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Gaschke und Meyer im Endspurt

Oberbürgermeisterwahl in Kiel Gaschke und Meyer im Endspurt

Im Kampf um das Kieler Oberbürgermeister-Amt fällt am Sonntag die Entscheidung in der Stichwahl: Dabei geht die SPD-Kandidatin Susanne Gaschke gegen den CDU-Herausforderer Gert Meyer als Favoritin ins Rennen. Bis zuletzt versuchen beide, auch Wechselwähler zu mobilisieren.

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Susanne Gaschke oder Gert Meyer: Am Sonntag hat Kiel die Wahl.

Quelle: Paesler / Montage Kirchenbauer

Kiel. Die Journalistin (45) setzt zwar auf Sieg am Sonntag, will aber nicht übermütig werden: „Ich werbe bewusst um Wähler aus allen Parteien. Ich bin niemand, der einem bürgerlichen Wähler Angst macht.“ In den letzten Tagen vor dem Duell legte sie ihren Wahlkampf-Schwerpunkt auf persönliche Begegnungen, versuchte, schnell und direkt auf Anliegen von Bürgern oder Wunsch nach Kontakt zu reagieren. Mit Blick auf die niedrige Beteiligung (35,78 Prozent) im ersten Wahlgang am 28. Oktober, in dem sie mit 43,23 Prozent der Stimmen vor Meyer (38,76 Prozent) lag, trommelt sie für diese „direkteste und wichtigste Bürgerbeteiligung überhaupt“: Jeden Bürger müsse die Frage bewegen, welche Politik, welcher Politikstil und welche Persönlichkeit in den nächsten sechs Jahren die Stadt prägen werde. „Das Recht muss man pflegen. Man verliert es, wird es nicht genutzt“, sagt sie.

Auch der frühere Stadtrat Meyer (41) hofft auf Stimmen aus politisch anderen Lagern und von bisherigen Nichtwählern. Gaschke gesteht er in Kiel als traditioneller Hochburg der SPD zwar die Favoriten-Rolle zu, rechnet sich aber Chancen aus, den Rückstand von etwa 3000 Stimmen in der ersten Runde noch aufholen zu können – trotz der Wahl-Empfehlung der Grünen zugunsten seiner Konkurrentin. Der grüne OB-Kandidat Andreas Tietze kam auf 13,78 Prozent und schied damit ebenso aus wie die Einzelbewerber Matthias Cravan und Jan Barg.

Wenn Meyer, Wunschkandidat auch der FDP, am Sonntag selbst wählen geht, wird er allein in den zurückliegenden Tagen an etwa 150 Haustüren geklingelt haben: Solche Hausbesuche, ist er von dieser „Kieler-vor-Ort-Strategie“ überzeugt, bringen mehr als Podiumsdiskussionen: „Ich habe das Gefühl, die Leute wollen den Kandidaten sehen und sprechen.“ Die Wahl sei eine „Supermöglichkeit für die Bürger“, sich mit einer Spitzen-Position im Rathaus zu befassen, die ihren Alltag – von der Müllabfuhr bis zum Antrag auf den Personalausweis – in vielen Bereichen präge. Ein Oberbürgermeister, sagt er, ist „nicht ganz oben und weit weg“. Zumindest die gegenüber dem ersten Wahlgang weiter gestiegene Anzahl angeforderter Briefwahl-Unterlagen macht Hoffnung, dass die Beteiligung an der OB-Wahl nicht in den Keller rutscht. Bis einschließlich Donnerstag hatten fast 12 300 Kieler ihre Stimmen per Post abgegeben.

An der Stichwahl darf sich jeder beteiligen, der am Wahltag 16 Jahre alt ist, seit mindestens sechs Wochen in Kiel seinen Wohnsitz hat und nicht nach Paragraf 4 des Gemeinde- und Kreiswahlgesetzes vom Wahlrecht ausgeschlossen ist. Auch wer den Wahlschein vergessen hat, kann wählen, muss jedoch einen Personalausweis oder Reisepass vorlegen. Die großen Parteien haben wieder einen Fahrdienst organisiert: Bei der SPD kann man am Sonntag zwischen 9 und 17 Uhr unter der Telefonnummer 0431/9060612 ein „Wahltaxi“ rufen. Der Kreisverband der CDU Kiel bietet einen Fahrdienst zum Wahllokal an: Die Kreisgeschäftsstelle ist zwischen 9 und 16 Uhr unter Tel. 0160/7861232 zu erreichen.

Unsere Reporter berichten für Sie am Sonntag ab 17.30 Uhr live von der Wahlparty im Rathaus. Sie sprechen mit den Kandidaten, sammeln Reaktionen zu den Zwischenständen ein und verraten Ihnen sofort, wie das vorläufige amtliche Endergebnis lautet.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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