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Kleiner Chip bringt Sicherheit

Kennzeichnungspflicht Kleiner Chip bringt Sicherheit

Hunde, die älter als drei Monate sind, müssen fortan elektronisch gekennzeichnet werden. Das sagt das neue Gesetz über das Halten von Hunden (HundeG) , das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Kommt der Hundehalter der Kennzeichnungspflicht nicht nach, droht ein hohes Bußgeld.

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Findet die Chip-Pflicht vernünftig: Tierärztin Dorothea Schlüter (rechts) und Auszubildende Senta Theede demonstrieren bei Husky-Mix Jonne (6), wie der Chip unter die Haut des Hundes kommt.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. „Das ist sehr vernünftig“, findet Tierärztin Dorothea Schlüter, die in ihrer Praxis die reiskorngroßen Mikrochips unter der Haut des Hundes einsetzt. Für das Tier sei es eine schnelle, schmerzfreie Prozedur, die für mehr Sicherheit sorgt.

 Entläuft der Vierbeiner, wird er gestohlen, ausgesetzt oder wird mit ihm gehandelt, kann über die Nummer auf dem Transponder der Halter ermittelt werden. „Das funktioniert aber nur, wenn der Hund auch registriert wurde, beispielsweise beim Verein Tasso oder dem Deutschen Haustierregister“, sagt Elisabeth Haase, Leiterin des Tierheims Uhlenkrog. Sie bedauert, dass das Gesetz zwar eine Chip-, aber keine Registrierungspflicht vorsieht. Denn aus Erfahrung weiß sie, dass viele Hunde zwar mit einem Chip versehen sind, aber etwa bei einem Drittel der entlaufenen Hunde wegen mangelnder Registrierung die Halter nur mit viel Zeit und Mühe ermittelt werden konnten. „Da kann man sich eine schlaflose Nacht ersparen“, sagt sie. Im Tierheim gab es zudem einmal den Fall, dass es vermeintlich zwei Halter für einen Hund gab. „Mit dem Chips konnten wir den richtigen feststellen“, berichtet die Leiterin.

Verstoß gegen Kennzeichnungspflicht wird teuer

 Das Einsetzen des Chips kostet zwischen 30 und 40 Euro. Richtig teuer werden kann hingegen ein Verstoß gegen die neue Kennzeichnungspflicht, da es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, die mit einer Geldbuße von bis zu 10000 Euro geahndet werden kann. Das gilt übrigens auch, wenn der Hund in bestimmten öffentlichen Bereichen nicht angeleint ist oder der Hundehaufen liegen bleibt.

 Doch das neue Gesetz hat auch erfreuliche Nachrichten für Tierfreunde: Hunde werden zukünftig nicht mehr aufgrund ihrer Rasse, sondern nur dann als gefährlich eingestuft, wenn sie auffällig geworden sind – also beispielsweise dann, wenn sie einen Menschen oder andere Tiere durch Beißattacken verletzt haben. Wird die Kennzeichnungspflicht bei einem als gefährlich eingestuften Hund nicht befolgt, wird die Haltung des Hundes auch nicht erlaubt. „Eine Nichteinhaltung der Chip-Pflicht ist kaum zu kontrollieren. Es sei denn, das Tier wird auffällig“, meint die Tierärztin.

7400 Hunde in Kiel gemeldet

 In Kiel sind laut Stadt derzeit 7400 Hunde gemeldet. Die Halter müssen sich jedoch um die Kennzeichnungspflicht selbst kümmern. „Wir werden niemanden persönlich anschreiben“, heißt es. „Auch wird es von Seiten der Stadt keine Kontrollen geben, denn das ist eine Vorschrift des Landes.“

 Im Gesetz ist auch geregelt, dass der Hundehalter für sein Tier eine Haftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 500000 Euro für Personenschäden und 250000 Euro für Sachschäden abschließen soll. Das bedeutet: Wer die Möglichkeit hat, muss seinen Hund versichern. Halter von als gefährlich eingestuften Hunden sind sogar verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.

 Die zuständige Behörde kann auf Antrag künftig feststellen, dass die Gefährlichkeit eines Hundes nicht mehr vorliegt. Voraussetzung dafür ist ein bestandener Wesenstest sowie die Einschätzung eines Tierarztes, dass kein weiteres gefährliches Verhalten des Tieres mehr zu befürchten ist. Dafür hat die Tierärztekammer Schleswig-Holstein nun den Veterinären Kurse angeboten, in denen es genau um die Sachkundenachweise geht. „Denn das können meiner Meinung nach bislang nur zertifizierte Hundetrainer oder Tierärzte mit zusätzlicher Ausbildung“, betont Tierheim-Chefin Haase.

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