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Kein Personal für mehr Kontrollen

Gaarden Kein Personal für mehr Kontrollen

Ob in Gaarden Regeln tatsächlich immer häufiger übertreten werden, dazu gibt es keine verlässlichen Zahlen. SPD-Ratsherr Michael Schmalz sprach jedenfalls von „gefühlt überhandnehmenden Verstößen“ und traf damit die Einschätzung des Ortsbeirats. Die Aussichten, dass sich dieses Gefühl zum Positiven ändern könnte, sind gering.

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Da hätte sich der Politessen-Einsatz schnell gerechnet. Binnen einer halben Stunde befuhren gestern fünf Pkw, ein Motorroller und ein Lieferwagen die Gaardener Fußgängerzone. Auch in der unmittelbaren Umgebung herrschte mit Parkern in der zweiten Reihe gehobenes Chaos.

Quelle: Martin Geist

Kiel-Gaarden. „Ich bin Kritik gewohnt“, sagte Frank Festersen, seit Mitte vergangenen Jahres Chef des Bürger- und Ordnungsamtes, bei seinem ersten Besuch im Ortsbeirat Gaarden. Eine gewisse Robustheit war am Mittwochabend tatsächlich nötig, denn Kritik gab es reichlich. „Warum stellen wir Regeln auf, wenn wir dann nicht dafür sorgen, dass sie auch eingehalten werden?“, fragte Ortsbeirätin Sonja Plambeck (SPD) und zählte eine ganze Reihe schon Alltag gewordener Unsitten auf: Das ständige Befahren der Fußgängerzone und falsches Parken an den unmöglichsten Stellen zum Beispiel, aber auch immer wieder wilde Müllablagerungen.

 Fedor Mrozek (CDU) erinnerte an die zahllosen freilaufenden Hunde und ihre nur allzu oft nicht beseitigten Hinterlassenschaften, und immer wieder klang aus Wortbeiträgen der Verdacht durch, dass die Stadt bei Kontrollen falsche Prioritäten setze. Bei THW-Spielen und überhaupt, wo und wann es sich lohne, werde massiv durchgegriffen, ansonsten aber gern weggeschaut.

 Heinz-Rudolf Jungnickel (SPD) betonte, dass sich an den verlotterten Sitten in Sachen öffentliche Ordnung nur dann etwas ändere, wenn die Sünder damit rechnen müssten, erwischt zu werden. Sein Vorschlag: Über eine Periode von mehreren Wochen „sehr verschärft“ mit Kontrollen, Abschleppwagen und allem was dazugehört in Gaarden mobil machen.

 Amtsleiter Festersen versicherte immer wieder, wie nachvollziehbar für ihn das Unbehagen der Ortsbeiräte sei. Ebenfalls immer wieder wies er aber auch darauf hin, dass es dem kommunalen Ordnungsdienst einfach an Personal fehle. Oft genug seien im ganzen Stadtgebiet nur fünf oder sechs Politessen gleichzeitig im Einsatz: „Die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, ist da natürlich gering.“

 Grundsätzlich sind die städtischen Ordnungshüter laut Festersen täglich zwischen 6 und 21 Uhr im Dienst, für Nachtschichten und Sonntagseinsätze fehle es aber ebenfalls an Personal. Was ein Grund dafür ist, dass Lebensmittelhändler, die ihren Müll nach Ladenschluss auf dem Bürgersteig liegen lassen, bislang unbehelligt davonkommen.

 Thomas Nägele, einer von vier fürs Ostufer zuständigen Scouts des Ordnungsamtes, verwies indes auf zahlreiche Aktivitäten seiner Truppe. So zeigten die Scouts im vergangenen Jahr 442 Verkehrsordnungswidrigkeiten an, durchweg in Fällen mit massiver Behinderung oder Gefährdung. Außerdem handelten sich 281 Hundehalter eine Rüge der Scouts ein, und 200-mal widerfuhr das Radfahrern. Müll an Stellen, wo er nicht hingehört, wurde sogar 1144-mal gesichtet. Stets gibt es dabei laut Nägele eine Meldung an den Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel.

 Der jedoch schreitet offenbar nicht immer so fix zur Tat, wie sich das der Ortsbeirat wünschen würde. Das Sofa, das nun schon seit Monaten das Wäldchen beim Intertürk-Sportverein verunziert, ist jedenfalls immer noch da.

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