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So war die Premiere im Zirkus Charles Knie

Glitzer, Tiere und ein Drehwurm So war die Premiere im Zirkus Charles Knie

Der Zirkus Charles Knie gastiert mit seinem neuen Programm „Euphorie“ auf dem Wilhelmplatz. An diesem Sonnabendnachmittag lief die Premierenvorstellung - Eindrücke aus der Manege.

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Der Zirkus Charles Knie gastiert momentan in Kiel.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Es ist ja schon ein bisschen altmodisch. Da sitzt man nun also um die Manege gruppiert, und blickt auf den Kreis in der Mitte. In der Luft vermischen sich die Gerüche von Zuckerwatte und Sägespänen.  Das Licht geht aus, die Musik an. Und dann beginnt sie, die Premierenvorstellung des Zirkus Charles Knie. „Euphorie“ heißt das neue Programm, mit dem der Zirkus durch Schleswig-Holstein tourt. Es soll die ganze Familie beeindrucken. Tatsächlich befinden sich im Zirkuszelt vor allem Kinder mit Eltern und Großeltern. Etwa ein Drittel der 1.438 Plätze war bei der Premierenvorstellung am Sonnabendnachmittag besetzt. Insgesamt eine Woche, also bis zum 21. August, ist das weiß-rote Zelt noch auf dem Kieler Wilhelmplatz aufgebaut.

Nicht zur Freude aller: Auch eine Gruppe privater Tierschützer hat sich vor dem Zirkuszelt zusammengefunden. „Manege frei von Tierqual“ und „Tiere sind keine Clowns“ steht auf ihren Bannern. Aktivistin Martina Bräuer fordert, dass in Zirkussen überhaupt keine Tiere mehr eingesetzt werden: „Selbst Pferde können in der Manege und auf Tournee nicht artgerecht behandelt werden.“ Die Gruppe fordert auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfe dazu auf, Tierzirkussen die Auftrittsgenehmigung zu verwehren. Patrick Adolph, Presseprecher des Zirkus Charles Knie, zeigt sich unbeeindruckt: „Der Transport und die Haltung unserer Tiere sind angemessen, sie sind das Zirkusleben gewöhnt. Auch dressieren wir nur nach dem Belohnungsprinzip, nicht mit Schlägen.“  

Hier sehen Sie Bilder von der Premiere des Zirkus Knie in Kiel, 2016

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Zurück in die Manege, wo jetzt die ersten Tiere auftreten. Chefdresseur Marek Jama treibt Kamele, Zebras, Büffel, Kanguruhs und Lamas durch den Kreis aus Sägespänen. Überhaupt hat das Drehen hier im Zirkus Hochkonjunktur, nicht nur die Tiere, sondern auch das Rollschuhduo Medini und die Bälle der Jonglierbrüder Messoudi kreiseln, bis dem Zuschauer schwindlig wird.

Besonders beeindruckend: Die Trapeznummer der Truppe Flying Wulber. Nachdem die Artisten aus ihren silbernen Pantöffelchen geschlüpft sind, geht es leichtfüßig hoch, ab in die Luft. In neonfarbene Anzüge verpackt  leuchten und wirbeln die Künstler durch die Luft. Bemerkenswert ist auch die Musik, live dazu eingespielt. Der Zirkus Charles Knie lässt ein Show-Orchester und die südafrikanische Sängerin Pretty Shangase auftreten. Er ist einer der wenigen Zirkusse, die sich diesen „Luxus“ noch leisten.

Doch bei aller Modernität von Sound und Lichttechnik: Der Zirkus Charles Knie bleibt ein klassischer Zirkus. Er verzichtet weder auf Wildtiere wie Zebras und Känguruhs, noch auf Frauen als Dekoration, die sich in Glitzerbikinis darauf räkeln. Was man davon hält im Jahre 2016, ist wohl Ansichtssache.

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Cesar Pindo im Video
Foto:Impressionen aus der Manege: Cesar Pindo kann seinen Körper extrem verbiegen – den Besuchern stockt der Atem.

Cesar Pindo ist als Schlangenmensch einer der Publikumslieblinge im Zirkus Charles Knie, der zurzeit auf dem Wilhelmplatz in Kiel zu Gast ist. In einer Extra-Vorführung im Fitnessstudio Vitarium in Kiel-Schilksee demonstrierte er seine Fähigkeiten.

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