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Trio soll 44 Taten auf dem Kerbholz haben

Gerichtsverhandlung Trio soll 44 Taten auf dem Kerbholz haben

Vor dem Kieler Landgericht startete am Dienstag der zehnten Verhandlungstag in dem Prozess um die 44-teilige Serie von Einbrüchen, Autodiebstählen und Brandlegungen eines Trios aus Kiel. Die Prozessbeteiligten nahmen eine Videoaufzeichnung des Geständnisses in Augenschein.

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Dem Trio aus Kiel wird eine 44-teilige Serie von Einbrüchen, Autodiebstählen und Brandlegungen zur Last gelegt.

Quelle: Arne Dedert/ dpa/ Archiv

Kiel. „Ich möchte reinen Tisch machen“, hatte einer der Angeklagten (26) schon kurz nach seiner Festnahme im Januar gegenüber der Polizei erklärt.

Das gab nicht nur Aufschluss über die Tatorte in Laboe, Mönkeberg, Kronshagen und Kiel, die Vorgehensweise, ihre Planung, Ausrüstung und Beute. Die Vernehmung belegt auch, dass der 26-Jährige früh unaufgeklärte Straftaten auf seine Kappe nahm und seine Mitangeklagten – ein befreundetes Ehepaar – belastete. Demnach hatte seine Ex-Freundin (29), die jetzt mit dem anderen (27) verheiratet ist, mögliche Objekte ausgespäht und ihre Männer später in gestohlenen Fahrzeugen – bevorzugt im VW-Bus – zum Tatort kutschiert. Vor der 10. Großen Strafkammer bekräftigte der vorbestrafte Kieler seine Aussagen und darf auf Strafmilderung hoffen.

 Dem Angeklagten zufolge suchte das Trio allein im November 2014 einen Kiosk an der Strandpromenade in Laboe drei Mal heim. Zigaretten, Spirituosen und Rubbellose hätten beim Abtransport bis zu acht Müllsäcke gefüllt. Zwischendurch ließ man dem Inhaber eine Woche Zeit, seine Regale aufzufüllen. Drei Mal brachen die mit Reizgas bewaffneten Maskenmänner auch in eine Autowaschanlage an der Eckernförder Straße ein. Beim ersten Mal hebelten sie einen Tresor aus der Verankerung. Bis zu 15000 Euro lagen darin. Beim zweiten Einbruch mussten sie sich mit Kaugummi begnügen. Beim dritten Mal wartete „ein Riesentresor, gerade frisch einbetoniert – keine Chance“, erzählt der 26-Jährige. Deshalb habe man „alles verwüstet“, Fenster demoliert und Motorenöl in die Kaffeemaschine gekippt.

Die die Vandalen zerstörten die Angeklagten auch einen Teil ihrer Fluchtfahrzeuge, knallten sie gegen Poller oder in der Pampa gegen einen Findling, zerschlugen die Scheiben und zündeten sie an. Am Osloring fackelten sie einen Audi A4 ab, um dem befreundeten Besitzer beim Versicherungsbetrug behilflich zu sein. Um den Verdacht abzulenken, zündeten sie weitere Autos an, auch in Dietrichsdorf. Insgesamt sollen sie 14 Autos angezündet und Sachschaden im sechsstelligen Bereich angerichtet haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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