufigsten Tumoren in Europa“, erklärt er. Deshalb sei es enorm wichtig, Diagnostik und Therapien zu optimieren. Ein Risikofaktor für Tumorerkrankungen sei beispielsweise das Metabolische Syndrom, für das Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und Diabetes mellitus charakteristisch sind.

 „Dementsprechend müssen wir die Vorsorgeuntersuchungen gestalten und dafür werben, denn noch nicht mal ein Drittel der Bevölkerung nimmt die Vorsorge-Darmspiegelung wahr“, bedauert er. Zudem bewegen sich die Menschen zu wenig. „Meine beiden Kinder beispielsweise, zwei und vier Jahre alt, rennen, radeln, schwimmen und bewegen sich ganz viel. Das verlernen wir leider im Alter“, beschreibt er. Und was macht der neue Chefarzt selber für Sport? „Ich gehe joggen und mit meiner Frau tanze ich lateinamerikanisch und argentinischen Tango“, verrät er.

 Sein Ziel in Kiel wird es sein, „Patienten eine exzellente Gesundheitsversorgung in Anpassung an die aktuellen Standards zu bieten“. Viel Wert legt er dabei auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Lange musste er nicht überlegen, mit seiner Familie nach Kiel, genauer gesagt nach Schulensee, zu ziehen: „Ich mag den Menschenschlag hier, die offene und direkte Art“, sagt der Arzt, der in der Türkei geboren wurde und als kleines Kind mit seinen Eltern nach Deutschland kam.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3