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Schneidbrenner haben blauen Planeten zerlegt

Gasspeicher Schneidbrenner haben blauen Planeten zerlegt

Die Gaskugel am Ostring wird derzeit scheibchenweise zerlegt. Der Äquator schwebte in fünf Minuten zu Boden. Ab Mittwoch ist der alte Speicher der Kieler Stadtwerke Geschichte.

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Der Äquator des blauen Planeten am Ostring hängt an einem Kran und schwebt zu Boden. Dort wird der Stahlring sofort in kleine Stücke zerlegt, die zum Kieler Schrotthandel gebracht werden. Schon heute ist die alte Gaskugel der Stadtwerke Geschichte.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Nur zweieinhalb Wochen dauerte die Demontage des blauen Planeten, der 5000 Kubikmeter Gas fasste. Die Stadtwerke benötigten den 60 Jahre alten Behälter früher zudem, um den Druck im Gasnetz konstant zu halten. Heute werden etwa 60 Millionen Kubikmeter in drei unterirdischen Kavernen in Rönne gespeichert – das Wahrzeichen auf dem Ostufer wird nicht mehr gebraucht. „Für den weiteren Bestand wären regelmäßige umfangreiche Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten nötig“, sagte Stadtwerkesprecher Sönke Schuster. Sicherlich seien einige Anwohner enttäuscht, da ihnen der blauen Planet künftig an gewohnter Stelle fehle. Aber es habe eine Auflage der zuständigen Genehmigungsbehörde gegeben, die Gaskugel bis Ende 2015 zurückzubauen, ergänzte er.

Mit Schneidbrennern haben Mitarbeiter einer Spezialfirma in den vergangenen Tagen den Behälter in Breitenkreise zerlegt, aber dabei immer noch einige Verbindungsstücke stehen lassen. „Es sind acht Elemente, von denen eines 35 Tonnen wiegt. Insgesamt war die Kugel 280 Tonnen schwer“, erklärte Axel Briege von den Stadtwerken, der verantwortlich für den Abbau ist.

Mit einem mobilen Kran hoben die Spezialisten dann Stück für Stück ab. Etwa fünf Minuten dauerte es, bis gestern der Äquator des blauen Planeten wie ein Ufo durch die Luft schwebte und sanft auf dem Boden abgestellt wurde. „Obwohl das so dicker Stahl ist, ist es beeindruckend, wie elastisch so ein Ring ist, sagte der Projektleiter, als das Teil mit einem Durchmesser von 21 Metern an vier Haken hochgehoben wurde. Kaum war der Ring abgesetzt, machten sich die Spezialisten mit ihren langen Schneidbrennern an die Arbeit und trennten den Stahlkreis in kleine Stücke. Es zischte und krachte, als Platte um Platte abfiel und von einem Bagger in Container abgesetzt wurde. „Die Stahlsegmente werden sofort zum Kieler Schrotthandel am Ostuferhafen gefahren“, sagte Briege. Sobald die Kugel verschwunden ist, wird noch die Fundamentplatte aus dem Boden geholt und die Baustelle zurückgebaut.

Die Stadt war nicht glücklich darüber, dass das Wahrzeichen verschwindet. Bürgermeister Peter Todeskino bedauerte den Abbruch, weil die Anlage seit 1958 ortsbildprägend sei und aus seiner Sicht ein technisches Denkmal darstelle. Auch den Ortsbeiräten werde die Kugel an dieser Stelle fehlen, sagten die Vorsitzenden Daniel Pollmann für das Ellerbek/Wellingdorfer Gremium und Gaardens Chef Bruno Levtzow.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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