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Kiel und Melsdorf locken Betriebe

Gemeinsames Gewerbegebiet Kiel und Melsdorf locken Betriebe

Es war ein ungewöhnlicher Vertrag, der am Dienstag im Kieler Rathaus unterschrieben wurde. Kiel und Melsdorf entwickeln gemeinsam ein Gewerbegebiet, das zwar vollständig auf dem Gebiet der Gemeinde liegt, aber für die gesamte Kiel Region Schubkraft entwickeln soll. Beide Seiten teilen sich die Kosten und profitieren gemeinsam von den Einnahmen. Mit der Kooperation betreten beide Kommunen Neuland.

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Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Bürgermeisterin Anke Szodruch unterschrieben den Kooperationsvertrag im Kieler Rathaus.

Quelle: Arne Gloy/Stadt Kiel

Kiel.  Für Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer war der interkommunale Vertrag nach vielen Verhandlungen ein „schönes Geschenk“ zu seinem 43. Geburtstag und ein „guter Tag“ für die gesamte Wirtschaftsregion. Denn die Landeshauptstadt erhält dringend benötigte und verkehrlich gut angebundene Gewerbeflächen auf der grünen Wiese, um neue Investoren anzulocken und ansässigen Firmen Erweiterungsmöglichkeiten bieten zu können. Obwohl Kiel mit fast 245 000 Einwohnern größer als Lübeck ist, verfügt es nur über ein Drittel der Fläche der Hansestadt. Schon jetzt kann Kiel deshalb mancher Anfrage von Unternehmen nicht nachkommen.

 Durch die Partnerschaft auf Augenhöhe, wie Kämpfer und Hans-Werner Grewin, Amtsdirektor des Amtes Achterwehr, betonen, ist es jetzt möglich, 20 Hektar bisher landwirtschaftlich genutzter Fläche zwischen Bahnlinie und Rotenhof als „Filetstück“ (Kämpfer) herzurichten. Die Kosten liegen etwa bei 8,5 Millionen Euro. Die Partner rechnen jedoch mit Fördergeld des Landes in Höhe von etwa drei bis 3,5 Millionen Euro. Die Planungshoheit für das Areal liegt dabei allein bei Melsdorf, das auch die Gewerbesteuer (Hebesatz von 322) erhebt. Kiel wiederum übernimmt über die Wirtschafts- und Förderungsgesellschaft (Kiwi) die Vermarktung, etwa bei Europas größter Immobilienmesse Expo Real.

 Auch Melsdorfs Bürgermeisterin Anke Szodruch freute sich, den Vertrag unterzeichnen zu können: Für ihre kleine Gemeinde liegt, wie berichtet, der große Vorteil der Kooperation darin, dass sie allein niemals ein solches Projekt hätte stemmen können. Die Partnerschaft ist durch gemeinsame Abstimmung aller erforderlichen Entscheidungen nicht nur eng, sondern auch auf Dauer angelegt: Erst ab 2030 wäre eine Kündigung möglich. Kiwi-Geschäftsführer Werner Kässens sprach von einem Segen: Das Ziel sei, pro Jahr 9000 Quadratmeter vermarkten zu können.

 Erste Interessenten aus der Dienstleistungsbranche und dem produzierenden Gewerbe hätten sich bereits gemeldet: „Es geht letztlich um Unternehmen und deren Ansiedlung, nicht um Stadtgrenzen.“ Läuft alles nach Plan, könnte im Herbst die Ausschreibung für die Erschließung folgen. Baubeginn wäre demnach noch im kommenden Jahr, mit Fertigstellung der Hochbauten 2017.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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