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Bundesverdienstkreuz für Vicky Leandros

Gesellschaftliche Engagement Bundesverdienstkreuz für Vicky Leandros

Die Sängerin Vicky Leandros (63 /„Theo, wir fahr'n nach Lodz“) hat am Montag in Kiel von Ministerpräsident Torsten Albig das Bundesverdienstkreuz erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte mit der Auszeichnung das gesellschaftliche Engagement der Künstlerin vor allem für Kinder in Not.

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Die Sängerin Vicky Leandros (63 /„Theo, wir fahr'n nach Lodz“) hat am Montag in Kiel von Ministerpräsident Torsten Albig das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Quelle: Kathrin Mansfeld

Kiel. Vicky Leandros ist Schlagerstar, Politikerin, Ehrenamtlerin und seit Montag stolze Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande. In einer feierlichen Runde verlieh Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck, der Musikerin die besondere Auszeichnung des Bundes für ihr gesellschaftliches Engagement. In einem schwarzen Minikleid auf hohen Schuhen, trat die 63-Jährige nach vorn und bedankte sich für die Anerkennung: „Es ist mir eine große Ehre und eine Freude, heute hier zu sein. Schleswig-Holstein ist mein Zuhause.“ Beim Anstecken der Schleife haperte es dann etwas. „Geht das?“, fragte Leandros den Ministerpräsident. „Sie sind ja nicht mein erstes Opfer“, konterte Albig und schaffte es schließlich. Am Sonntag wurde die gebürtige Griechin bereits in Athen für ihr Engagement ausgezeichnet – mit einer persönlichen Briefmarke.

Vicky Leandros engagiert sich für die Jüngsten in der Gesellschaft. Mit 55 Millionen verkauften Alben und einer steilen Karriere seit den 70er-Jahren, nutzte die Sängerin ihre Berühmtheit, um sich für Kinder in Not zu engagieren. Durch verschiedene Benefizkonzerte machte sie immer wieder auf das Elend in Teilen der Welt aufmerksam. Für junge Menschen in Griechenland sammelte sie stolze 370.000 Euro in München. Jetzt sagte sie: „Ich würde mich gerne auch in Schleswig-Holstein mehr engagieren.“ Torsten Albig versicherte, man werde da etwas Passendes finden.

Erfolgsverwöhnt

Das Leben der Gesangsikone war von Erfolg geprägt. Im Jahr 1952 auf Korfu geboren, wurde Vicky Leandros in ihrer musikalischen Laufbahn von ihrem Vater Leo stark unterstützt. Ihre erste Single „Messer, Gabel, Schere, Licht“ veröffentlichte die klassische Schönheit nach einem TV-Auftritt im Jahr 1965. Danach ging es für sie immer weiter bergauf. Mit dem Song „Après toi“ gewann sie den Grand Prix für Luxemburg im Jahr 1972 und startete danach mit ihrer Karriere durch. In Deutschland begeisterte die Griechin in erster Linie die Schlager-Fans mit Liedern wie „Theo wir fahr’n nach Lodz“ oder „Ich liebe das Leben“. International überzeugte sie oft durch ihre Chansons. Aufgewachsen in Hamburg, lebte Leandros viele Jahre als Freifrau von Ruffin überwiegend auf Gut Basthorst im südlichen Schleswig-Holstein. Nach der Trennung von ihrem Mann zog es sie für einige Jahre zurück nach Hamburg. Mittlerweile ist sie aber wieder ins Land zwischen den Meeren zurückgekehrt. Neben ihrem Einsatz für Kinder in Not war Leandros auch Botschafterin der José- Carreras-Stiftung, hat sich in der Drogenprävention eingesetzt und kümmerte sich um 15 Patenkinder aus Afrika. Seit 1992 ist sie immer wieder ehrenamtlich für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen im Einsatz. „Ich war immer auf der Sonnenseite des Lebens. Da ist es für mich selbstverständlich, etwas zurückzugeben“, sagte sie am Montag.

In ihrem Leben machte die singende Powerfrau auch einen Stopp in der Politik. Zunächst bot der damalige Hamburger Bürgermeister Ole von Beust ihr das Amt der Kultursenatorin an. Doch hier schlug ihr Herz wohl für die südliche Heimat. Im Sommer 2007 kandidierte die Sängerin bei den griechischen Kommunalwahlen und wurde zur stellvertretenden Bürgermeisterin und Stadträtin für Kultur und internationale Beziehungen der Hafenstadt Piräus gewählt. Nach zwei Jahren in der Politik legt Vicky Leandros ihr Amt nieder und widmete sich wieder ihrer Musik. Ab dem Jahr 2013 arbeitete sie mit mehreren namhaften Komponisten und Künstlern zusammen.

Im nächsten Jahr geht es für die Besitzerin zahlreicher Gold- und Platin-Schallplatten wieder auf die Bühne. Unter anderem ist auch ein Auftritt in Lübeck geplant. „Das Bundesverdienstkreuz ist ein großer Ansporn für mich, weiterzumachen“, sagt Leandros. Sie liebt das Leben, sang sie erstmals im Jahr 1975. Offenbar hat sich das nicht geändert.

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