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Was der Wandel in der Arktis bedeutet

Geomar Was der Wandel in der Arktis bedeutet

Mehr als 80 Experten aus zehn Ländern treffen sich in dieser Woche am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel für das Abschlusssymposium zum russisch-deutschen Forschungsprojekt „System Laptewsee – Das transpolare System des Nordpolarmeeres“, um auf breiter internationaler Ebene neue Projekte zu planen.

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Internationales Forschertreffen: Am Dienstagabend trafen sich die Teilnehmer beider Symposien.

Quelle: Jan Steffen

Kiel. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Biogeochemie der sibirischen Schelfmeere. Am Montag und Dienstag zogen vor allem deutsche und russische Forscherinnen und Forscher ein vorläufiges Fazit des binationalen Projekts. Drei Jahre lang hat es Veränderungen entlang der Transpolardrift untersucht, die Meereis von den Küsten Sibiriens über den Nordpol bis in die Framstraße zwischen Spitzbergen und Grönland transportiert. „Während des Abschlusssymposiums wurde deutlich, dass spannende und überraschende Ergebnisse erzielt wurden“, sagt Kassens.

So haben Untersuchungen vor Ort in Kombination mit Modellrechnungen neue Details über die Wechselwirkungen zwischen einem eisfreien Meer und der Atmosphäre darüber offenbart. „Das Eis bildet eine Isolationsschicht. Je weniger Eis auf den arktischen Schelfmeeren entsteht, desto mehr Wärme kann das Wasser an die Atmosphäre abgeben. Diesen Austausch können wir jetzt besser abschätzen“, sagt Svenja Kohnemann von der Universität Trier. Eine weitere Erkenntnis der vergangenen drei Jahre ist, dass Meeresströmungen eine wichtige Rolle bei der Nährstoffversorgung der sibirischen Laptewsee spielen. „Bisher ist man immer davon ausgegangen, dass der Fluss Lena hier die Hauptrolle einnimmt. Das stellt uns vor ganz neue Fragen, wie die Biologie in der Laptewsee auf den Klimawandel reagieren könnte“, sagt Dr. Vasily Povazhnyy vom Wissenschaftszentrum des Südens der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Derartige Fragen wurden dann beim anschließenden Symposium „Biogeochemical Studies in the Siberian Shelf Seas“ am Mittwoch und Donnerstag eingehend erörtert, das vom internationalen Geotraces-Programm unterstützt wurde. Dazu kamen zusätzlich Expertinnen und Experten aus zehn Ländern, darunter die USA, Japan und Russland, nach Kiel, um sich über den aktuellen Stand der Forschungen zu Spurenstoffen und Stoffflüssen in den arktischen Randmeeren auszutauschen. Da große Gebiete der sibirischen Arktis für viele Monate im Jahr nur schwer zugänglich sind, kennt die Forschung entscheidende Prozesse wie den Kohlenstoffkreislauf und damit verbundene Spurenstoffkreisläufe dort bisher nur bruchstückhaft.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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