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In der Not macht die Reserve Dampf

Gemeinschaftskraftwerk Kiel In der Not macht die Reserve Dampf

Bei diesen eisigen Temperaturen ist die Vorstellung ein Horror: Die Heizung fällt aus, weil die Versorgung zusammenbricht. Alarm gab es Sonntag, als um 16.34 Uhr ein Sicherheitsmechanismus den Ausfall des Gemeinschaftskraftwerkes Kiel (GKK) auslöste.

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Nun dampft es wieder: Eine Schutzeinrichtung hatte Sonntag den Ausfall des Gemeinschaftskraftwerkes auf dem Ostufer ausgelöst. Dadurch kam es kurzfristig zu einem Engpass in der Fernwärmeversorgung.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die gute Nachricht: Kein Kieler musste frieren. Während des Stillstandes der Turbine hatten die fünf sogenannten Reserve- und Spitzenheizkraftwerke die etwa 70000 Haushalte in der Landeshauptstadt mit Fernwärme versorgt. Gegen 21 Uhr lief auch das GKK wieder auf Hochtouren und speiste Fernwärme ins Netz.

„Der Ausfall des Gemeinschaftskraftwerks wurde bei programmgemäß ansteigender elektrischer Leistung durch eine Schutzeinrichtung ausgelöst, die die vier Fernwärmetauscher der Stadtwerke Kiel vor zu hohem Druck bewahren“, sagte Hans-Dieter Nehrhoff, Technischer Geschäftsführer im GKK. Das GKK war nach einer Stunde wieder verfügbar. Nach einer Neusynchronisation des Kraftwerkes mit dem elektrischen Netz belieferte die Energiemaschine das Kieler Netz wieder mit Fernwärme.

Die roten Warnleuchten blinkten

Der Ausfall ließ in der Fernwärmeleitwarte im Heizkraftwerk an der Humboldtstraße am Schrevenpark die roten Warnleuchten blinken. „Aufgrund des abrupten Druckabfalls haben sich die Schutzmechanismen in den Reservewerken aktiviert. Daher sind Stadtwerke-Techniker umgehend zu den Heizwerken gefahren und haben diese manuell entsperrt“, sagte Dirk Süphke, Gruppenleiter in der Zentrale. Die Sicherheitskette verhindert, dass durch den abrupten Druckabfall innerhalb von Sekunden Pumpen und Kessel Schaden nehmen. „Wir haben im Laufe des Abends zwar einige Anrufe in unserer Fernwärme-Leitwarte registriert, gehen aber davon aus, dass unsere schnellen Maßnahmen und klaren Prozesse einen spürbaren Versorgungseinbruch abfedern konnten“, sagte Stadtwerkesprecher Sönke Schuster.

Das Versorgungskonzept für die Fernwärme stellt nach Angaben von Schuster sicher, dass auch bei dem Ausfall oder Wartung eines Kraftwerkes die Wohnungen warm bleiben. Selbst wenn das GKK stillsteht, muss kein Kieler frieren – Sonntag lief es bei dem kalten Ostwind mit der Höchstlast von 295 Megawatt. „Da die Kieler aber rund 350 Megawatt abgefordert haben, lieferten die Müllverbrennungsanlage und zusätzlich das Werk in der Humboldtstraße Fernwärme“, sagte Süphke. Techniker fuhren schnell zu den Reservewerken Nord und West, schauten dort nach dem Rechten und drückten den Sicherungsknopf wieder hinein. Bei dem Ostwerk neben dem GKK war das nicht notwendig. Die Spezialisten in der Leitwarte fuhren die Energiestationen dann hoch und wenig später produzierten sie wieder heißes Wasser und pumpten es in das 370 Kilometer lange Fernwärmenetz.

Kieler haben immer warme Heizungen

Nach Angaben der Stadtwerke haben die Kieler selbst im bittersten Winter warme Heizungen. Der Versorger rechnet damit, dass die Kieler bei Minus zehn Grad 430 Megawatt verheizen. Hauptlieferant ist das GKK, die Spitzen federn die Reservewerke ab. Sollte das GKK einmal ausfallen, müssen die kleineren Stationen mit voller Leistung laufen. Hinzu kommt nun noch der Elektrodenkessel, der Mitte Dezember 2015 den Betrieb aufgenommen hat. Vergleichbar mit einem „Durchlauferhitzer“ erzeugt die Anlage aus Strom heißes Wasser für die Wärmeversorgung – aktuell sind das 30 Megawatt.

Der Einsatz des Elektrodenkessels ergänzt das Konzept des geplanten Gasmotoren-Heizkraftwerks (GHKW). Eine abschließende Entscheidung für den Bau soll im Frühjahr dieses Jahres fallen. Das GHKW soll das in die Jahre gekommene GKK ersetzen und 290 Millionen Euro kosten. 2018 könnte es in Betrieb gehen.

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Günter Schellhase
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Foto: Aktuell ausgefallen: Das Gemeinschaftskraftwerk Kiel (GKK) am Ostufer der Förde.

Am Sonntagnachmittag hat das Gemeinschaftskraftwerk Kiel plötzlich keine Heizwärme mehr produziert. Zwar konnten die anderen Heizwerke die Versorgung von 70000 Kieler Haushalten übernehmen. Dennoch kann es vorübergehend in den Wohnungen kühler werden, hieß es bei den Stadtwerken Kiel.

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