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Konsequenzen gefordert

Gaffer bei Einsätzen Konsequenzen gefordert

Die Probleme mit Gaffern bei einem Einsatz des Kampfmittelräumdienstes am Kieler Exerzierplatz haben ein politisches Nachspiel. Einer parlamentarischen Kleinen Anfrage der CDU zufolge seien die Beeinträchtigungen für die Polizeibeamten erheblich gewesen. Innenexperte Axel Bernstein verlangt Konsequenzen.

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Großeinsatz am Exerzierplatz: Vor Weihnachten sorgte eine Sporttasche für Aufsehen. Der Kampfmittelräumdienst rückte an, wurde aber massiv durch neugierige Passanten gestört. Erst nach Stunden konnten die Experten Entwarnung geben: In der Tasche war Müll.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Passanten hatten am 15. Dezember am Exerzierplatz eine blaue Sporttasche gefunden und die Polizei alarmiert. Da zunächst unklar war, was sich in der Tasche befand, riefen die Beamten die Sprengstoffentschärfer und sperrten den Bereich ab. Was sich dann ereignete, beschrieb Entschärfer Thomas Baller gegenüber unserer Zeitung mit den Worten „Es war wirklich schlimm!“. Gemeint waren Schaulustige und Passanten, die den Einsatz massiv behinderten.

 Mit einer Kleinen Anfrage wollte die Landes-CDU nähere Informationen zu den Störungen durch Gaffer erhalten. Innenexperte Axel Bernstein zieht ein erschreckendes Fazit: „Offensichtlich wurde hier eine polizeiliche Absperrung schlicht ignoriert, die Menschen haben dabei nicht nur sich selbst und andere Passanten gefährdet.“ Das Innenministerium schreibt in der Beantwortung der Kleinen Anfrage: „Rund ein Dutzend Passanten hatten die mittels Flatterband (Aufschrift „Polizeiabsperrung“) gekennzeichnete Absperrung um den unmittelbaren Gefahrenbereich des Verdachtsobjekts missachtet und den Gefahrenbereich betreten.“ Mehr noch: Im Ernstfall hätten Gaffer „durch die Folgen einer Sprengstoffexplosion verletzt oder getötet werden können“, so das Ministerium.

 Bernstein spricht von einem unhaltbaren Zustand: „Auch die Entschärfungsarbeiten wurden immer wieder unterbrochen und damit die Einsatzkräfte unnötiger Gefahr ausgesetzt.“ Der Innenpolitiker weiß von vergleichbaren Problemen mit renitenten Bürgern bei Einsätzen der Feuerwehr und der Rettungskräfte. „Diese zunehmende lebensgefährliche Missachtung von Warnhinweisen unserer Einsatz- und Rettungskräfte dürfen wir nicht länger hinnehmen“, betont der Innenpolitiker. Auf die Frage, was am Exerzierplatz gegen die Gaffer getan worden sei, antwortet das Ministerium: „Die Ahndung ist stets personal- und zeitaufwendig und war im konkreten Fall nicht umzusetzen, da bei der Aussprache von Ermahnungen hinter dem Rücken der Kollegen schon wieder andere Bürger versuchten, das Flatterband hochzuheben.“ Im Mittelpunkt habe „die Durchführung der Maßnahme des Kampfmittelräumdienstes“ gestanden.

 Eine Argumentation, die Bernstein nicht gelten lässt: „Die Antwort des Innenministers tut das Problem einfach mit einem Schulterzucken ab.“ Der CDU-Politiker fordert ein Umdenken: „Unsere Gesellschaft muss den Respekt vor der Arbeit der Einsatzkräfte wieder lernen.“ Hier sei der Innenminister gefordert, geeignete Initiativen zu entwickeln.

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