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Mädchen vermessen ihre Zukunft

Girls Day 2016 Mädchen vermessen ihre Zukunft

Anlässlich des alljährlichen Girls’ Day bekamen junge Mädchen am Donnerstag auch beim Landesamt für Vermessung und Geoinformation Antworten auf diese Fragen und Einblicke in den Alltag einer Geomatikerin, Vermessungstechnikerin oder Ingenieurin der Geomatik.

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Ayeli (Mitte) nimmt das vorgegebene Ziel mit dem Tachymeter ins Visier. Charlotte (links) assistiert, Bronja (rechts) dokumentiert die Messergebnisse.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Berufsbilder, um die das weibliche Geschlecht häufig einen großen Bogen macht. Doch das soll sich in Zukunft ändern. „Von knapp 500 Beschäftigten im Haus sind etwa ein Drittel Frauen. Es werden aber mehr“, sagt Vermessungsbeamtin Renate Obersteller (57). Bereits zum dreizehnten Mal beteiligte sich ihre Behörde an dem bundesweiten Aktionstag, der jungen Mädchen Berufe näher bringen soll, in denen Frauen unterrepräsentiert sind. Aktuell gibt es in der Behörde eine Auszubildende für den Beruf der Geomatikerin. „Wir bieten auch viele Bereiche an, die sich mit einem Studium verbinden lassen. Heute sollen sich die Mädchen einfach etwas für die verschiedenen Arbeitsfelder begeistern lassen“, erklärt Obersteller. Ein Vorhaben, das besonders bei den praktischen Vermessungsübungen zu gelingen scheint. Leonie (12) und Isabell (12) sind gerade dabei, auf einer Karte eingezeichnete Punkte auf dem Gelände des Vermessungsamtes zu finden. „Wir orientieren uns jetzt mal an den eingezeichneten Gebäuden“, erklärt Leonie das weitere Vorgehen. Warum sie sich am Girls’ Day für dieses Angebot entschieden haben? „Es hat sich spannend angehört und ist mal eine Abwechslung“, erläutert Isabell.

Bevor es für die Praxis ins Freie ging, bekamen die Schülerinnen Einblicke in die verschiedenen Aufgabenfelder der Behörde. „Wir haben die verschiedenen Berufsgruppen, die es hier gibt, kennengelernt“, erzählt die 13-jährige Charlotte. Nach einem kurzen Vortrag über die historische Entwicklung der Vermessungstechniken standen zwei- und dreidimensionale Karten im Mittelpunkt. „Zum Beispiel haben wir gesehen, wie man klein geschnittene Luftbilder zu einer Karte zusammenfügt“, erklärt Charlotte weiter. „Danach waren wir dann am Computer und haben gelernt, wie man dort Sachen vermisst“, ergänzt Lena (11), die ihr Interesse bereits von zu Hause mitgebracht hat. „Mein Vater arbeitet im Landesamt und hat immer viel von der Arbeit erzählt. Das fand ich interessant“, erzählt sie.

Charlotte, Ayeli (13) und Bronja (13) belagern nun den Tachymeter, der über optische Strahlen Winkel und Strecken messen kann. Jens Schmidt (60), Diplom-Vermessungsingenieur, steht daneben und freut sich über die Neugier: „Die Mädchen zeigen sich untereinander die Funktionen. Selbstständigkeit ist gut“, sagt Schmidt, der jedes Jahr für den Girls’ Day praktische Aufgaben vorbereitet. „Die meisten Arbeitsplätze sind bei uns mittlerweile zwar im Innendienst, aber diese Aufgaben gehören mit zum Berufsbild. Außerdem ist es für die Mädels spannend, wenn sie auch etwas Praktisches machen“, erklärt Schmidt. Davon haben sich auch Malea (13) und Nele (14) überzeugen lassen, die nun darauf warten, an das Tachymeter treten zu können. „Anfangs hatte ich nicht so wirklich Lust, aber jetzt ist es interessant, die Aufgaben zu lösen“, sagt Malea.

Leonie und Isabell beschäftigen sich mittlerweile mit einem alten, aber bewährten Messgerät: dem Zollstock. Eifrig messen die Schülerinnen der Isarnwohld-Schule in Gettorf Stück für Stück eine vorgegebene Strecke nach. Mit dem Berufsalltag im Landesamt hat das zwar nicht viel zu tun, doch eines darf bei der Berufswahl schließlich nicht fehlen: der Spaß.

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