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Zarte Meereswesen im Großformat

Geomar Zarte Meereswesen im Großformat

Zu Tausenden schwimmen sie in unseren Meeren, und doch bekommt sie so gut wie nie jemand zu Gesicht. Dabei sind sie einfach wunderschön. Der Kieler Fotograf und Diplom-Biologe Solvin Zankl hat es nun geschafft, klitzekleine Meeresorganismen zu fotografieren.

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Mit Deutschlands einzigem bemannten Forschungstauchboot „Jago“ sammeln Wissenschaftler Proben aus bis zu 400 Metern Wassertiefe.

Quelle: Solvin Zankl

Kiel. Seine Fotos von Wasserwesen und Meeresforschern sind zurzeit bei Geomar am Kieler Ostufer zu bewundern. Im Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung werden insgesamt 40 Fotos gezeigt. 32 stammen von Solvin Zankl, acht von seinem britischen Kollegen Nick Cobbing. Mit der Ausstellung, die noch bis zum 21. Oktober läuft, sollen jedoch nicht einfach nur schöne Bilder gezeigt werden. Den Wissenschaftlern geht es viel mehr um die Rettung der Ozeane. Denn mit dem Meer steht es nicht zum Besten.

 Zusammen mit den Kieler Geomar-Wissenschaftlern war Solvin Zankl seit 2014 gemeinsam auf etlichen Expeditionen unterwegs, vor allem in Norwegen. Während die Forscher Proben entnahmen und Messungen machten, schaltete Solvin Zankl sein Foto-Mikroskop an und setzte die gefundenen Plankton-Organismen in Szene. Was der 44-Jährige da zu sehen bekam, hat ihn selbst überrascht. „Was für schöne Wesen die Natur hervorbringt“, dachte er mehrmals, als er seine Proben unter dem Glasträger betrachtete. Da zuckten Larven von Seeigeln und Schnecken durchs Bild. Oder die Veligerlarve der Wellhornschnecke faltete vor seinen Augen ihren flügelartigen Fortsatz aus. „Manche Organismen sind sehr skurril in ihrem Erscheinungsbild“, sagt Zankl. „Schade, dass die meisten Menschen diese Lebewesen nicht zu Gesicht bekommen.“ Vor allem die Veligerlarve hatte es dem Fotografen angetan. „Die hat einen richtig eigenen Charakter.“

 „Diese kleinen Plankton-Organismen werden leider als erstes unter der Ozeanversauerung leiden“, sagt Solvin Zankl, „wenn es denn so kommt, wie es prognostiziert wird.“ Zahlreiche Experimente belegen bisher, dass die kleinen Meeresbewohner stark von den steigenden Kohlendioxid-Konzentrationen im Meerwasser betroffen sind. So zeigt eine Studie zu Muscheln, Schnecken und anderen Weichtieren, dass ausgewachsene Tiere ihre Gehäuse im saureren Wasser schlechter bilden können. Da diese aus der leicht löslichen Kalkart Aragonit bestehen, können sie unter sehr extremer Versauerung sogar angegriffen werden. „Von der Arktis bis in die Tropen verändert Ozeanversauerung das Leben im Meer“, so Maike Nicolai von der Geomar-Presseabteilung.

 Die Ausstellung bei Geomar wird von dem Forschungsverbund zur Ozeanversauerung BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) initiiert. QR-Codes liefern den Besuchern per Smartphone Hintergrundinformationen. Alle Fotos, Grafiken, Texte und Videos sind außerdem in deutscher und englischer Sprache auf der Online-Plattform zur Ausstellung www.ozeanversauerung.de zu finden. Bei der Nacht der Wissenschaft am 30. September wird der Fotograf Solvin Zankl ab 15 Uhr sein Mikroskop dabei haben, um Besuchern die schönen Mini- Meeresbewohner zu zeigen.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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