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Eine Patin für die „Hansekogge“

German Naval Yards Kiel Eine Patin für die „Hansekogge“

Die „Hansekogge“ bekommt eine Patin, und zwar eine, die dem Originalnachbau eine Kogge von 1380 wirklich nahe liegt: Denn die German Naval Yards Kiel GmbH ist als Werft nicht nur ein Spezialist für Schiffbau, sondern arbeitet auch in direktem Sichtkontakt zur Kogge.

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Sie haben die Kogge schon einmal inspiziert (vorne von links): die Azubis René Stiem und Maurice Beinbrecht mit (hinten von links) ihren Ausbildern Thomas Swaczyna und Helge Krambeck von German Naval Yards.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Die historische „Hansekogge“ hat wie berichtet um Unterstützung gebeten. Um Unterstützung von Bürgern, die das mittelalterliche Schiff stärker als Kieler Wahrzeichen annehmen sollen. Aber auch um Unterstützung von Unternehmen. Bei German Naval Yards wurde der Hilferuf erhört und jetzt die Patenschaft für die Kogge übernommen. Dabei geht es um ideelle und praktische Hilfe. „Wir sind stolz darauf, die Schiffbautradition in der Kieler Förde fortzuführen. Daher lag die Entscheidung, den Verein Hansekogge zu unterstützen, auf der Hand“, erklärt Holger Kahl, Geschäftsführer German Naval Yards Kiel GmbH. Dabei geht es nicht darum, den 90000-Euro-Kredit für die neuen Motoren zu schultern, sondern um ideelle wie praktische Unterstützung und eine Kooperation, von der beide Seiten profitieren.

Das Engagement für die Hansekogge soll zeigen, wie sehr sich die Werft mit dem Standort an der Förde verbunden fühlt. Denn jeder, der die Kogge am Schifffahrtsmuseum betrachtet oder betritt, blickt automatisch auf die Werft und entdeckt die auffälligen Masten des aktuellen Neubaus, der Mega-Yacht „Segelyacht A“. „Die Geschichte und Zukunft des für seine jeweilige Epoche innovativsten Schiffbaus werden an diesem Ort sichtbar und erfahrbar“, sagt Kahl. Für die Werft sieht er vor allem einen praktischen Nutzen: Denn die Auszubildenden sollen ab 1. September den historischen Schiffbau direkt erleben, indem sie an der Kogge mitarbeiten – und zur Belohnung mit ihr in See stechen.

Aussicht auf einen Segeltörn

Diese Idee kommt bei den Azubis gut an. Maurice Beinbrecht hat mit einer Gruppe schon einmal die Kogge inspiziert. Der junge Kieler, der eine Ausbildung zum Schweißtechniker absolviert, gibt zu, dass er die Kogge noch nie bewusst wahrgenommen hat. „Es ist toll, dass die nun in unseren Ausbildungsplan mit aufgenommen wird. Das ist eine interessante Abwechslung und zusätzliche Lern-Erfahrung.“ Auch René Stiem, der Schiffbau mit der Fachrichtung Konstruktionsmechaniker bei German Naval Yards lernt, sieht die Patenschaft sehr positiv: „Wir arbeiten heute mit Metall, die Kogge ist dagegen ein Holzschiff. Was wir hier an Arbeiten machen können, würde sonst wegfallen.“ Und natürlich lockt die Azubis auch die Aussicht auf einen Segeltörn mit der Kogge.

Ein Aspekt, den auch Ausbildungsleiter Helge Krambeck wichtig ist. „Das ist eine gute Möglichkeit, dass sich die Azubis untereinander besser kennenlernen und erleben, wie wichtig es ist, dass man sich in einem Team gemeinsam in eine Richtung steuert und sich dabei aufeinander verlassen kann.“ Eine Erfahrung, die auch die Crew der „Hansekogge“ allen Mitseglern vermitteln möchte. „Von der Patenschaft“, sagt Reinhard Ziermann, einer der vier Schiffsführer, „erhoffen wir uns zudem, dass German Naval Yards die Kogge kräftig als Plattform für Kontaktpflege nutzt und uns im Rahmen der Ausbildung auch mal mit ihren Werkstätten unterstützt.“ Denn die Kogge fahrbereit zu halten, ist personal- und zeitintensiv. Und bisher wird dieser Aufwand ausschließlich von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern gestemmt. Menschen mit Lust auf alte Schiffe sind deshalb immer willkommen.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Froh über die Spende der Bürgerstiftung: Fördervereins-Vorsitzender Wolf-Rüdiger Janzen nahm den Scheck für die Hansekogge von Alt-Bürgermeister Karl-Heinz Zimmer, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Charlotte Hamann (v. li.) von der Bürgerstiftung Kiel entgegen.

Unterstützung für die Kieler Hansekogge: Die Bürgerstiftung Kiel hat dem Förderverein Historische Hansekogge einen Spendenscheck in Höhe von 7200 Euro übergeben. Mit dem Geld will der Verein eine Sommerplane anschaffen, die Besucher der Kogge vor Wind und Regen schützen soll.

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