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Gemeinsam gegen Krebs in Kiel

Gesundheitstag im Sophienhof Gemeinsam gegen Krebs in Kiel

Eine gemeinsame, ganztägige, öffentliche Aktion von niedergelassenen Ärzten und am UKSH tätigen Medizinern hat es bisher in Kiel nicht gegeben. Die Premiere findet am Sonnabend, 23. April, statt – zur besten Shoppingzeit im Sophienhof. Unter der programmatischen Überschrift „Gemeinsam gegen Krebs“.

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Sie wollen die Kompetenzen von Kliniken und niedergelassenen Therapeuten zum Wohle der Patienten optimieren (von links): Prof. Christoph Röcken (UKSH), Prof. Thomas Becker, Direktor der Klinik für Allgemeine Chirurgie (UKSH), Lars Prinzhorn (Praxisnetz Kiel) und Doris Scharrel, Frauenärztin und Vorstandsvorsitzende des Praxisnetzes.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. So werden Ärzte aus dem Praxisnetz Kiel e.V. sowie aus dem UKSH, Campus Kiel, ab 10 Uhr kurze Vorträge über die häufigsten Krebserkrankungen halten – und dies unüberseh- und unüberhörbar auf einer 90-Quadratmeter-Fläche mitten in der breiten Passage zum Holstentörn. „Gesundheitstag“ bedeutet: Die Informationen richten sich weder ausschließlich noch primär an Krebspatienten und deren Angehörige, sondern an alle. Wer will, kann verweilen und lauschen.

Große Kompetenz ist vorhanden

Die Leitfrage bei den zahlreichen Vorbesprechungen – so formulierte es bei einem Pressegespräch am Dienstag Doris Scharrel, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in der Frauenarzt-Praxis Kronshagen – sei gewesen: „Wie können wir die große Kompetenz nutzen, die wir in den Praxen haben und im UKSH?“ Der Arzt als Einzelkämpfer könne heute eigentlich keine gute Versorgung der Patienten mehr übernehmen. Sektorenübergreifende Versorgung sei in aller Munde, sagte die Vorstandsvorsitzende des 1997 gegründeten Vereins Praxisnetz Kiel. In diesem sind etwa 250 im Kieler Raum niedergelassene und angestellte Ärzte aller Fachrichtungen und Psychotherapeuten organisiert – eine relativ machtvolle Bündelung der Interessen von Freiberuflern, die ihre Verhandlungsposition gegenüber Kliniken und deren Ambulanzen, aber auch gegenüber den Krankenkassen stärken wollen. In Deutschland gebe es rund 700 solcher Zusammenschlüsse, so Scharrel, „wir sind eines der wenigen Praxisnetze, die nach den auf SGB V, Paragraf 87 b basierenden, von der Kassenärztlichen Vereinigung definierten Kriterien als förderungswürdig anerkannt sind. Netzarbeit wird gefördert – die Struktur, aber auch der einzelne Arzt und Therapeut.“

Ganzheitliches Konzept zur Betreuung

Mit dem UKSH arbeite das Praxisnetz schon lange zusammen, „und nun zeigen wir das endlich mal“, ergänzte Prof. Christoph Röcken, Leiter des Onkologischen Zentrums Kiel am UKSH. „Ein Patient in einer Risikosituation kommt ja nicht zuerst in die Klinik, sondern geht zu seinem Hausarzt oder zum Facharzt.“ Dieser weise bei entsprechender Früherkennung zur Therapie – Operation, Chemo- oder Strahlentherapie – in die Klinik ein. Die Weiterbetreuung der Patienten liege dann wieder bei niedergelassenen Ärzten. „Wir Kliniker haben zum Beispiel in allen Belangen der häuslichen Pflege wenig Erfahrung.“ Der Patient profitiere davon, wenn er in einem von der Vorsorge über die Therapie bis zur Nachsorge ganzheitlichen Konzept betreut werde, „und dieses Konzept vertreten wir hier“. Dieser schon gelebte Zustand sei sicherlich „verbesserungswürdig“, so Scharrel, auch die Schnittstellenproblematik beim Übertragen geschützter, papierloser Patientendaten sei noch nicht gelöst. Aber wenn Patienten angesichts einer Einweisung ins UKSH sagten, „UKSH? Die bauen ja nur“, könne man als Niedergelassener überzeugt entgegnen: „Nein, da wird auch kompetent behandelt.“ Es entspreche regionalem Denken, „dass wir uns gegenseitig stärken“.

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