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Schulleiter vom Amt suspendiert

Gaardener Grundschule Schulleiter vom Amt suspendiert

Der Leiter der Hans-Christian-Andersen-Schule (HCA) muss sein Amt bis auf Weiteres ruhen lassen. Die Anfang Juni erfolgte Suspendierung von Michael Breyer begründen Schulamt und Bildungsministerium mit dem Vorwurf, er komme seinen Anwesenheits- und Unterrichtsverpflichtungen nicht ausreichend nach.

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Derzeit wird die Hans-Christian-Andersen-Schule in Kiel-Gaarden von der stellvertretenden Schulleiterin geführt. Ob der reguläre Schulleiter Michael Breyer wieder in sein Amt zurückkehrt oder nicht, müssen nun die Juristen entscheiden.

Quelle: Thomas Eisenkraetzer

Kiel. Das Bildungsministerium bestätigt zwar den Vorgang grundsätzlich, will sich aber zu den Hintergründen nicht äußern. „Der Vorgang wird intensiv geprüft. Ob es im Rahmen dieser Prüfung zu einem disziplinarrechtlichen Verfahren kommt oder nicht, ist Gegenstand dieser Prüfung“, sagt Ministeriumssprecher Thomas Schunck auf Nachfrage. Die Leitung der Schule übernehme bis auf Weiteres die stellvertretende Schulleiterin. Warum es schon vor Abschluss der Prüfung zu dieser drastischen Maßnahme einer unmittelbaren Suspendierung kam, beantwortet Schunck vage: „Für uns lagen dafür ausreichende Gründe vor.“

Die kann Breyers Anwalt Hans-Werner Tovar (im Ehrenamt Kieler Stadtpräsident) aber nicht erkennen. „Bis jetzt gibt es außer einer knappen Erläuterung der Entscheidung durch die zuständige Schulrätin überhaupt noch keine Angaben darüber, was man meinem Mandanten eigentlich konkret vorwirft – weder mündlich noch schriftlich.“

Derweil schufen Ministerium und Schulamt offenbar Fakten. Nach KN-Informationen wurde dem Schulleiter Hausverbot erteilt, Schulschlüssel musste er ebenso abgeben wie seinen Dienstcomputer. Sogar (offizielle) Kontakte zu Kollegen wurden ihm untersagt.

Für Tovar ist dieses Vorgehen „dubios“. Zumal die Vorwürfe bislang nicht differenziert dargelegt worden seien. Selbst wenn die Versäumnisse seines Mandanten bezüglich seiner nicht erfüllten Anwesenheits- und Unterrichtsverpflichtungen zutreffen sollten, seien solch drastische Maßnahmen, die auch Persönlichkeitsrechte verletzten, nicht zu rechtfertigen: „Aus meiner Sicht besteht hier vielmehr der Verdacht, dass man sich jemandes entledigen will, der manchen Leuten wohl unangenehm aufgefallen ist. Insofern sehe ich hier eine Verletzung der besonderen Fürsorgepflicht des Landes gegenüber einem seiner Beamten.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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